- 03.05.2026, 08:15:03
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Kathrin E. sollte 8.000 Euro für unnötigen und abgelehnten Hubschraubertransport zahlen
Rotes Kreuz betreibt Hubschrauber UND Rettungsleitstelle - Volksanwalt Achitz kritisiert Doppelfunktion
Ende Jänner war Kathrin E. im Skigebiet Dachstein-West auf der Piste unterwegs. Ein unbekannter Mann fuhr sie um, sie brach sich das Schlüsselbein. Der Mann beging Fahrerflucht und wurde bis heute nicht gefunden. Schon bei der Erstversorgung dachte sich die Niederösterreicherin: Ein Hubschraubereinsatz ohne private Versicherung, das könnte teuer werden – und sie wurde mit einem Schneemobil und der Seilbahn ins Tal gebracht. Einer Ärztin untersuchte sie und stellte fest, dass sie problemlos transportfähig war. Dann sollte sie mit einem Rettungsauto ins Spital gebracht werden, doch es kam keines. Ein Mitarbeiter des Roten Kreuzes meinte, wegen Personalmangels und „zeitlicher Engpässe“ sei der Transport per Auto nicht möglich, daher komme nun doch ein Hubschrauber. Kathrin E. protestierte, doch der Rotkreuzmann meinte, bei Abholung von der Talstation würden keine Kosten für den Hubschrauber anfallen.
Das sahen seine Kolleg*innen offenbar anders: Einige Zeit später schickte ihr das Österreichische Rote Kreuz Salzburg eine Rechnung über 8.027,77 Euro. Volksanwalt Bernhard Achitz: „Das ist überhaupt nicht einzusehen. Der Flug war medizinisch gesehen unnötig, da waren sich alle einig. Kathrin E. hat ihn mehrfach abgelehnt und war erst bereit, in den Hubschrauber zu steigen, als ihr zugesichert wurde, dass sie nichts zahlen muss.“
Rotes Kreuz entscheidet über Hubschraubereinsätze, für die es dann kassiert
Erst nachdem sich die Volksanwaltschaft, die Arbeiterkammer Niederösterreich und die ORF-„Bürgeranwalt“-Redaktion eingeschaltet hatten, lenkte das Rote Kreuz ein. Achitz kritisiert aber grundsätzlich die „problematische Doppelfunktion des Roten Kreuzes in Salzburg: Es ist nicht nur für die Durchführung der Hubschrauberrettung zuständig. Das Land hat das Rote Kreuz auch zur ‚Leitstelle‘ zur Koordinierung der Rettungs- und Krankentransporte gemacht. Das könnte man vermuten, dass das Rote Kreuz als Leitstelle gerne den Rotes-Kreuz-Hubschrauber schickt, um für Auslastung und Umsatz zu sorgen.“
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