- 07.05.2026, 16:54:32
- /
- OTS0172
vida-Eberhart: Hochglanzbroschüren allein machen noch keinen Qualitätstourismus
Jetzt braucht es einen Schulterschluss für bessere Arbeitsbedingungen, um Tourismus-Boom bewältigen zu können
Die aktuelle Sommerpotenzialstudie der Österreich Werbung zeigt eine stabile Nachfrage und große Reiselust für Urlaub in Österreich. Für die Gewerkschaft vida ist klar: Damit aus diesem Potenzial tatsächlich ein nachhaltiger Boom für den heimischen Tourismus wird, braucht es jetzt dringend bessere Arbeitsbedingungen und verbindliche Maßnahmen zur Bindung von Beschäftigten.
Personalmangel oft hausgemacht
„Hochglanzbroschüren und internationale Werbekampagnen nützen wenig, wenn das Personal fehlt, um den versprochenen Qualitätstourismus überhaupt sicherzustellen“, betont Eva Eberhart, Vorsitzende des vida-Fachbereichs Tourismus und KV-Verhandlerin. „Wer Österreich als Qualitätsdestination positionieren will, muss endlich auch die Menschen in den Mittelpunkt stellen, die diesen Tourismus täglich möglich machen.“
Die Branche kämpft seit Jahren mit massiven Personalproblemen. Viele Beschäftigte kehren dem Tourismus den Rücken – nicht wegen mangelnder Leidenschaft, sondern wegen schlechter Arbeitsbedingungen, hoher Belastung und fehlender Perspektiven. „Die Beschäftigten antworten auf ihre Art – indem sie die Branche verlassen“, so Eberhart. „Wenn Arbeits- und Freizeit kaum planbar ist, Überstunden zum Alltag gehören und viele trotz Vollzeit kaum über die Runden kommen, darf sich niemand über den Personalmangel wundern.“
IHS-Studie bestätigt dringenden Handlungsbedarf
Die Gewerkschaft vida verweist in diesem Zusammenhang auf eine Studie des Instituts für Höhere Studien (IHS) zum Fachkräftebedarf in Österreich, die 2023 veröffentlicht wurde. Darin wird ausdrücklich zwischen einem tatsächlichen Fachkräftemangel und Personalmangel aufgrund unattraktiver Arbeitsbedingungen unterschieden. Konkret hält die Studie fest, dass Personalmangel dann entsteht, wenn Unternehmen trotz vorhandener Arbeitskräfte diese nicht an sich binden können, weil ihre Arbeitsbedingungen zu unattraktiv sind. Zudem nennt die Studie niedrige Entlohnung, schlechte Arbeitsbedingungen und ungünstige Arbeitszeiten als zentrale Ursachen für Personalprobleme in Branchen. Auch ein schlechtes Branchenimage verschärft die Rekrutierungsschwierigkeiten.
Verbesserungen im Kollektivvertrag als Schlüssel
„Genau deshalb braucht es jetzt endlich verbindliche Verbesserungen im Kollektivvertrag“, fordert Eberhart. „Bessere Arbeitszeitregelungen, mehr planbare Freizeit und faire Entlohnung wären sofort umsetzbare Maßnahmen, um Beschäftigte in der Branche zu halten.“Tourismusstandort braucht Beschäftigte
Die von der Österreich Werbung präsentierten Potenziale mit Millionen möglicher Gäste seien erfreulich, sagt Eberhart. Ohne ausreichend Fachkräfte drohe jedoch ein Qualitätsverlust. „Der österreichische Tourismus lebt von den Menschen, die frühmorgens Frühstück vorbereiten, Zimmer reinigen, Gäste betreuen oder bis spät in die Nacht arbeiten. Wer langfristig erfolgreich sein will, muss endlich auch in diese Menschen investieren“, so Eberhart abschließend.
Rückfragen & Kontakt
Gewerkschaft vida - Öffentlichkeitsarbeit
Cornelia Groiss
Telefon: +43 664 6145 756
E-Mail: [email protected]
Website: https://www.vida.at
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NGB






