- 05.05.2026, 13:57:02
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Monat der freien Bildung 2026: ÖH für Ende von Studiengebühren und Zugangsbeschränkungen
Im Mai beginnt für die Österreichische Hochschüler_innenschaft der Monat der freien Bildung. Die Aktion jährt sich heuer zum zehnten Mal.
Seit 2016 nimmt die ÖH den Monat Mai als Anlass um auf die vielen Hürden im österreichischen Hochschulsystem aufmerksam zu machen: Zugangsbeschränkungen und Studienbeiträge sind soziale Filter, die vor allem Menschen aus nicht-Akademiker_innenfamilien benachteiligen. Die Österreichische Hochschüler_innenschaft spricht sich klar für einen sozial gerechten Hochschulzugang aus: „Wir fordern ein Ende von Studiengebühren und Zugangsbeschränkungen an den Hochschulen. Bildung ist keine Ware und die Hochschule keine geschlossene Gesellschaft“, sagt es Selina Wienerroither (ÖH-Vorsitz) in aller Deutlichkeit.
Aktion vor der Uni Wien
Das Vorsitzteam der Österreichischen Hochschüler_innenschaft war heute vor der Universität Wien unterwegs, um mit Mitstudierenden über persönliche Erfahrungen und Probleme mit selektiven Hürden wie Aufnahme- oder Knockoutprüfungen zu sprechen. Studierende wurden gebeten sich auf vier Skalen zu verordnen bzw. ihre Einschätzung zu geben.
„Im Gespräch mit den Studierenden zeigt sich ganz klar, dass wir noch einen weiten Weg vor uns haben; der Hochschulzugang bleibt derzeit noch zu vielen Menschen verwehrt.“ – Viktoria Kudrna aus dem ÖH-Vorsitz.
Fotos der Aktion finden Sie hier.
Veranstaltungen und Aktionen an vielen Hochschulen in Österreich.
Im Rahmen des Monats der freien Bildung planen verschiedene Hochschulvertretungen Veranstaltungen, Vorträge und Aktionen. Die Liste mit allen Veranstaltungen findet sich hier https://www.oeh.ac.at/mdfb26-events/
Kernforderungen der Österreichischen Hochschüler_innenschaft
Bildung ist keine Ware - Abschaffung aller Studiengebühren
Bildung ist ein Grundrecht und darf nicht von der Geldbörse abhängen. Die Studierendensozialerhebung 2025 zeigt deutlich, dass die finanzielle Belastung für Studierende weiter gestiegen ist: Die durchschnittlichen monatlichen Ausgaben liegen inzwischen bei rund 1.300 Ꞓ, während 7 von 10 Studierenden neben dem Studium arbeiten müssen. „Studiengebühren verschärfen diesen Druck zusätzlich und treffen besonders jene, die ohnehin benachteiligt sind. Sie führen zu längeren Studiendauern, höherem Abbruchrisiko und sozialer Selektion.“, kommentiert Umut Ovat aus dem Vorsitzteam der ÖH.
Die ÖH fordert daher die vollständige Abschaffung aller Studiengebühren – für alle Studierenden, unabhängig von Herkunft oder Studienfortschritt. Bildung darf kein Luxusgut sein, sondern muss allen offenstehen.
Uni für alle statt Elite für wenige - Freier und gerechter Hochschulzugang
Der Zugang zu Hochschulbildung ist in Österreich nach wie vor stark von sozialer Herkunft geprägt. Laut Studierendensozialerhebung 2025 haben Kinder aus nicht-akademischen Haushalten weiterhin deutlich geringere Chancen, ein Studium aufzunehmen und erfolgreich abzuschließen. Aufnahmeverfahren, Zugangsbeschränkungen und intransparente Auswahlmechanismen verstärken diese Ungleichheiten zusätzlich.
„Als ÖH fordern wir daher einen freien Hochschulzugang ohne diskriminierende Hürden. Studienplätze müssen ausgebaut statt beschränkt werden. Eine gerechte Hochschule bedeutet für uns ganz klar: Zugang und Erfolg dürfen nicht vom sozialen Hintergrund abhängen,“ sagt Selina Wienerroither aus dem ÖH-Vorsitz dazu.
Öffentliche Bildung statt Profitlogik - Öffentliche Finanzierung statt Privatisierung
Die Unterfinanzierung der Universitäten führt zu überfüllten Hörsälen, prekären Arbeitsverhältnissen für Lehrende und sinkender Betreuungsqualität. Gleichzeitig steigt der Druck zur Drittmittelfinanzierung und damit die Abhängigkeit von wirtschaftlichen Interessen.
Viktoria Kudrna aus dem ÖH-Vorsitz sieht darin auch für die Studierenden eine Problematik: „Viele Studierende leiden unter schlechten Studienbedingungen, etwa durch mangelnde Planbarkeit, eingeschränkte Lehrangebote und fehlende Infrastruktur.“ Die ÖH fordert eine nachhaltige und ausreichende öffentliche Finanzierung der Hochschulen. Bildung und Forschung müssen sich am gesellschaftlichen Bedarf orientieren – nicht an kurzfristigen Profitinteressen. Nur so können gute Lehre, kritische Wissenschaft und faire Arbeitsbedingungen langfristig gesichert werden.
Akademische Freiheit schützen
Freie Lehre und Forschung sind Grundpfeiler einer demokratischen Gesellschaft. Doch zunehmender politischer Druck, ökonomische Abhängigkeiten und befristete Beschäftigungsverhältnisse gefährden diese Freiheit. Auch Studierende erleben Einschränkungen, etwa durch verschulte Studienstrukturen oder mangelnde Mitbestimmung.
Die ÖH fordert den konsequenten Schutz und Ausbau der akademischen Freiheit für Lehrende und Studierende. Dazu gehören sichere Arbeitsverhältnisse im Wissenschaftsbetrieb, die Stärkung demokratischer Mitbestimmung an Hochschulen sowie die Sicherstellung unabhängiger Forschung.
Zitat: „Universitäten müssen Orte des kritischen Denkens bleiben - frei von politischer und wirtschaftlicher Einflussnahme.“ – Umut Ovat, ÖH-Vorsitzteam
Alle Veranstaltungen
Die Liste der Veranstaltungen und Aktionen im Rahmen des Monats der freien Bildung wird laufend aktualisiert.
Rückfragen & Kontakt
Pepe Loibner
Pressesprecher
Telefon: +43 676 88852217
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