- 18.05.2026, 11:46:02
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mumok: Start in eine neue Phase
Kunst im mumok als Prozess, Bühne und öffentlicher Raum
Generaldirektorin Fatima Hellberg nutzt die Ausstellungs-Umbauphase des mumok – Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien für einen programmatischen Aufbruch: Mit dem Tolia Curriculum wird ab 22. Mai 2026 erstmals in der Geschichte des Hauses der Entstehungsprozess einer Ausstellung öffentlich zugänglich.
Ab 20. Juni wird die Eröffnungsausstellung Terminal Piece auf fünf Ebenen erlebbar. Die von der Bühnenbildnerin Anna Viebrock gestaltete Eingangsebene zeigt auf 700 m2 Werke der mumok-Sammlung in einem außergewöhnlichen Setting und wird bis 30. September bei freiem Eintritt für alle Menschen offenstehen.
Im Oktober 2025 hat Fatima Hellberg die Generaldirektion des mumok übernommen. Was sie seit diesem Zeitpunkt mit ihrem Team vorbereitet hat, wird ab dieser Woche erlebbar: ein Museum, das sich öffnet – für neue Formate und für eine andere Art, Kunst zu erleben. Mit dem gestrigen Tag schlossen die laufenden Ausstellungen. Nun wird ab-, um- und aufgebaut: Am 20. Juni eröffnen mit Terminal Piece und Tolia Astakhishvili, Figure of the Child, die ersten beiden Ausstellungen der neuen Direktion. „Ein Museum lebt durch das, was es aufnimmt, und durch das, was es zurückgibt. Unsere Arbeit basiert auf einem aktiven Austausch mit der Öffentlichkeit, der nun beginnt“, sagt Fatima Hellberg.
Tolia Curriculum: Kunst im Entstehen erleben
Ab 22. Mai öffnet das mumok seine Türen für eine Form der Zugänglichkeit, die es in der Geschichte des Hauses bisher nicht gegeben hat. Die Künstlerin Tolia Astakhishvili – zuletzt mit Ausstellungen im MoMA PS1 und im SculptureCenter in New York vertreten – entwickelt und installiert ihre bisher größte Ausstellung Figure of the Child vor den Augen des Publikums. Für Tolia Astakhishvili beginnt eine Ausstellung nicht mit der Eröffnung, sondern mit dem Prozess: Das Museum wird zu einem Atelier, einem Ort der Begegnung – zu einem lebendigen Raum. Vier Wochen lang, täglich außer montags, bietet das Tolia Curriculum ein dichtes Programm aus Workshops, Vorträgen, Filmvorführungen, Lesungen und partizipativen Formaten – für Erwachsene, Familien und Kinder.
Den Auftakt setzt am Freitag, 22. Mai 2026 Laurids Ortner, der Architekt des mumok. Zwei Jahrzehnte nach der Fertigstellung des Hauses spricht er unter dem Titel Herzkammer über die Strukturen, die sichtbar werden, wenn sich ein Haus verwandelt. Als Zeichen ließ Fatima Hellberg vergangene Woche die Fenster in den Ausstellungsräumen des mumok, die lange zugemauert waren, wieder öffnen.
Am ersten Wochenende des Tolia Curriculum wird es kreativ: Am 23. Mai lädt das Open Studio ein, Zeichnungen weiterzuführen, die Tolia Astakhishvili begonnen hat. Am 24. Mai eröffnen Harun Farockis Einschlafgeschichten ein poetisches Format für Familien und Kinder. In den folgenden Wochen entfaltet sich ein Programm von großer Bandbreite: Die Musiker*innen Vera Pulido und Roman Lemberg bespielen das Haus mit Klang. Der Autor Kristian Vistrup Madsen präsentiert Texte unter dem Titel The Heart is a Pump. Die Künstlerin Veronica Brovall gestaltet Workshops für Erwachsene und Kinder, bei denen man eingeladen ist, mit Gipsformen zu experimentieren. Tolia Astakhishvili selbst leitet Tai-Chi und Qi Gong im Museum. Der Künstler Florian Meisenberg blickt in seinen Future Readings in die Zukunft. Zum Abschluss präsentiert der Künstler James Richards ein Filmprogramm.„Ein Museum muss kein Ort fertiger Antworten sein. Es kann ein Raum sein, in dem man Komplexität erlebt und aushält. Und in dem etwas bleibt, wenn man ihn verlässt“, so Hellberg. „Deshalb laden wir herzlich dazu ein, diese besondere Gelegenheit zu nützen, um Teil von Tolias Ausstellungsprozess zu werden und eigene Spuren zu hinterlassen.“
Anna Viebrocks Bühne für die mumok-Sammlung – erlebbar bis 30. September bei freiem Eintritt
Am 20. Juni eröffnet Terminal Piece, die erste Ausstellung unter der Leitung von Fatima Hellberg – eine Gesamterfahrung, die sich über fünf Ebenen des mumok erstreckt und Werke aus der Sammlung mit neuen Arbeiten und externen Leihgaben verbindet. Jede Ebene bildet einen eigenen Akt und untersucht unterschiedliche Aspekte der Beziehung zwischen Kunstwerk und Betrachtenden.
