• 11.05.2026, 13:13:02
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IEA-Bericht: Gute Noten für Österreich, doch Ausbau zu langsam

Wien (OTS) - 

Der heute veröffentlichte Länderbericht der Internationalen Energieagentur (IEA) bescheinigt Österreich eine starke Ausgangsposition für die Transformation des Energiesystems. Gleichzeitig macht er deutlich: Um Versorgungssicherheit, Wettbewerbsfähigkeit und Unabhängigkeit von fossilen Importen langfristig zu sichern, braucht es jetzt deutlich mehr Tempo beim Ausbau von Erneuerbaren, Netzen und Flexibilitäten.


„Der IEA-Bericht bestätigt es einmal mehr: Österreich liegt bei der Transformation des Energiesystems gut im Rennen. Unsere Wasserkraft, unsere Speicher, der hohe Anteil erneuerbarer Stromerzeugung und die grenzüberschreitenden Verbindungen verschaffen uns eine Spitzenposition“, sagt Barbara Schmidt, Generalsekretärin von Oesterreichs Energie. „Angesichts anhaltender geopolitischer Unsicherheiten gilt es jetzt aber weiter Tempo zu machen. Wer Versorgungssicherheit, leistbare Energie und Wettbewerbsfähigkeit langfristig sichern will, muss den Ausbau der Erneuerbaren und der Netze konsequent vorantreiben und bestehende Hürden rasch beseitigen.“


Nur jede fünfte Stunde rein erneuerbar
Den bisherigen Spitzenwert erreichte Österreich im Jahr 2024 – als rund 90 Prozent seines Strombedarfs aus erneuerbaren Quellen gedeckt werden konnten. Besonders dynamisch verlief der Ausbau der Photovoltaik, die 2024 bereits 11,3 Prozent zur Stromversorgung beitrug. Gleichzeitig unterstreicht der Bericht, dass es nun noch stärker um die Integration neuer Kapazitäten gehe. Der weitere Ausbau müsse systemdienlich erfolgen. Denn so erfreulich die Bilanz auch ist – der Blick auf die einzelnen Stunden eines Jahres zeigt, dass derzeit nur rund jede fünfte Stunde vollständig aus erneuerbaren Quellen gedeckt werden kann.


Aus Sicht von Oesterreichs Energie ist dabei entscheidend, die Stärken des österreichischen Stromsystems gezielt weiterzuentwickeln. Dank Wasserkraft, Pumpspeichern und den Verbindungen zu unseren europäischen Nachbarn nimmt Österreich bereits heute eine wichtige Rolle als grüne Batterie ein. „Damit Österreich diese Rolle weiter ausbauen kann, müssen Verfahren beschleunigt und Investitionen in Infrastruktur und Erzeugung durch verlässliche Rahmenbedingungen ermöglicht werden“, so Schmidt.


Windkraft schließt Winterlücke
Zugleich macht die IEA in ihrem Bericht deutlich, dass Österreich bei der Umsetzung hinter den eigenen Ambitionen zurückbleibt. Ein zentraler Kritikpunkt ist der schleppende Ausbau der Windkraft. Um saisonale Schwankungen abzufangen und die Versorgung in den Wintermonaten zu sichern, braucht das Stromsystem künftig deutlich mehr Windenergie. Nach Einschätzung der IEA ist das Ziel von zusätzlich rund 10 Terawattstunden bis 2030 mit den derzeitigen Rahmenbedingungen aber kaum erreichbar.


„Dieser Bericht ist auch ein Auftrag an die Politik: Unsere Windkraft-Lücke muss endlich geschlossen werden. Wer Versorgungssicherheit, Wettbewerbsfähigkeit und leistbare Energie ernst nimmt, muss die Voraussetzungen für einen rascheren Ausbau schaffen – mit schnelleren Verfahren, ausreichenden Flächen und klaren politischen Weichenstellungen“, so Schmidt. „Vor allem im Winter brauchen wir mehr Windkraft. Jede zusätzliche Kilowattstunde verringert die weiterhin hohe fossile Abhängigkeit in der kalten Jahreszeit und stärkt die Resilienz Österreichs.“


Elektrifizieren statt importieren
Auch in den Bereichen Wärme und Verkehr sieht die IEA Aufholbedarf. Die Elektrifizierung dieser Bereiche ist ein wesentlicher Hebel, um Importe von Öl und Gas zu reduzieren. „Wer Versorgungssicherheit, Wettbewerbsfähigkeit und leistbare Energie langfristig sichern will, muss Strom als Schlüsseltechnologie in allen Sektoren stärken“, so Schmidt. „Anstatt bestehende Anreize – etwa für die Anschaffung von E-Autos – zurückzunehmen, braucht es klare Signale für den Umstieg. E-Mobilität ist nicht nur effizienter und zukunftsfähiger, sondern reduziert auch die Abhängigkeit von Energieimporten und stärkt damit die Resilienz Österreichs.“


Ein zentraler Hebel für mehr Umsetzungstempo ist das Erneuerbaren-Ausbau-Beschleunigungsgesetz. Auch die IEA kritisiert, dass Verzögerungen bei zentralen Reformen den Ausbau bremsen – genau hier soll das EABG ansetzen: Verfahren beschleunigen, Planungssicherheit schaffen und Investitionen in den Ausbau erleichtern. „Beim EABG geht es um Versorgungssicherheit, Wettbewerbsfähigkeit und die Unabhängigkeit von fossilen Importen. Österreich kann seine starke Position in Europa nur sichern, wenn zentrale Reformen jetzt rasch umgesetzt werden“, sagt Schmidt. Oesterreichs Energie appelliert daher an den Gesetzgeber, das EABG nun rasch zu beschließen.

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Österreichs E-Wirtschaft
Christian Zwittnig
Telefon: 0676845019260
E-Mail: [email protected]
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