• 05.05.2026, 14:48:02
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  • OTS0144

Energieeffizienz von Gebäuden der BIG Thema im Rechnungshofausschuss

Entsprechender RH-Bericht einstimmig zur Kenntnis genommen

Wien (PK) - 

Der Rechnungshof (RH) überprüfte von Februar bis Juni 2024 die Energieeffizienz von Gebäuden der Bundesimmobiliengesellschaft m.b.H. (BIG) mit dem Schwerpunkt Sanierung (III-228 d.B.). Der Bericht stand heute im Rechnungshofausschuss zur Debatte und wurde einstimmig zur Kenntnis genommen. Zur BIG gehören auch die Tochterunternehmen ARE Austrian Real Estate GmbH und BIG Beteiligungs GmbH. Diese drei Gesellschaften bilden mit ihren Beteiligungen den BIG-Konzern. Der vom Rechnungshof überprüfte Zeitraum umfasste die Jahre 2020 bis 2023.

Das Immobilienportfolio des BIG-Konzerns umfasste Ende 2023 2.031 Liegenschaften mit 7,7 Mio. m2 vermietbarer Fläche, so der Bericht. Der Energieverbrauch habe im Jahr 2022 einem Anteil von rund 0,5 % der in Österreich für Raumklima, Warmwasser, Beleuchtung und EDV aufgewendeten Energie entsprochen. Der Gebäudebestand des BIG-Konzerns biete aufgrund seiner Größe somit umfassende Möglichkeiten für Energieeffizienzmaßnahmen im Gebäudebetrieb.

Die Einsparverpflichtung gemäß Energieeffizienzgesetz bis 2020 sei vor allem durch Energieeinspar-Contracting und durch Sanierungsmaßnahmen erreicht worden, so Rechnungshofpräsidentin Margit Kraker im Ausschuss. Für die höhere Verpflichtung von 2021 bis 2030 von 258 GWh seien für die Jahre 2021 und 2022 bereits 129 GWh an Einsparungen von der BIG gemeldet worden. Zu bedenken gab Kraker, dass der tatsächliche Energieverbrauch deutlich vom Energiebedarf laut Energieausweis abweiche. Zudem hätten in der Energieausweis-Datenbank der BIG bei 16 % der Objekte wesentliche Gebäude-Kennwerte gefehlt. Die Auswertung unterschiedlicher Datenbanken habe unter anderem unterschiedliche Flächen ergeben.

Kraker: Energieeinsparverpflichtungen betreffen nur ein Drittel der BIG-Gebäude

Die Rechnungshofpräsidentin wies außerdem darauf hin, dass nur ein Drittel der Gebäudefläche der BIG von den Einsparverpflichtungen umfasst sei. Sie regte an, dass man sich die entsprechenden Ausnahmen im Energieeffizienzgesetz für Universitäten bzw. für Gebäude der ARE nochmals ansehen könnte. Die Energiekennzahlen der BIG bei Heizung und Strom hätten sich zwar verbessert, die Verbesserung sei aber rückläufig. Erfreulich sei, dass die Energiekennzahlen für Heizung der vom Bund genutzten Gebäude deutlich bessere Zahlen aufweisen, so Kraker. Das Ziel, bis 2023 eine Photovoltaik-Leistung von 14.000 kWp zu installieren, habe die BIG nur zu 81 % erreicht. Die Werte bei den Energie-Effizienzklassen von Gebäuden der BIG haben sich Kraker zufolge etwas verschlechtert.

Zu den Empfehlungen des Rechnungshofs zähle, eine vollständige Erfassung der Gebäude-Kennwerte in den Datenbanken der BIG sicherzustellen, um diese Daten unter anderem für die Planung und Priorisierung von Sanierungsmaßnahmen verwenden zu können, wie die Rechnungshofpräsidentin erörterte. Im Maßnahmenplan der BIG bis 2030 wären vermehrt thermische Sanierungen aufzunehmen, um den Energieverbrauch des Gebäude-Portfolios des BIG-Konzerns langfristig und nachhaltig zu senken, so Kraker. Weiters wären dem Bericht zufolge die Sanierung zu Niedrigstenergie- bzw. Nullemissionsgebäuden auch im Hinblick auf das Ziel der EU-Gebäuderichtlinie zu forcieren, bis 2050 sämtliche Gebäude auf den Nullemissionsstandard umzurüsten.

Kraker hob aus den Empfehlungen außerdem hervor, dass jene Projekte zu identifizieren und zu priorisieren wären, die das größte Potenzial zur Steigerung der Energieeffizienz aufweisen. Außerdem sei darauf hinzuwirken, für die Projektpriorisierung die tatsächlichen Energieverbrauchsdaten nutzen zu können.

