• 20.05.2026, 07:48:33
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Neue OMV-Gasförderung in Wittau bringt kurzfristig mehr eigenes Gas, das größere Potenzial liegt aber in heimischem Grüngas

Erneuerbare Energie
Wien (OTS) - 

Die neue Erdgasförderung der OMV in Wittau erscheint angesichts der aktuellen geopolitischen und energiepolitischen Lage nachvollziehbar. Eigene fossile Ressourcen zu nutzen, um Importabhängigkeiten zu reduzieren, kann kurzfristig vernünftig sein und mag auch ökonomisch Sinn machen. Das Projekt in Wittau mit insgesamt bis zu 48 TWh förderbaren Ressourcen wird jedoch keinen nachhaltigen Beitrag zur langfristigen Versorgungssicherheit Österreichs leisten.

Denn selbst die vollständige Nutzung der Lagerstätte bleibt eine endliche Einmalressource. Österreichs Gasverbrauch lag zuletzt bei mehr als 80 TWh – jährlich. Die heimische Förderung von Erdgas deckt lediglich rund sechs Prozent des Bedarfs. Durch die neue Gasförderung steigt dieser Anteil nur moderat auf etwa neun Prozent für wenige Jahre und ist somit keine langfristige sowie nachhaltige Maßnahme. Eine echte langfristige Strategie für Versorgungssicherheit, regionale Wertschöpfung und Klimaschutz liegt daher nicht im weiteren Ausbau fossiler Ressourcen, sondern im raschen Ausbau heimischer erneuerbarer Gase.

Österreich verfügt über enorme, aber bislang unzureichend genutzte Potenziale erneuerbarer Gase mit Biomethan aus Vergärung sowie Holzvergasung - sowie bei entsprechender Überproduktion von erneuerbarem Strom auch an erneuerbarem Wasserstoff. Insbesondere biogene Abfälle, Nebenprodukte der Industrie und land- und forstwirtschaftliche Reststoffe könnten einen dauerhaften und regionalen Beitrag zur nachhaltigen Energieversorgung leisten – ohne zusätzliche fossile Abhängigkeiten und Geldabfluss ins Ausland, dafür mit großer heimischer Wertschöpfung und langfristigen, qualitativen Arbeitsplätzen in unseren Regionen.

Das realistisch erschließbare mittelfristige Potenzial von Biomethan aus Vergärung und Holzgas liegt gemeinsam bereits bei rund 20 bis 40 TWh jährlich (!) – je nach politischer Ambition. Damit könnten dauerhaft größere Mengen zur heimischen Versorgungssicherheit beitragen als die einmaligen 48 TWh aus Wittau.

Was jetzt fehlt, sind rasche politische Entscheidungen: Neben vereinfachten Genehmigungen (wie im Entwurf des Erneuerbaren-Ausbau-Beschleunigungsgesetzes (EABG) zwar angedacht, aber leider noch unzureichend ausgestaltet) ist insbesondere die rasche Beschlussfassung des Erneuerbaren-Gas-Gesetzes (EGG) zwecks Schaffung eines verlässlichen Investitionsrahmens und einer klaren Strategie für den Ausbau der heimischen Biomethan-Produktion essentiell.

Johannes Hauptmann, Biogas-Obmann des Kompost & Biogas Verbandes Österreich: „Während fossile Projekte naturgemäß endlich bleiben, kann Biomethan über Jahrzehnte einen stabilen Beitrag zu Versorgungssicherheit, heimischer Wertschöpfung und Defossilisierung leisten. Die neue OMV-Gasförderung in Wittau kann daher als Beitrag zur kurzfristigen Überbrückung in Zeiten geopolitischer Unsicherheiten verstanden werden – die eigentliche Zukunft der österreichischen Gasversorgung liegt jedoch in erneuerbaren heimischen Ressourcen.“

Rückfragen & Kontakt

Kompost & Biogas Verband Österreich
Fachbereich Biogas
E-Mail: [email protected]
Website: https://www.kompost-biogas.info

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