• 20.05.2026, 09:00:37
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Investitionsoffensive von 100 Mio. Euro für Österreichs Rohstoff-Zukunft: ARA setzt neue Maßstäbe im Kunststoffrecycling

Dank technologischer Innovationen erreicht die ARA im Haushaltsbereich 2025 die EU-Recyclingquote von 50 %.

v.l.n.r.: ARA Vorstand Thomas Eck und ARA Vorstandssprecher
Harald Hauke
Wien/Österreich (OTS) - 

Die Altstoff Recycling Austria AG (ARA) treibt die Transformation der österreichischen Kreislaufwirtschaft zur tragenden Säule der Industriepolitik voran. Mit einem massiven Investitionspaket mit Partner:innen von insgesamt 100 Millionen Euro bis Ende 2026 sichert der Marktführer wertvolle Sekundärrohstoffe für den Wirtschaftsstandort. Inmitten regulatorischer Unsicherheiten durch die EU-Verpackungsverordnung (PPWR) erreicht die ARA einen wahren Meilenstein: Die ambitionierte EU-Recyclingquote von 50 % für Kunststoffverpackungen wurde 2025 im Haushaltsbereich erfolgreich gemeistert.

Angesichts eines stagnierenden Wirtschaftswachstums und strenger regulatorischer Vorgaben betont die ARA die strategische Bedeutung der Kreislaufwirtschaft. „Kreislaufwirtschaft ist längst ein wesentlicher Pfeiler der Industriepolitik, indem sie durch Rohstoffsicherung die Wettbewerbsfähigkeit stärkt. In einem Umfeld aus Unsicherheit und hohen Energiekosten entscheidet Ressourceneffizienz maßgeblich über Wirtschaftlichkeit“, erklärt ARA Vorstandssprecher Harald Hauke. „Wir von der ARA stellen uns als Komplettanbieter der Kreislaufwirtschaft immer breiter auf und investieren dort, wo industrielle Leistungsfähigkeit in Österreich ausgebaut werden muss.“ Die Verankerung der Kreislaufwirtschaft als Schlüsseltechnologie in der Industriestrategie unterstreiche das Potenzial für die nationale Rohstoffsouveränität.

100 Millionen Euro für die Rohstoff-Unabhängigkeit Österreichs

Um die Versorgung der Industrie mit hochwertigen Sekundärrohstoffen sicherzustellen, hat die ARA ihre Infrastruktur massiv ausgebaut. Allein im Jahr 2025 konnte sie somit 607.000 Tonnen Sekundärrohstoffe bereitstellen, davon 103.000 Tonnen Leichtverpackungen und Metalle, 320.000 Tonnen Papier und 184.000 Tonnen Glas.
Das Fundament bilden zwei Großprojekte im Kunststoffbereich:

  • TriPlast: Die Hightech-Sortieranlage in Oberösterreich mit mehr als 60 Mio. Euro Investment ist das Herzstück der Sortierung für Kunststoff- und Metallverpackungen.
  • Sort4cycle: Gemeinsam mit Partnern investiert die ARA 40 Mio. Euro in diese neue Anlage (Spatenstich April 2026), die ab 2027 das von der ARA entwickelte und patentierte UPCYCLE-Verfahren im großen Maßstab nutzt, um bisher nicht recyclingfähige Sortierreste stofflich zu verwerten.

„Bis Ende 2026 haben wir somit insgesamt allein im Kunststoffbereich mehr als 100 Millionen Euro investiert, um Sekundärrohstoffe für die Industrie zu sichern und den Wirtschaftsstandort Österreich zu stärken“, betont Hauke.

Positive Erfolgsbilanz: 50 % Recyclingquote der EU bei Kunststoffverpackungen erreicht

ARA Vorstand Thomas Eck verkündete im Rahmen des Pressegesprächs das Erreichen der 50 %-Quote für Kunststoffverpackungen aus dem Haushaltsbereich. Trotz der Einführung des Einwegpfands verzeichnete die Sammlung 2025 ein Plus von 7 % bei Verpackungen im Gelben Sack bzw. der Gelben Tonne, die nicht vom Einwegpfand betroffen sind. Besonders Wien stach mit einer Steigerung von 14 % bei der Nettomenge hervor, gefolgt von den Bundesländern Tirol mit 10 % und Vorarlberg mit 8 %. „Die getrennte Verpackungssammlung muss einfach sein, um zu funktionieren. Durch den Ausbau der Ab-Haus-Abholung erreichen wir mittlerweile 2,2 Millionen Haushalte direkt vor der Tür. Die Österreicher:innen vertrauen seit über 30 Jahren auf unser System. Dieses gewachsene Bewusstsein kombiniert mit der einfachen, gemeinsamen Sammlung von Verpackungen in der Gelben Tonne bzw. dem Gelben Sack ist der entscheidende Hebel für unseren Erfolg“, so Eck.

