• 07.05.2026, 06:25:32
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Strukturell benachteiligt, systemisch vergessen – Situation der Frauen am Arbeitsmarkt bleibt weiterhin angespannt

Arbeitslosigkeit bei Frauen steigt um 4,9 Prozent – ABZ*AUSTRIA setzt mit Projekt „ABZ*Aufbruch 45+" ein klares Zeichen

Wien (OTS) - 

Ende April 2026 waren knapp 400.000 Menschen beim AMS arbeitslos oder in Schulung gemeldet. Der Anstieg betrifft dabei vor allem Frauen mit plus 4,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Diese Entwicklung ist alarmierend und bestätigt, was ABZ*AUSTRIA seit Jahren beobachtet und benennt. „Was wir hier sehen, ist das Ergebnis struktureller Benachteiligungen, die sich über Jahre aufgebaut haben. Frauen sind in konjunkturell anfälligen Branchen überrepräsentiert, tragen einen Großteil der unbezahlten Care-Arbeit und verfügen häufig über weniger finanzielle Absicherung, wenn sie ihren Job verlieren. Die Politik ist jetzt gefordert, rasch und gezielt zu handeln," erklärt Manuela Vollmann, Geschäftsführerin von ABZ*AUSTRIA.

Frauen ab 45+, Je älter, desto härter

Besonders hart trifft es Frauen ab 45 Jahren: Altersdiskriminierung, die schrittweise Anhebung des Pensionsantrittsalters und ein Arbeitsmarkt, der jahrzehntelange Erfahrung zu wenig honoriert, das ist die Realität vieler Betroffener. „Wer im höheren Alter, insbesondere ab 60, seinen Job verliert, steht vor einer Mauer. Das ist eine gesellschaftliche und wirtschaftliche Verschwendung von Potenzial, die wir uns schlicht nicht leisten können", sagt Vollmann. Genau hier setzt das Projekt „ABZ*Aufbruch 45+" von ABZ*AUSTRIA, das aus den Mitteln des Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz finanziert wird, mit gezielter Beratung, Weiterqualifizierung und konkreter Begleitung zurück in den Arbeitsmarkt an.

ABZ*Aufbruch 45+ – Beratung, die zu den Frauen kommt

Das Projekt unterstützt und begleitet in Wien Frauen ab 45 Jahren schon frühzeitig, bevor Arbeitslosigkeit entsteht und sich verfestigt. Die Zielgruppe umfasst Frauen in geringfügiger oder sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung, Frauen, die im Familienbetrieb ohne soziale Absicherung tätig sind, sowie Frauen, die seit weniger als sechs Monaten beim AMS arbeitslos gemeldet sind. Beratung gibt es persönlich, telefonisch, per Video oder im innovativen Format „Beratung im Gehen". Ergänzend bieten Workshops zu Finanzen, Gesundheit und digitalen Kompetenzen sowie Community-Treffpunkte konkrete Unterstützung und stärken den Zusammenhalt unter den Teilnehmerinnen.

Was jetzt gebraucht wird

Manuela Vollmann appelliert seit Jahren an Politik und Wirtschaft, ältere Frauen am Arbeitsmarkt nicht zurückzulassen. Die von der Bundesregierung geschnürte „Aktion 55+" mit 50 Millionen Euro für 2026 ist für sie ein richtiger, aber nicht ausreichender Schritt: „Wir brauchen zusätzlich ein innovatives Pilotprojekt in Zusammenarbeit mit Unternehmen, professionell begleitet und evaluiert. Ziel ist es, Frauen über 45 frühzeitig Perspektiven zu eröffnen, bevor Arbeitslosigkeit überhaupt entsteht." Darüber hinaus fordert Vollmann flexible Arbeitszeitmodelle, steuerliche Anreize für Unternehmen die ältere Frauen einstellen, sowie den gezielten Ausbau von Qualifizierungsprogrammen, denn einzelne Projekte allein können strukturelle Versäumnisse nicht wettmachen.

Mehr zu dem Projekt ABZ*Aufbruch 45+: https://www.abzaustria.at/de/projekte-abz-austria/abz-aufbruch-45

Rückfragen & Kontakt

ABZ*AUSTRIA
Sophie Reiter
Telefon: +43 6645100352
E-Mail: [email protected]
Website: https://www.abzaustria.at/de

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