• 30.04.2026, 12:28:32
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ÖH zu Budget/ALV-Beitrag: “Massive Zusatzbelastung für arbeitende Studierende”

Arbeitende Studierende werden mit jährlichen Zusatzkosten von mehreren Hundert Euro bestraft. Mit dem Studium hat diese Gruppe aber bereits jetzt eine 50-Stunden-Woche.

Wien (OTS) - 

Neben Frauen sind auch Studierende besonders betroffen von der am Montag verkündeten Erhöhung der Arbeitslosenversicherungsbeiträge (ALV) für Geringverdienende und Teilzeitbeschäftigte. Während man derzeit noch von Beitragszahlungen gänzlich oder teilweise befreit ist, wenn man weniger als 2.630 Ꞓ im Monat verdient, sollen künftig alle einen einheitlichen Satz von 2,95 % entrichten.

Jede_r dritte Studierende zahlt künftig drauf

Diese Maßnahme trifft damit wohl auch rund ein Drittel aller Studierenden (rund 135.000) bzw. die Hälfte aller arbeitenden Studierenden.* Für diese Gruppe bedeutet die Maßnahme jetzt jährliche Zusatzkosten von mehreren Hundert Euro. Ein Beispiel: Im Median verdienen arbeitende Studierende rund 1.060 Ꞓ brutto (900 Ꞓ Netto) pro Monat. In Zukunft muss eine Person, die so viel verdient, jährlich vom Gehalt wohl bis zu 440 Ꞓ mehr abgeben.

“Wer neben dem Studium arbeitet, tut das nicht aus Lust und Laune, sondern weil das Studium ohne Job einfach nicht leistbar ist. Dass arbeitende Studierende jetzt zur Senkung der Lohnnebenkosten beitragen sollen, während große Vermögen und Erbschaften unangetastet bleiben, können wir nicht hinnehmen”, kritisiert Selina Wienerroither aus dem ÖH-Vorsitz.

“Mehr Vollzeit”-Argumentation geht ins Leere

Mit der Abwertung von Teilzeitbeschäftigungen will die Regierung mehr Menschen in die Vollzeit drängen. Was dabei vergessen wird: Arbeitende Studierende investieren schon jetzt rund 50 Stunden pro Woche in ihr Studium und die Erwerbsarbeit. Diese Maßnahme führt nicht dazu, dass mehr Studierende in eine Vollzeittätigkeit wechseln - viel eher wird der Weg zum Studienabschluss weiter verzögert.

“Indem arbeitenden Studierenden zusätzliche Kosten aufgedrückt werden, zeigt die Regierung, dass sie ihre Verantwortung gegenüber Studierenden verfehlt hat und für eine gerechte Finanzierung zu sorgen - stattdessen belastet sie eine Gruppe, die jetzt schon am Limit ist. In Folge werden sich noch weniger Menschen ein Studium leisten können”, so Viktoria Kudrna aus dem ÖH-Vorsitz.

Entlastung gefordert

Die Regierung muss bis zur Budgetrede am 10. Juni für Entlastung für arbeitende Studierende sorgen. Die Anhebung der ALV-Beiträge lehnt die ÖH ab: Statt Superreiche und Großkonzerne in die Pflicht zu nehmen, spare die Regierung bei den Falschen. Außerdem müssten die Studiengebühren für alle und insbesondere für arbeitende Studierende abgeschafft werden, um für weitere Entlastung zu sorgen. Mehr zu den Forderungen der ÖH für die Budgetverhandlungen hier.

“Der Sparstift wird wieder einmal bei der arbeitenden Bevölkerung angesetzt, statt endlich den Überreichtum in Österreich zu besteuern. Arbeitende Studierende dürfen nicht zusätzlich belastet werden - das ist eine Frage der Gerechtigkeit”, schließt Umut Ovat aus dem ÖH Vorsitz ab.


* Berechnung: 71% aller Studierenden gehen einer Erwerbstätigkeit nach. Von dieser Gruppe liegen laut Studierendensozialerhebung 2025 etwa 50% mit ihrem Lohn zwischen der Geringfügigkeitsgrenze (551,10 Ꞓ) und 2630 Ꞓ brutto (die Summe, ab der man derzeit den vollständigen ALV-Beitrag entrichten muss). Auf alle Studierenden gerechnet ergibt das einen Anteil von rund 34% (rund 135.000 Studierende), der jetzt von der Anhebung der Beiträge auf ein universelles Niveau betroffen ist.

** Studierendensozialerhebung 2025. Zur Berechnung wird das Median-Erwerbseinkommen verwendet, um Verzerrungen zu vermeiden.

Rückfragen & Kontakt

Felix Gosch
Referent für Öffentlichkeitsarbeit
ÖH - Österreichische Hochschüler_innenschaft

Telefon: +43 676 88852211
E-Mail: [email protected]
Website: https://www.oeh.ac.at

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