- 04.05.2026, 09:34:02
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ÖGB zum Tag der Inklusion: Arbeit ist der Schlüssel zur gesellschaftlichen Teilhabe
Menschen mit Behinderung in Österreich nach wie vor häufiger arbeitslos, verdienen weniger und leben häufiger in Armut
Anlässlich des Tags der Inklusion am 5. Mai fordert der ÖGB die längst überfällige Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention, insbesondere des Artikels 27: Dieser garantiert Menschen mit Behinderung das Recht auf Arbeit – in einem offenen, inklusiven und fairen Arbeitsmarkt.
Aktuelle Daten zeigen klar: Menschen mit Behinderung sind häufiger arbeitslos, verdienen weniger und sind stärker von Armut betroffen.
„Wir sind noch meilenweit von echter Inklusion entfernt“, sagt Patrick Berger, Leiter des Chancen Nutzen Büros im ÖGB. „Österreich hat die UN-Konvention vor Jahren unterzeichnet, aber Behinderung ist noch immer ein Armutsrisiko. Das muss sich ändern“, so der Gewerkschafter.
Beschäftigung schafft Inklusion
Arbeit ist zentral für gesellschaftliche Teilhabe: Sie sichert Einkommen, stärkt die Selbstbestimmung, ermöglicht soziale Kontakte und bietet Absicherung im Alter. Deshalb setzt sich das Chancen Nutzen Büro gezielt für bessere Chancen von Menschen mit Behinderung am Arbeitsmarkt ein – mit Beratung und Weiterbildungen für Betroffene, Betriebsratsmitgliedern und Unternehmen.
Das Chancen Nutzen Büro fordert:
- Keine Kürzungen beim Ausgleichtaxfonds
Diese Mittel finanzieren wichtige Programme zur beruflichen Inklusion. Einsparungen würden Fortschritte gefährden.
- Faire Entlohnung in Werkstätten
Derzeit erhalten viele Menschen mit Behinderung nur ein Taschengeld statt eines Lohns oder Gehalts. „Das ist diskriminierend und nicht akzeptabel“, so Berger: „Jeder Mensch hat Anspruch auf faire Bezahlung und ein würdevolles Leben.“
- Ausgleichstaxe für Betriebe deutlich erhöhen
Über 76 Prozent der beschäftigungspflichtigen Unternehmen erfüllen die Pflichtquote nicht. Der Grund: Die Ausgleichstaxe ist zu niedrig. Sie beträgt etwa ein Achtel bis ein Zehntel der tatsächlichen Kosten für die Beschäftigung einer begünstigt behinderten Person und ist daher kein echter Anreiz für Unternehmen. „Wenn Unternehmen lieber zahlen als Menschen mit Behinderung einzustellen, läuft etwas falsch. Die Ausgleichstaxe muss auf ein betriebswirtschaftlich wirksames Niveau angehoben werden“, verlangt Berger.
Unterstützung für Betriebe
Das Chancen Nutzen Büro bietet gezielte Beratung für Unternehmen, um Unsicherheiten abzubauen und inklusive Arbeitsplätze zu schaffen. „Viele Betriebe wollen inklusiver werden, wissen aber nicht wie. Genau hier setzen wir an und unterstützen praxisnah“, so Berger: „Wir laden alle Unternehmen ein, sich bei uns zu melden.“
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