- 30.04.2026, 11:57:32
- /
- OTS0120
FPÖ – Belakowitsch/Pfeifer: „Leistung und Handwerk müssen sich wieder lohnen!“
FPÖ fordert massive Aufwertung für heimische Fachkräfte, 15.000 Euro steuerfreien Zuverdienst für alle Arbeitnehmer und Entfesselung der Lehre durch flexible Modelle
Am Tag vor dem 1. Mai, dem „Tag der Arbeit“, übten heute FPÖ-Klubobmannstellvertreterin und Sozialsprecherin NAbg. Dagmar Belakowitsch und FPÖ-Lehrlingssprecher NAbg. Manuel Pfeifer im Rahmen einer Pressekonferenz scharfe Kritik am Umgang der Verlierer-Regierung mit den heimischen Leistungsträgern und plädierten für eine Aufwertung der Lehrberufe. Während sich SPÖ und ÖVP am morgigen Feiertag selbst abfeiern würden, verhöhnten sie in Wahrheit die arbeitende Bevölkerung, so Belakowitsch. „Wir werden hier einen ganz anderen Weg gehen: Für uns ist der 1. Mai der Tag, an dem wir die Menschen, die arbeitende Bevölkerung in den Mittelpunkt stellen“, erklärte die FPÖ-Sozialsprecherin. Heuer wolle man besonders jene Leistungsträger würdigen, die mit ihre Hände Arbeit Großartiges für die Gemeinschaft schaffen: „Ich meine damit in erster Linie die fleißigen Handwerker. Und auch andere Personengruppen, Dienstleister, die nach einer Absolvierung einer Lehre einen Beruf erlernt haben, den sie auch noch immer ausüben.“
Die falsche Politik der letzten Jahrzehnte habe zu einer gesellschaftlichen Abwertung von Lehrberufen geführt. „Wir haben ein gesellschaftspolitisches Klima, in dem jungen Menschen eingeredet wird, dass wenn sie nicht ein Studium absolvieren, sie nicht einen Titel vor oder hinter ihrem Namen tragen, sie ohne akademischen Titel eigentlich nur noch ein halber Mensch seien“, kritisierte Belakowitsch. Dieses Klima werde durch Politiker befeuert, die sich mit zweifelhaften Titeln schmückten, anstatt stolz auf eine praktische Ausbildung zu sein. Besonders verwerflich sei die Tonalität von Regierungsmitgliedern, die von „sogenannten bildungsfernen Schichten“ sprechen. „Das ist ja eine Deklassierung von Personen, die nach einem Pflichtschulabschluss einen Beruf erlernt haben. Wer Facharbeiter und Handwerker zur bildungsfernen Schicht zählt, der beweist nur seine eigene Realitätsferne“, so Belakowitsch. Die Folgen dieser Entwicklung seien dramatisch: Die Zahl der Lehrlinge habe sich seit 1980 beinahe halbiert, während die Wartezeiten auf Handwerker immer länger würden. Verschlechterungen wie die Streichung der abschlagsfreien „Hacklerregelung“ und der Kaufkraftverlust bei mittleren und niedrigen Löhnen hätten die Situation weiter verschärft.
Um Leistung wieder anzuerkennen und den Wohlstand zu fördern, forderte Belakowitsch eine massive steuerliche Entlastung: „Wir fordern daher, dass es für Arbeitnehmer möglich sein muss, bis zu 15.000 Euro im Jahr steuerfrei dazu zu verdienen.“ Der aktuelle Freibetrag von 730 Euro sei seit den 1980er-Jahren nicht mehr angepasst worden. „Das war es, was uns den Wohlstand gebracht hat. Und wir leben in einer Zeit, in der es fast unmöglich für die meisten Menschen in diesem Land geworden ist, sich Wohlstand zu erarbeiten“, betonte Belakowitsch. Abschließend hielt sie fest: „Handwerk hat goldenen Boden. Das hat meine Oma schon immer gesagt. Aber nur durch eine Aufwertung dieses Handwerks und der Lehre hat Österreich auch eine goldene Zukunft.“
FPÖ-Lehrlingssprecher NAbg. Manuel Pfeifer, selbst gelernter Maschinenbautechniker, unterstrich die Dringlichkeit einer Modernisierung der Lehrausbildung. „Heute steht die Lehre in Österreich an einem entscheidenden Punkt. Immer weniger junge Menschen entscheiden sich für eine Lehre und gleichzeitig suchen die Betriebe händeringend nach Fachkräften“, so Pfeifer und weiter: „So wie das System heute ist, reicht es nicht mehr aus. Deshalb ist unser Ansatz einfach und klar: Flexibel statt starr und modern statt veraltet!“
Ein zentraler Vorschlag sei die Einführung flexibler Arbeitszeitmodelle: „Eine 4-Tage-Vollzeitwoche muss auch für Lehrlinge möglich sein. Das heißt, dass die tägliche Arbeitszeit auf zehn Stunden erhöht werden kann und so ein Wochentag frei ist, wenn es gewünscht wird.“ Es gehe um eine Option, nicht um Zwang. Starre Regelungen würden Betriebe davon abhalten, Lehrlinge auszubilden. Zudem müssten bürokratische Hürden abgebaut und praxisferne Vorschriften, wie das Verbot für 15-jährige Malerlehrlinge, auf eine Leiter zu steigen, überdacht werden. „Man lernt einen Beruf nicht aus Büchern, man lernt ihn aus der Praxis“, so Pfeifer. Auch die Kosten für Weiterbildungen wie die Meisterprüfung dürften nicht auf den jungen Fachkräften lasten. „Wer sich anstrengt und gute Leistungen bringt, soll das auch finanziell spüren und nicht nur ideell“, sagte Pfeifer und schloss mit einem persönlichen Bekenntnis: „Müsste ich mich noch einmal entscheiden, dann würde ich hundertprozentig die Lehre wiederholen, denn eines ist klar: Mit einer Lehre hat man eine fundierte Ausbildung, es steht einem die Berufswahl offen. Das ist das richtige Modell, das in Österreich wieder Zukunft haben muss.“
Rückfragen & Kontakt
Freiheitlicher Parlamentsklub
Telefon: 01/40110-7012
E-Mail: [email protected]
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | FPK






