• 08.05.2026, 12:08:32
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Neuer Elsevier-Länderreport belegt: Österreichs Universitäten liefern Weltklasse-Forschung für Innovation und Wohlstand

Der Bericht „Österreich als Wissenschafts- und Technologienation“ macht deutlich: Forschungsinvestitionen rechnen sich vielfach und TU Austria ist ein Deep Tech Motor.

Wien (OTS) - 

Eine Analyse von Elsevier, einem weltweit führenden Anbieter qualitätsgesicherter Informations- und Entscheidungsunterstützung für Wissenschaft und Gesundheitswesen, zeigt eindeutig: Österreich ist zwar eine kleine, zugleich aber exzellente Wissenschafts- und Technologienation.

Mit rund 0,1 Prozent der Weltbevölkerung erzeugen wir etwa 0,8 Prozent der globalen wissenschaftlichen Produktion und erreichen mit einem Field-Weighted Citation Impact (FWCI, ein Maß für Forschungsqualität) von 1,54 eine Sichtbarkeit, die 54 Prozent über dem weltweiten Durchschnitt liegt. Forschung „Made in Austria“ wirkt also über Institutionen, Disziplinen und Regionen hinweg und sendet ein eindeutiges Zeichen an die öffentliche Hand: Investitionen in Wissenschaft und Forschung lohnen sich. Das bedeutet, dass auch angesichts von hohem Druck auf die öffentlichen Haushalte, verlässliche Universitätsbudgets aufgestellt werden müssen, um Österreichs und Europas Wettbewerbsfähigkeit zu stärken.

Der vorliegende Länderbericht ist Teil der „Science Nation“-Reihe von Elsevier, die vergleichende Datenanalysen nationaler und regionaler Forschungs- und Innovationssysteme liefert. Diese Berichte zielen darauf ab, die Leistung eines Landes im internationalen Kontext zu ermitteln, Stärken zu bewerten und Bereiche für weitere Entwicklung zu definieren:

Value for money: starke Publikations- und Patent-Leistung der Universitäten

Die Leistungsfähigkeit der öffentlich finanzierten Universitäten (Anm.: Mitglieder der Universitätenkonferenz uniko) zeigt sich eindrucksvoll in den aktuellen Berichtsdaten: Laut Elsevier sind im Zeitraum 2020 – 2024 die Universitäten für rund 75 Prozent aller wissenschaftlichen Publikationen in Österreich maßgeblich verantwortlich, die öffentlich finanzierten Fachhochschulen für 3 Prozent.

Ebenso manifestieren sich lohnende Investitionen der öffentlichen Hand in der starken Rolle der Universitäten im Innovationsbereich: Laut einer Studie des Österreichischen Patentamts aus 2025 stellen Universitäten mit 74 Prozent (4.179 Anmeldungen) den mit Abstand größten Anteil an Patenten und Gebrauchsmustern unter den Forschungseinrichtungen seit dem Jahr 2000. Außeruniversitäre Einrichtungen folgen mit 23,4 Prozent (1.323 Anmeldungen), Fachhochschulen mit 2,5 Prozent (142 Anmeldungen). Diese Zahlen unterstreichen die zentrale Bedeutung der Universitäten als tragende Säule des Wissenschafts- und Innovationsstandorts Österreich.

TU Austria: Österreichs Deep-Tech-Motor

Die TU Austria – die Allianz aus TU Wien, TU Graz, Montanuniversität Leoben und den assoziierten Partnern BOKU und den Technischen Fakultäten der Universität Innsbruck und JKU Linz – bündelt komplementäre Stärken zu einem Ökosystem, das einzelne Universitäten allein nicht erreichen könnten. Das schafft kritische Masse, senkt Transaktionskosten für Großkonsortien und macht Österreich international anschlussfähig.

Messbarer Wettbewerbsvorteil: Wertschöpfung durch Wissenschaft–Wirtschafts- und Industrie-Kooperation

Österreichs Forschungsleistung basiert auf Kooperation: 67 Prozent aller Publikationen entstehen durch internationale Zusammenarbeit – deutlich über dem EU-27-Schnitt von 43 Prozent. Diese Offenheit verleiht Sichtbarkeit, beschleunigt Wissensaustausch und erhöht die Wettbewerbsfähigkeit in europäischen Förderprogrammen. Patentbezogene Indikatoren und starke Wissenschaft-Industrie-Koautor_innenschaft zeigen: Technische Forschung ist tief in der Industrie eingebettet und fließt in Erfindungen und Technologieentwicklung, was besonders relevant für Ingenieurwissenschaften ist.

Diese enge Verknüpfung zwischen Industrieunternehmen und den heimischen Forschungsstätten zeigt sich auch darin, dass 8,8 Prozent der österreichischen Publikationen gemeinsam mit Unternehmenspartnern entstehen (EU: 3,9 Prozent, global: 2,6 Prozent). Die TU-Austria-Allianz liegt mit einem Wert von 10,2 Prozent noch einmal deutlich höher – ein klarer Beleg für die enge Verzahnung von Grundlagenforschung und Anwendung sowie für ein tragfähiges Innovationsökosystem. Technische Universitäten wie etwa die TU Graz erreichen Spitzenwerte bei Co-Publikationen mit Industriepartnern, was die direkte Umsetzung in nutzbare Technologien deutlich macht. Dieses Muster ist strukturell: Technische Einrichtungen sind besonders dort stark, wo Forschung unmittelbar mit Innovation verknüpft ist.

