- 11.05.2026, 09:53:02
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ÖGB/FCG Vorarlberg zum Tag der Pflege: Österreich hat massiven Pflegenotstand
Solidarische Gesellschaft darf Pflege nicht auf permanente Selbstüberforderung aufbauen
Anlässlich des Internationalen Tags der Pflege schlägt die Vorarlberger ÖGB-Frauenvorsitzende und ÖGB FCG-Landesvorsitzende Iris Seewald Alarm. „Das österreichische Pflegesystem funktioniert nur noch deshalb, weil Beschäftigte und Angehörige dauerhaft an ihre Belastungsgrenzen gehen“, so Seewald und warnt vor einem Pflegesystem besonders auf Kosten von Frauen und Familien.
Laut dem Volkshilfe-Sozialbarometer 2026 sorgen sich über 60 Prozent der Österreicher:innen um die Leistbarkeit und Qualität der Pflege im Alter.
Seewald, selbst Betriebsratsvorsitzende eines Instituts für Sozialdienste, beschreibt drastisch die Lebensrealität tausender Beschäftigter im Pflege- und Sozialbereich: Pflegekräfte springen ständig ein, Angehörige verzichten auf Freizeit sowie Einkommen und gefährden damit oft die eigene Gesundheit. Besonders Frauen tragen diese Verantwortung seit Jahren still mit. Unser System funktioniere nur noch, weil Menschen permanent über ihre Grenzen gehen, schildert Seewald.
Arbeitsbedingungen auf Dauer nicht durchhaltbar
Viele Beschäftigte würden den Pflegeberuf nicht verlassen, weil ihnen die Arbeit mit Menschen nichts mehr bedeute, sondern weil die Arbeitsbedingungen auf Dauer nicht durchhaltbar seien. „Wer ständig Überstunden macht, Dienste tauscht und gleichzeitig Familie organisiert, brennt irgendwann aus“ warnt Seewald.
Besonders kritisch sieht sie die zunehmende Verlagerung der Pflege in die Familien. Immer mehr Angehörige müssten Versorgungslücken auffangen, häufig neben Beruf und Kinderbetreuung. „Was oft als selbstverständlich angesehen wird, hat massive Folgen für Einkommen, Karrierechancen und spätere Pensionen. Diese stille Belastung tragen überwiegend Frauen“, so Seewald.
Sie pocht auf ein langfristiges Konzept in der Pflege und sieht die Politik nicht erst seit jetzt gefordert. „Es ist notwendig, JETZT zu handeln. Es ist wichtiger denn je, die Menschen im System zu halten. Ich fordere verlässlichere Dienstpläne, ausreichend Regenerationszeiten, bessere Arbeitsbedingungen sowie einen konsequenten Ausbau mobiler Pflege- und Entlastungsangebote“, so die ÖGB Frauen- und FCG Landesvorsitzende.
„Eine solidarische Gesellschaft darf Pflege nicht auf permanenter Selbstüberforderung aufbauen. Wer täglich Verantwortung für andere übernimmt, braucht selbst Schutz, Unterstützung und faire Bedingungen“, betont Seewald abschließend.
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