• 04.05.2026, 12:36:32
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EU-Entwaldungsverordnung: Greenpeace kritisiert Ausnahme für Leder

EU-Kommission gibt grünes Licht – Greenpeace fordert Ende der Blockade durch Umweltminister Totschnig

Wien/Brüssel (OTS) - 

Die EU-Kommission hat heute für das EU-Waldschutzgesetz (EUDR) grünes Licht gegeben. Greenpeace begrüßt diesen längst überfälligen Schritt, kritisiert jedoch, dass Leder – eines der Produkte, das die weltweite Waldzerstörung massiv vorantreibt – ausgenommen werden soll. Das Gesetz soll ab 30. Dezember 2026 in Kraft treten. Seit Monaten torpediert jedoch ÖVP-Umweltminister Norbert Totschnig mit seiner Partei das EU-Waldschutzgesetz. Beispielsweise fordert er eine „Null-Risiko-Kategorie“, die EU-Länder wie Österreich von Kontrollen ausnehmen soll. Das schafft jedoch Schlupflöcher und öffnet die Tür für illegale und nicht nachhaltige Holzimporte, kritisiert die Umweltschutzorganisation. Greenpeace fordert von Totschnig seine Verantwortung als Umweltminister ernst zu nehmen und den Boykott endlich zu beenden.

Ursula Bittner, Wirtschaftsexpertin bei Greenpeace in Österreich: „Dieses Gesetz ist richtungsweisend für den Schutz unserer Wälder – es ist ein wichtiges Signal, dass die EU-Kommission hier endlich grünes Licht gibt. Durch die Ausnahme von Leder wird dieser Erfolg massiv geschmälert. Unverständlich ist außerdem, dass Minister Totschnig federführend den Schutz unserer Wälder torpediert. Anstatt sich für unsere Wälder einzusetzen, entpuppt sich der Umweltminister als Handlanger von Industrieinteressen.”

Obwohl das EU-Waldschutzgesetz ein Meilenstein ist, hat das Gesetz auch etliche Lücken. Etwa hat jetzt die EU-Kommission Lederprodukte ausgenommen. Durch die Leder-Ausnahme wird das Gesetz bereits vor dem Start massiv entwertet, denn die Fakten sprechen eine klare Sprache: Die Rinderzucht ist die treibende Kraft hinter der Vernichtung wertvoller Ökosysteme, insbesondere im brasilianischen Amazonasgebiet. Innerhalb von rund 20 Jahren – zwischen 2001 und 2022 – wurde für neue Weiden weltweit eine Waldfläche so groß wie ganz Spanien gerodet. Dass die EU nun ausgerechnet Leder ausnehmen will, ist ein Freibrief für die weitere Zerstörung der Wälder. “Minister Totschnig muss jetzt seine Blockadehaltung aufgeben. Statt die Umsetzung wie bislang zu boykottieren, ist es seine Pflicht, für eine fristgerechte Einführung zu sorgen und die Betroffenen aktiv bei der Einhaltung des Gesetzes zu unterstützen. Zudem muss er sich dafür einsetzen, dass Leder nicht ausgenommen wird”, so Bittner.

Rückfragen & Kontakt

Ursula Bittner
Wirtschaftsexpertin
Greenpeace Österreich
Tel.: + 43 (0) 664 96 06 429
E-Mail: [email protected]

Réka Tercza
Pressesprecherin
Greenpeace Österreich
Tel.: + 43 (0) 664 857 45 98
E-Mail: [email protected]

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