- 11.05.2026, 14:09:02
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FPÖ – Ragger: „Pflege braucht Wahlfreiheit, Gerechtigkeit und endlich Respekt vor jenen, die tagtäglich für andere da sind!“
Internationaler Tag der Pflege: Ragger fordert Stärkung der Pflege zu Hause, faire Pflegegeldeinstufungen und echte Entlastung des Pflegepersonals
„Wer Pflege braucht, wer Angehörige pflegt oder wer tagtäglich in diesem Beruf arbeitet, braucht keine Sonntagsreden, sondern endlich ein System, das gerecht, menschlich und verlässlich funktioniert. Dafür braucht es ein österreichweit einheitliches Pflegesystem statt föderalem Fleckerlteppich, eine massive Stärkung der Pflege zu Hause, faire und einheitliche Pflegegeldeinstufungen, den freiheitlichen Pflegescheck für echte Wahlfreiheit sowie spürbare Entlastungen für das Pflegepersonal“, sagte heute der freiheitliche Pflege- und Behindertensprecher NAbg. Mag. Christian Ragger anlässlich des Internationalen Tages der Pflege.
Ein zentrales Problem sei nach wie vor der föderale Fleckerlteppich in Österreich. „Jedes Bundesland kocht im Pflegebereich seine eigene Suppe. Das führt zu unterschiedlichen Leistungen, unterschiedlichen Förderungen und am Ende zu einem System, das für Betroffene oft nicht mehr nachvollziehbar ist. Pflege darf aber nicht davon abhängen, in welchem Bundesland jemand lebt“, forderte Ragger.
Besonders wichtig sei für die FPÖ die Stärkung der Pflege zu Hause. „80 bis 85 Prozent der pflegebedürftigen Menschen werden zu Hause versorgt. Die Pflege daheim ist damit das Rückgrat unseres Pflegesystems und für viele Betroffene menschlicher, vertrauter und würdevoller als der Gang ins Heim. Das Pflegeheim darf nicht die erste Antwort des Staats sein, sondern muss die letzte Station bleiben, wenn es wirklich keine andere Möglichkeit mehr gibt“, betonte der FPÖ-Pflegesprecher.
Daher brauche es endlich den von der FPÖ seit langem geforderten Pflegescheck. „Der Pflegescheck soll Wahlfreiheit sicherstellen. Der ältere Mensch soll selbst entscheiden können, ob er mit dieser Unterstützung einen nahen Angehörigen – der dann auch sozialversichert ist – mobile Dienste, eine 24-Stunden-Betreuung oder – wenn notwendig – einen Heimplatz finanziert. Im Mittelpunkt muss der Mensch stehen, nicht die Bürokratie“, so Ragger.
Auch bei den kritisierten Pflegegeldeinstufungen ortete Ragger massiven Handlungsbedarf. „Es kann nicht sein, dass Menschen, die zu Hause gepflegt werden, niedriger eingestuft werden, obwohl ihr tatsächlicher Pflegebedarf ein höherer ist. Pflegegeldeinstufungen müssen fair, nachvollziehbar und bedarfsgerecht erfolgen. Dafür braucht es eine einheitliche Begutachtung mit klaren Kriterien, damit sich die Einstufung endlich am tatsächlichen Bedarf orientiert“, erklärte Ragger.
Neben der Pflege daheim seien auch ‚Alternative Lebensräume‘ ein wichtiger Baustein. „Kleine, regionale Wohnformen können gerade für Menschen mit niedrigerer Pflegestufe eine echte Alternative zum klassischen Pflegeheim sein. International passiert da einiges: Kärnten ist etwa dem Beispiel des Veneto gefolgt und man hat gesehen, dass etwa umgebaute Gasthäuser oder ehemalige, barrierefrei gestaltete Bauernhöfe nicht nur menschlichere Betreuungsformen ermöglichen, sondern auch die Regionen stärken und Kosten senken können“, sagte der freiheitliche Pflegesprecher.
Gleichzeitig müsse moderne Technik sinnvoll eingesetzt werden, aber immer als Unterstützung und niemals als Ersatz für menschliche Pflege. „Ambient Assisted Living, technische Assistenzsysteme, KI-gestützte Dokumentation oder intelligente Wohnformen können den Alltag älterer Menschen erleichtern und Pflegekräfte entlasten. Aber Pflege bleibt ein Vertrauensberuf. Ein Roboter kann keinen Menschen ersetzen, der zuhört, Bedürfnisse erkennt und Nähe gibt“, stellte Ragger klar.
Eine echte Pflegereform müsse auch beim Personal ansetzen. „Unsere Pflegekräfte leisten unter enormem Druck Großartiges. Sie werden aber viel zu oft von Bürokratie, Dokumentationspflichten und schlechten Rahmenbedingungen erdrückt. Wir müssen den administrativen Ballast reduzieren, moderne digitale Lösungen nutzen, Verblisterung bei Medikamenten stärker einsetzen und die Arbeit in funktionierenden Teams wieder ermöglichen. Wer Pflegekräfte entlasten will, muss ihnen Zeit für Menschen zurückgeben“, so Ragger.
Für den notwendigen Nachwuchs in der Pflege brauche es laut Ragger einen klaren Kurswechsel. „Österreich ist ein Land der Lehre und der dualen Ausbildung. Deshalb ist nicht nachvollziehbar, warum man sich so lange gegen die Pflegelehre gewehrt hat. Wir müssen unseren eigenen Nachwuchs in die Pflege bringen, statt ständig zu glauben, man könne die Probleme allein durch Personalimporte lösen. Das ist langwierig, teuer und löst die strukturellen Probleme nicht, sondern macht die Pflege für die heimische Jugend unattraktiv“, erklärte der FPÖ-Pflegesprecher.
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