Schlüsseltechnologien: hohe Forschungsintensität in Österreich

Österreich weist in Schlüsselbereichen eine über dem weltweiten Durchschnitt liegende Forschungsintensität auf:

  • Im Bereich der Künstlichen Intelligenz bilden die TU Wien (1.032 Publikationen, FWCI 1,87) und die TU Graz (724 Publikationen, FWCI 1,86) das Rückgrat der österreichischen KI-Forschung, wobei die Unternehmenspartner der TU Austria (Silicon Austria Labs, Infineon Technologies Austria AG, AVL List GmbH) eine zentrale Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Industrie bilden.
  • Im Bereich der Quantentechnologien liegt Österreich über dem weltweiten und dem EU-Durchschnitt (1,2 Prozent des österreichischen Outputs gegenüber 0,8 Prozent weltweit und in der EU), wobei die Zitierleistung alle G7-Länder übertrifft; die Universität Innsbruck ist Österreichs zweitproduktivste Einrichtung im Bereich der Quantentechnologie (507 Publikationen, FWCI 2,45).
  • Im Bereich Werkstoffe (advanced materials and critical materials) belegen die Montanuniversität Leoben, die TU Wien und die TU Graz die ersten drei Plätze. Die TU Austria verzeichnet die höchste Anzahl an zitierten Patenten in diesem Bereich, wobei die voestalpine AG der führende Industriepartner ist.

Von Evidenz zur Wirkung: Österreichische Forschung relevant für politische Entscheidungen und die Erreichung gesellschaftlicher Ziele

8,9 Prozent der österreichischen Forschung werden in Policy-Dokumenten (Berichte aus Regierungen, NGOs oder internationalen Organisationen, Think Tanks usw.) zitiert – über EU-Durchschnitt und deutlich über dem globalen Referenzwert. Das zeigt: Unsere Universitäten liefern evidenzbasierte Beiträge für politische Entscheidungen und Rahmenbedingungen. Universitäten tragen damit nicht nur zur Technologieentwicklung, sondern auch zu kritischem Denken, evidenzbasiertem Diskurs und demokratischer Resilienz bei. Eine Stärke, die in geopolitisch unsicheren Zeiten strategisch an Bedeutung gewinnt. Zudem positionieren SDG- und Politik-Signale die Universitäten als umsetzungsorientierte Systempartner für Energiewende, Klimaschutz, industrielle Transformation und resiliente Städte. Alles Bereiche mit hoher technischer Komplexität und langen Investitionshorizonten.

Ein wichtiger Erfolgsfaktor: ein arbeitsteiliges und komplementäres Hochschulsystem

Österreichs Hochschulsystem ist ein Ökosystem der Arbeitsteilung: Volluniversitäten sichern Breite, medizinische Universitäten verbinden hohe Publikationsintensität mit durchgehend starker Zitierwirkung, technische Universitäten und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen sind besonders stark, wo Forschung direkt mit Industrie und Innovation verknüpft ist. Diese Rollenverteilung erklärt, wie Österreich in mehreren Dimensionen gleichzeitig überdurchschnittlich performt.

Fokus, Talente, Stabilität: nachhaltige Rahmenbedingungen sind Grundvoraussetzung

Die Daten sprechen eine klare Sprache: Österreichs Universitäten zeigen wissenschaftliche, wirtschaftliche und gesellschaftliche Wirkung weit über Systemgrenzen hinaus. Damit das so bleibt, benötigen sie stabile Rahmenbedingungen, nachhaltige Talentförderung und eine konsolidierte, offene Forschungs- und Technologiepolitik. Die Industrie investiert bereits stark und trägt einen maßgeblichen Anteil der gesamtstaatlichen F&E-Ausgaben, aber die Investition in Projekte mit den Universitäten geht spürbar zurück. Um Innovationskraft und technologische Souveränität Österreichs zu sichern, müssen sich die Forschungs- und Lehrinstitutionen auf verlässliche öffentliche Budgets stützen, die als starker Hebel für private Investitionen und als Garant für Spitzenforschung und Wettbewerbsfähigkeit dienen.

Der aktuelle Länderreport stellt zudem einen datengestützten Beitrag zur aktuell in Arbeit befindlichen „Hochschulstrategie 2040“ des BMFWF dar, die acht Themenbereiche umfasst und auf einer breiten Beteiligung der Interessengruppen basiert. Der quantitative Schwerpunkt des Berichts liegt vor allem auf den Themenbereichen, zu denen die Bibliometrie einen Beitrag leisten kann (internationale Sichtbarkeit, Exzellenz, Wissenstransfer, politische Umsetzung) und sollte im Zusammenhang mit ergänzenden Erkenntnissen zu Lehr- und Studienbedingungen, Inklusion, Karrierewegen, Governance und Finanzierung gelesen werden.

Österreich ist ein „Hidden Champion“ in Wissenschaft und Technologie mit international sichtbarer, hoher Qualität, starker Vernetzung und direkter Wirkung auf Wirtschaft und Politik. Jeder investierte Euro in unsere Universitäten und das gesamte Hochschulsystem trägt zu Exzellenz, Innovation sowie gesellschaftlichem Fortschritt und Wohlstand bei. Die TU Austria und ihre Partner stehen bereit, die österreichische Forschungs- und Innovationslandschaft weiterhin aktiv mitzugestalten, um Wertschöpfung zu generieren, Resilienz zu fördern und Europas technologische Souveränität zu sichern.

Rückfragen & Kontakt

TU Austria
Mag. Dr. Elke Standeker, Bakk. MBA
Telefon: +43 3842 402 7013
E-Mail: [email protected]
Website: https://www.tuaustria.at

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