• 07.05.2026, 09:00:38
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Logistikbranche fordert adäquate Förderungen für emissionsfreie Nutzfahrzeuge und Infrastruktur

Förderungen weiterentwickeln, Rahmenbedingungen verbessern, Planungssicherheit schaffen – Logistikstandortstrategie als Chance

Wien (OTS) - 

Der Zentralverband Spedition & Logistik (ZV) fordert eine langfristige und finanziell ausreichend ausgestattete Fortführung der österreichischen Förderschiene ENIN („Emissionsfreie Nutzfahrzeuge und Infrastruktur“). Aus Sicht der Logistikbranche hat ENIN in den vergangenen Jahren wesentlich dazu beigetragen, die Transformation des Nutzfahrzeugsektors in Österreich erfolgreich zu starten.

Es sei entscheidend, bestehende und funktionierende Förderinstrumente nicht zu schwächen, sondern gezielt weiterzuentwickeln.

„ENIN hat gezeigt, dass die Kombination aus Fahrzeugförderung und Infrastrukturförderung funktioniert. Der Aufbau emissionsfreier Nutzfahrzeugflotten gelingt nur dann, wenn Unternehmen gleichzeitig auch die notwendige Lade- und Betankungsinfrastruktur aufbauen können“, betont Alexander Friesz, Präsident des Zentralverbands Spedition & Logistik.

Auch künftig brauche es ausreichend Budgetmittel, um die Dekarbonisierung des Straßengüterverkehrs weiter voranzutreiben. Gerade in Österreich müsse berücksichtigt werden, dass trotz eines vergleichsweise hohen Schienenanteils weiterhin mehr als 70 Prozent aller Güter auf der Straße transportiert werden und damit auch das Potenzial zur Dekarbonisierung im Straßengüterverkehr besonders groß sei.

„Die Transformation auf der Straße ist sehr kostenintensiv. Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten und unter massivem Wettbewerbsdruck können diese Investitionen ohne ausreichende Förderungen kaum gestemmt werden. Deshalb braucht es trotz allgemeinem Sparkurs weiterhin ausreichend Mittel für die Dekarbonisierung des Güterverkehrs“, so Friesz.

Positiv bewertet die Branche, dass in Österreich bereits erste Ladeinfrastrukturprojekte für Busse und Lkw auf ASFINAG-Raststationen geplant werden. Gleichzeitig brauche es weiterhin gezielte Anreize für Unternehmen, eigene Ladeinfrastruktur in ihren Betrieben und Logistikterminals aufzubauen.

„Gerade die Möglichkeit, gemeinsam mit emissionsfreien Fahrzeugen auch die Infrastruktur in den eigenen Standorten fördern zu lassen, ist ein wesentlicher Vorteil der bestehenden ENIN-Systematik und für den Erfolg alternativer Antriebstechnologien entscheidend“, erklärt Friesz weiter.

Als Beispiel dafür, dass auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten investiert und gefördert wird, verweist der Zentralverband auf die jüngst in Deutschland präsentierte Förderrichtlinie für E-Lkw-Ladeinfrastruktur. Die deutsche Bundesregierung stellt im ersten Schritt 200 Millionen Euro für Ladeinfrastruktur, Netzanschlüsse, Batteriespeicher und Lastmanagementsysteme zur Verfügung.

„Das deutsche Beispiel zeigt sehr klar, dass die Transformation des Straßengüterverkehrs nur mit adäquaten Investitionen in Infrastruktur funktionieren wird. Gleichzeitig ist das natürlich auch für Österreich positiv, weil Logistik länderübergreifend funktioniert und Lkw tagtäglich grenzüberschreitend unterwegs sind“, betont Friesz.

Umso wichtiger sei es nun, dass Österreich bei diesem Thema nicht ins Hintertreffen gerät.

„Jetzt darf Österreich keinesfalls abgehängt werden. Förderschienen wie ENIN müssen konsequent weitergeführt und ausgebaut werden“, so Friesz.

Aus Sicht der Branche sollte zudem geprüft werden, Förderungen für batterieelektrische Mobilität und Wasserstoffmobilität im Güterverkehr stärker getrennt zu betrachten.

„Es ist gerade im Schwerverkehr und auf der Langstrecke sinnvoll, technologieoffen zu bleiben und sowohl Elektromobilität als auch Wasserstofflösungen weiterzuentwickeln. Gleichzeitig muss man anerkennen, dass beide Bereiche unterschiedliche infrastrukturelle und wirtschaftliche Voraussetzungen mitbringen und daher auch differenzierte Fördermodelle sinnvoll sein können“, erklärt Friesz.

Der Zentralverband sieht die angekündigte Präsentation der österreichischen Logistikstandortstrategie durch Verkehrsminister Peter Hanke am 12. Juni als Gelegenheit, die unterschiedlichen Maßnahmen und Förderinstrumente im Bereich Dekarbonisierung, Infrastruktur und Wettbewerbsfähigkeit in eine abgestimmte Gesamtstrategie zu überführen.

„Die Logistikstandortstrategie wird nur dann erfolgreich sein, wenn sie konkrete und wirtschaftlich tragfähige Maßnahmen enthält. Dazu gehören ausreichende Fördermittel ebenso wie Planungssicherheit für die Unternehmen“, so Oliver Wagner, Geschäftsführer des Zentralverbands Spedition & Logistik.

Aus Sicht des Zentralverbands sind die inhaltlichen Schwerpunkte klar definiert. Dazu zählen neben der technologieoffenen Dekarbonisierung des Güterverkehrs inklusive raschem Ausbau der Lade- und Tankinfrastruktur insbesondere:

  • planbare und wettbewerbsverträgliche Maut- und Logistikkosten,
  • intelligente Verkehrsorganisation statt starrer Fahrverbote,
  • Stärkung des kombinierten Verkehrs,
  • Sicherung logistischer Infrastruktur und Flächen,
  • konsequenter Abbau bürokratischer Belastungen und Wettbewerbsnachteile.

Als kurzfristig umsetzbare Maßnahme nennt die Branche etwa eine frühzeitige Bekanntgabe der Lkw-Maut für das Folgejahr bereits im September.

„Eine frühzeitige Klarheit bei der Mautgestaltung würde der Branche zumindest ein Stück Planungssicherheit geben – und das wäre eine Maßnahme, die den Staat praktisch nichts kostet. Gerade angesichts internationaler Unsicherheiten und der wirtschaftlich äußerst angespannten Situation wäre das ein wichtiges Signal“, betont Wagner abschließend.

Rückfragen & Kontakt

Zentralverband Spedition & Logistik [email protected]
Charmaine Vokoun
Telefon: +43 (0)1 512 35 38
E-Mail: [email protected]
Website: https://www.spediteure-logistik.at

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