Als Prolog zur mehraktigen Ausstellung erarbeitet die Bühnenbildnerin Anna Viebrock eine außergewöhnliche Sammlungspräsentation für die Eingangsebene des mumok. Es entsteht ein begehbares Gesamtkunstwerk – eine Bühne, die sich mit jeder Bewegung verändert. Die Blicke schweifen durch unterschiedliche Räume: eine Kirche, ein Wohnzimmer, einen Keller. Werke aus der mumok Sammlung werden zu Akteurinnen in dieser Inszenierung. Die Hängung ist ungewöhnlich für ein Museum, denn sie ist der Präsentation in den privaten Wohnräumen der Sammler*innen nachempfunden: Peter und Irene Ludwig, Wolfgang Hahn – Menschen, die mit Kunst gelebt haben. Gezeigt werden zentrale Arbeiten unter anderem von Lutz Bacher, Joseph Beuys, Bruno Gironcoli, Hans Haacke, Sol LeWitt, Friederike Mayröcker, Dieter Roth, Gerhard Rühm, Rudolf Schwarzkogler, Octavian Trauttmansdorff, Rosemarie Trockel und Franz West.
Dieser Prolog ist von 20. Juni bis 30. September bei freiem Eintritt zugänglich. „Wir leben in einer Zeit, in der alles teurer wird. Eintrittspreise stellen für viele Menschen eine reale Barriere dar. Ich habe mich daher entschieden, hier einen Kontrapunkt zu setzen und in unsere Sammlungspräsentation einzuladen“, sagt Fatima Hellberg. Ermöglicht wird der freie Eintritt durch die großzügige Unterstützung des mumok Board und private Fördermittel. „Unsere Sammlung ist öffentliches Gut. Ich verstehe es als meinen Auftrag, sie sichtbar und zugänglich zu machen“, so Hellberg.
Öffnung nach innen: Zusammenarbeit als Prinzip
Was für das Publikum gilt, gilt auch für die Menschen im Haus. Fatima Hellberg ist überzeugt: Ein Museum, das nach außen offen ist, muss diese Haltung nach innen leben. „Ich habe in den vergangenen Monaten ein Haus kennengelernt, das über außergewöhnlich engagierte Menschen verfügt. Die Zusammenarbeit möchten wir weiterentwickeln – hin zu mehr Austausch und gemeinsamer Verantwortung. Nach den Eröffnungen werden wir diesen Prozess strukturiert angehen. Ich möchte alle einladen, das Haus gemeinsam zu gestalten“, so Hellberg. Denn die Frage, wie ein Haus nach innen funktioniert, sei keine rein interne Angelegenheit – sie entscheide darüber, was nach außen sichtbar wird. Fatima Hellberg schließt: „Ein Museum, das Neugier, Offenheit und Begegnung verkörpert, muss genau das auch in seiner eigenen Arbeitsweise leben. Darauf will ich in den kommenden Monaten verstärkt Aufmerksamkeit lenken.“
Weiterführende Informationen:
Das mumok bietet mit dem Tolia Curriculum von 22. Mai bis 18. Juni täglich außer montags ein vielfältiges Programm aus Workshops, Vorträgen, Filmvorführungen und partizipativen Formaten.
Das vollständige Programm finden Sie unter www.mumok.at/curriculum.
Am 20. Juni eröffnet Terminal Piece, eine Ausstellung, die sich über fünf Ebenen des Hauses erstreckt. Parallel dazu ist Tolia Astakhishvilis Einzelausstellung Figure of the Child zu sehen. Das mumok ist am Eröffnungstag von 14 bis 20 Uhr geöffnet; Führungen und Programm finden stündlich bei freiem Eintritt statt.
Die Eingangsebene mit Anna Viebrocks Sammlungspräsentation auf
700 m2 ist von 20. Juni bis 30. September bei freiem Eintritt zugänglich.
Pressefotos zum Download finden Sie hier:
https://www.mumok.at/presse/aktuelle-ausstellungen/tolia-astakhishvili-curriculum
Rückfragen & Kontakt
mumok - Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien
Mag. Katharina Murschetz (Leitung)
Telefon: +43-1-52500-1400
Mag. Katharina Kober
Telefon: +43-1-52500-1309
[email protected]
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