Appell an die Politik: „Konstruktionsfehler“ in der EU-Gesetzgebung beheben

Trotz der Erfolge übt die ARA deutliche Kritik an der zeitlichen Abfolge der EU-Regulierungen (PPWR). Während Sammel- und Recyclingquoten bereits greifen, folgen verbindliche Designrichtlinien und Rezyklat-Einsatzquoten erst Jahre später. „Es ist ein Konstruktionsfehler, dass man zuerst Recyclingquoten vorgegeben hat, aber Jahre wartet, bis die Hersteller:innen das Material dann verwenden müssen“, so Hauke. Die ARA versteht sich hier als „Anwalt“ der heimischen Wirtschaft und fordert eine engere Kopplung der Zielvorgaben sowie Klarheit über die geplanten Rechtsakte der EU-Kommission. Zeitgleich steht die ARA eng im Austausch mit den österreichischen Unternehmen und hat das Beratungsangebot rund um die PPWR massiv ausgebaut, etwa durch mehr persönliche Beratungen, vor Ort oder als Webinar – mit 17 PPWR-Events 2025 und 2026 hat sie rund 2.000 Teilnehmende aus Industrie und Handel bisher erreicht.

Innovation in der „Königsdisziplin“: Forschung für lebensmitteltaugliche Rezyklate

Um die Qualität der Sekundärrohstoffe weiter zu steigern, setzt die ARA als Komplettanbieter der Kreislaufwirtschaft auf gezielte Kooperationen mit Forschung und Industrie. Im Fokus steht die Gewinnung lebensmitteltauglicher Rezyklate. Gemeinsam mit Partner:innen arbeitet die ARA an Pilotprojekten wie dem Mehrwegbecher für den diesjährigen Eurovision Song Contest, um die extrem hohen Sicherheitsanforderungen für Lebensmittelverpackungen zu erfüllen, die aktuell nur durch chemisches Recycling sichergestellt werden können. Eck betont: „Lebensmitteltaugliche Rezyklate durch mechanische Aufbereitung von Polyolefinen und Polystyrol sind die Königsdisziplin des Recyclings und unser Ziel. Wir wollen höchste Qualitäten sichern, damit aus einer Verpackung morgen wieder eine sichere Lebensmittelverpackung werden kann.“

Textilrecycling: Realismus statt „Gold Plating“

Ein weiteres Zukunftsthema ist das verpflichtende Textilrecycling ab 2028. Die ARA warnt hier vor bürokratischen Hürden und fordert einfache Lösungen wie die Nutzung bestehender Wirtschaftssysteme. „Wir fordern pragmatische, umsetzbare Vorgaben des Gesetzgebers – Realismus statt Gold Plating, Pragmatismus statt Fleißaufgaben“, erklärt Eck. Die ARA plädiert dafür, beim Textilrecycling nicht die Fehler der Gesetzgebung zum Kunststoffrecycling zu wiederholen. Darüber hinaus soll beim kommenden EPR-System (Erweiterte Produzentenverantwortung) für Textilien auf bestehende, effiziente Strukturen der Wirtschaft zurückgegriffen werden, um Kosten für Steuerzahler:innen gering zu halten. Die ARA leistet bereits wichtige technologische Pionierarbeit: Erste Sortierversuche zeigen vielversprechende Ergebnisse. Die Herausforderung liegt jedoch vor allem im Recycling und gleichzeitig in der Schaffung tragfähiger Absatzmärkte für die gewonnenen Fasern.

Zukunftsausblick: Wirtschaftlichkeit als Kompass und Trennen für den Kreislauf

Die ARA wird auch künftig Innovationen vorantreiben, betont jedoch die Notwendigkeit ökonomisch tragfähiger Lösungen. „Wir brauchen vernünftige gesetzliche Rahmenbedingungen und trotz aller technologischen Fortschritte bleibt eine aktive Beteiligung der Konsument:innen entscheidend“, schließt Hauke ab. „Nur wenn wertvolle Reststoffe richtig getrennt werden, können wir sie recyceln. Landen sie im Restmüll, sind sie für den Kreislauf für immer verloren.“

Entsprechendes Bildmaterial zur Aussendung finden Sie in der APA-Fotogalerie.

Über die ARA

Zukunft. Kreislauf. Wirtschaft. Seit mehr als 30 Jahren arbeitet die Altstoff Recycling Austria AG (ARA) als treibende Kraft der österreichischen Abfall- und Kreislaufwirtschaft und ist Marktführer unter den Sammel- und Verwertungssystemen für Verpackungen, Elektroaltgeräten und Batterien.
Die ARA mit ihren Tochterunternehmen ARAplus GmbH, Austria Glas Recycling GmbH, DiGiDO GmbH, Digi-Cycle GmbH, ERA GmbH, ERAplus GmbH und TriPlast GmbH gilt heute als internationale Best Practice und entwickelt als Partner der Wirtschaft maßgeschneiderte Entsorgungslösungen in der Abfall-und Kreislaufwirtschaft: von Entpflichtung über Stoffstrommanagement bis zu Circular Design und Digitalisierung der Kreislaufwirtschaft. Die ARA AG serviciert mehr als 15.000 Kunden. Sie steht im Eigentum heimischer Unternehmen und agiert als Non-Profit Unternehmen nicht gewinnorientiert. www.ara.at

Rückfragen & Kontakt

Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an:

ARA AG
Simone de Raaij
Telefon: +43 01 599 97-310
E-Mail: [email protected]

Ecker & Partner
Elisabeth Blaschke
Tel.: +43 676 723 69 26
E-Mail: [email protected]

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