- 29.04.2026, 13:55:02
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FEEI warnt vor weiterem Stellenabbau und Wohlstandsverlust
Unterschiedliche Blickwinkel auf die derzeitige Situation der Elektro- und Elektronikindustrie
Auch in der heutigen dritten KV-Verhandlungsrunde der Elektro- und Elektronikindustrie konnte keine Einigung erzielt werden. Grund dafür ist die realitätsferne Haltung der Arbeitnehmervertreter, die trotz anhaltender wirtschaftlicher Krise eine Erhöhung in Höhe der rollierenden Inflation von 3,3 Prozent erwarten.
Österreichische Industrie seit Jahren massiv unter Druck
Die österreichische Industrie steht insgesamt unter massivem Druck: Seit mittlerweile drei Jahren gibt es kein reales Wachstum in der Branche. Besonders alarmierend ist der bereits erfolgte Abbau von rund 3.400 Arbeitsplätzen allein im Zeitraum Juli 2023 bis Dezember 2025 – weitere Stellen sind gefährdet. Zudem verlagern Unternehmen Investitionen immer mehr ins Ausland. Ursache dafür sind die im internationalen Vergleich deutlich schlechter gewordenen Standortbedingungen in Österreich – allen voran hohe Energie- und Arbeitskosten, überbordende Bürokratie und fehlende Planbarkeit. Das schwächt die Wettbewerbsfähigkeit enorm und ist für eine stark exportorientierte Branche wie die Elektro- und Elektronikindustrie existenzbedrohend.
Wunsch versus Wirklichkeit
Höchst irritiert zeigen sich die Arbeitgebervertreter über die Forderungen der Gewerkschaften, die auf die aktuelle Lage keinerlei Bezug nehmen. „Die überwältigende Mehrheit unserer Betriebe leidet massiv und seit Jahren unter den bestehenden wirtschaftlichen Gegebenheiten, die durch aktuelle geopolitische Ereignisse zusätzlich verschärft werden. Auch für das laufende Jahr ist daher keine Verbesserung zu erwarten“, sagt FEEI-Obmann Wolfgang Hesoun. Unter diesem Aspekt ist das Angebot der Arbeitgeber von 1,0 Prozent auf KV und IST zu lesen. Dieses ist kein Ausdruck mangelnder Wertschätzung, sondern wirtschaftlicher Verantwortung und der klare Versuch, Arbeitsplätze und Standorte in Österreich zu sichern.
Verantwortungsvoller Abschluss gefragt
„Wer in einer Phase ohne Wachstum, mit Stellenabbau und sinkenden Investitionen automatische Inflationsabgeltung fordert und die realen Bedingungen der Betriebe ignoriert, gefährdet das Weiterbestehen des Industriestandorts Österreich“, betont FEEI-Obmann Wolfgang Hesoun. „Jeder verlorene Industriearbeitsplatz bedeutet weniger Wertschöpfung in Österreich, sinkende Steuereinnahmen aus gut bezahlten Jobs und damit geringere finanzielle Spielräume für den Staat. Am Ende steht ein für uns alle spürbarer Wohlstandsverlust“, so Hesoun.
Der FEEI appelliert daher eindringlich an die Gewerkschaft, zur wirtschaftlichen Realität und zu verantwortungsvollem Handeln zurückzukehren. „Wir brauchen einen verantwortungsvollen Kollektivvertragsabschluss, der sich an der wirtschaftlichen Situation der Mehrheit der Betriebe orientiert und Arbeitsplätze sichert“, stellt Hesoun klar.
Der nächste Verhandlungstermin findet am 18. Mai statt.
Rückfragen & Kontakt
FEEI Fachverband der Elektro- und Elektronikindustrie
MMag. Katrin Prüller-Nussbaumer
Telefon: +43/1/588 39-63
E-Mail: [email protected]
Website: https://www.feei.at
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