- 05.05.2026, 15:34:32
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WKÖ-Streitner zur EUDR: Mehr Klarheit, aber Bürokratieproblem bleibt ungelöst
EU-Informationspaket wichtiger Schritt – praktikable Umsetzung weiter offen
„Die zusätzlichen Leitlinien und Klarstellungen sind ein Schritt in die richtige Richtung. Gleichzeitig zeigt sich aber deutlich, dass die EUDR in der aktuellen Form trotz Vereinfachungen mit einem sehr hohen bürokratischen Aufwand verbunden ist“, betont Jürgen Streitner, Leiter der Abteilung für Umwelt- und Energiepolitik in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ). Die Europäische Kommission hat nun ein Informationspaket zur Umsetzung der EU-Entwaldungsverordnung (EUDR) vorgelegt. Dieses bringt mehr Klarheit bei den Vorbereitungen auf den Anwendungsbeginn, lässt jedoch zentrale Fragen zur praktischen Umsetzung offen. Die WKÖ sieht daher weiterhin erheblichen Verbesserungsbedarf.
Das Paket umfasst unter anderem aktualisierte Leitlinien und FAQs, einen Bericht zur Vereinfachung sowie Anpassungen am EUDR-Informationssystem. Positiv bewertet die WKÖ, dass zentrale Fragen aus der Praxis – etwa zu Pflichten entlang der Lieferkette oder zur Rolle von Unternehmen bei Import und Export – aufgegriffen werden und zusätzliche Praxisbeispiele zur Verfügung stehen.
Kritisch bleibt jedoch insbesondere der administrative Aufwand für die Unternehmen. „Die EUDR kann nur dann wirksam sein, wenn Umweltziele mit einer praktikablen und rechtssicheren Umsetzung verbunden werden. Der derzeitige bürokratische Aufwand – etwa durch zusätzliche Registrierungspflichten – steht vielfach in keinem Verhältnis zum Mehrwert“, so Streitner.
Auch die Entscheidung, die Verordnung selbst nicht mehr zu öffnen, sieht die WKÖ kritisch. „Damit bleiben wesentliche strukturelle Herausforderungen bestehen. Umso wichtiger ist es jetzt, dass die Umsetzung so einfach und praxisnah wie möglich gestaltet wird“, betont Streitner.
Das Informationspaket stand im Mittelpunkt eines WKÖ-Roundtables am 5. Mai in Brüssel, bei dem offene Fragen und praktische Herausforderungen mit Vertreterinnen und Vertretern betroffener Branchen sowie der Europäischen Kommission diskutiert wurden. „Die Rückmeldungen aus der Praxis zeigen klar, dass es noch erheblichen Klärungsbedarf gibt. Entscheidend sind funktionierende IT-Systeme, klare Regeln und ausreichend Vorlaufzeit für die Betriebe“, so Streitner abschließend. (PWK213/NIS)
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