Zehetner: Energieagentur arbeitet an Lösung für Datenarchitektur des Bundes

Insgesamt falle der Bericht hinsichtlich des Energieeinsparens seitens der BIG sehr positiv aus, sagte Staatssekretärin Elisabeth Zehetner. Bei den Daten habe der RH einen Schwachpunkt aufgezeigt, der jedoch nicht nur die Daten der BIG selbst, sondern generell jene des öffentlichen Sektors betreffe. Zehetner erachtet es als strukturelles Problem, dass es unterschiedliche Datenbanken mit unterschiedlichen Schwerpunkten gebe und diese auch nicht miteinander verknüpft seien. Das müsse sich ändern, daher sei derzeit die Österreichische Energieagentur damit befasst, sich diese Bundesdatenarchitektur genauer anzuschauen und Lösungsempfehlungen auszuarbeiten. Zu Fragen etwa von Silvia Kumpan-Takacs (SPÖ) und Nina Tomaselli (Grüne) wies Zehetner außerdem auf eine Vereinheitlichung durch die Energieausweisdatenbank als Basis hin. Was denkmalgeschützte Gebäude betrifft, seien diese eine Herausforderung und derzeit von den Verpflichtungen ausgenommen, so Zehetner. Man werde aber auch hier in Zukunft einen Schritt weiterkommen, meinte sie auf Fragen von Dominik Oberhofer (NEOS).

Beck: Vorgangsweise zur Energieeinsparung auch bei Gebäuden ohne gesetzliche Einsparverpflichtung

Auch wenn die Gebäude der ARE nicht von der gesetzlichen Energieeinsparverpflichtung umfasst seien, würden diese dennoch mit der gleichen Vorgangsweise wie jene mit gesetzlichen Verpflichtungen bearbeitet, hielt der Geschäftsführer der BIG, Gerald Beck, etwa auf Fragen von Nina Tomaselli (Grüne) fest. Beck sieht ebenso wie Zehetner im Bericht viele positive Aspekte. Die Empfehlungen nehme man aber sehr ernst. Der Wert bei Photovoltaik sei zwar nicht ganz erreicht worden, die Aufträge seien zu dem Zeitpunkt aber bereits erteilt gewesen. Der Plan bis 2030 soll jedenfalls erreicht werden, so Beck. Man wolle insgesamt mit dem Ausbau von Alternativenergie einen möglichst hohen Autarkiegrad erreichen.

Die erste Quote bis 2020 habe man übererfüllt, führte der BIG-Geschäftsführer weiter aus. Vermehrtes Augenmerkt werde man hinsichtlich der Einsparquote auf thermische Sanierung legen. So sei im gesamten Konzern ein Priorisierungsframework nach Kriterien wie etwa Sanierungsdringlichkeit oder größter CO2-Einspar-Effekt erstellt worden, um zu reihen, welches Gebäude zuerst saniert werde. Man verwende eine eigene Software, um dort zu investieren, wo es sich schneller rechne, führte Beck auf Fragen von Paul Hammerl (FPÖ) aus. Die Bautätigkeit werde sich in Zukunft etwa am sinnvollen Einsatz von Materialen in Kombination mit biogenen Baustoffen orientieren.

Die Datenlage bereite ihm aber ebenso "Kopfschmerzen", so Beck. Beim hohen Stand an historischen Gebäuden habe man viele Parameter nicht vorliegen. Dazu komme eine gewisse Ungenauigkeit der Energieausweise. Beck berichtete aber von einem Forschungsprojekt, bei dem man mittels KI Pläne und Verbrauchsdaten eingespielt und so den Energieverbrauch des Gebäudes reduziert habe. In diesem Bereich könne er sich vorstellen, eine Vorreiterrolle einzunehmen, sagte er in die Richtung von Michael Fürtbauer (FPÖ).

Die regionale Wertschöpfung, die etwa Franz Hörl (ÖVP) thematisierte, sei dem Konzern sehr wichtig, so Beck. Man erziele diese durch die Einzelgewerke-Ausschreibung und arbeite mit 2.000 österreichischen Unternehmen zusammen - die Quote an österreichischen Unternehmen liege bei 99 %.

Auch den Rechnungshofbericht über ausgewählte Tourismusförderungen des Bundes (III-8 d.B.) nahmen die Abgeordneten im Ausschuss einstimmig zur Kenntnis. Zur Fristwahrung vertagt wurden Rechnungshofberichte betreffend Altlastensanierung (III-313 d.B.), zum Thema Wald im Klimawandel (III-314 d.B.), betreffend die Transporthubschrauber Black Hawk (III-320 d.B.) sowie betreffend den Elektronischen Identitätsnachweis (EID) (III-321 d.B.). (Schluss Rechnungshofausschuss) mbu


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