• 29.04.2026, 11:24:32
  • /
  • OTS0103

Greenpeace an Totschnig: Jetzt ist umfassender Waldschutz gefordert statt Verantwortung abzuschieben

Waldbrände gefährden Mensch, Tier und Umwelt – Totschnig muss politische Blockade bei EU-Entwaldungsverordnung aufgeben, Klimaschutz vorantreiben und Waldschutz-Offensive starten

Wien (OTS) - 

In Österreich wütet die Waldbrand-Krise immer heftiger. Doch statt ein umfassendes Wald- und Klimaschutz-Paket zu verabschieden, verschiebt Minister Totschnig die Verantwortung auf die österreichischen Bürgerinnen und Bürger. Zwar wird der Großteil der Brände durch menschliche Unachtsamkeit ausgelöst. Doch das gefährliche Zusammenspiel aus fehlendem Klimaschutz, Rekordhitze und einer jahrzehntelangen Fehlbewirtschaftung der Wälde befeuert nun die Gefahr von Waldbränden. Greenpeace fordert von Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig umgehende und umfassende Maßnahmen gegen die zunehmende Austrocknung der Wälder und ein Ende seines Boykott gegen die EU-Entwaldungsverordnung. Zudem muss er endlich ein Klimagesetz verabschieden, das seinen Namen verdient.

Ursula Bittner, Sprecherin von Greenpeace Österreich:
„Bewusstseinsbildung ist wichtig, jedoch darf Minister Totschnig nicht von seiner Verantwortung ablenken. Seit Jahren torpediert er gemeinsam mit der ÖVP die EU-Entwaldungsverordnung, ein wichtiges Schutzinstrument für die europäischen Wälder. Zudem fehlen noch immer wichtige Klimaschutzmaßnahmen, wie ein effektives Klimagesetz. Diese Blockade muss er dringend aufgeben. Gleichzeitig muss Minister Totschnig die ökologische Forstwirtschaft fördern, Schutzwälder massiv ausdehnen und Kahlschläge stoppen. Jeder Kahlschlag reißt das schützende Kronendach auf, lässt extreme Hitze in den Wald und trocknet den Boden unweigerlich aus. Je schneller systematische Maßnahmen gesetzt werden, desto besser schützen wir Mensch und Natur vor der eskalierenden Waldbrandgefahr.”

Zwar gibt es in Österreich den von Minister Totschnig geführten Waldfonds, dieser ist jedoch völlig intransparent: Der Rechnungshof kritisiert 2025 etwa das enorme Budgetvolumen ohne nachvollziehbare Bedarfsanalyse. Zudem sei unklar, wer die Empfänger von den Förderungen in Millionenhöhe sind.

Greenpeace-Forderungen an Minister Totschnig:

  1. Abholzung & Monokulturen stoppen: Um die gefährliche Austrocknung zu stoppen, braucht es eine massive Verschärfung der Genehmigungspflichten für Kahlschläge – denn jede Kahlfläche lässt zerstörerische Hitze in den Wald und erhöht das Brandrisiko massiv. Ziel muss der rasche Umbau von instabilen Fichten-Monokulturen in resistente Laubmischwälder sein, die Feuchtigkeit speichern und als natürliche Brandbarriere fungieren.
  2. Ausweitung der Schutzwälder: Minister Totschnig muss den ökologischen Waldschutz zur obersten Priorität machen und den rechtlichen Rahmen für unsere Wälder grundlegend reformieren. Das bedeutet: Die Ausweitung des Schutzwald-Begriffs auch auf „Klimaschutzwälder“, um Boden, Wasser und die Kühlleistung der Landschaft flächendeckend zu sichern. Zudem braucht es ein striktes Verbot, intakte Naturwälder weiter aufzureißen.
  3. Klimagesetz: Ein zahnloses Klimagesetz ohne Klimaneutralität 2040 als Ziel und verbindliche Reduktionsziele ist kein politischer Kompromiss, sondern ein Brandbeschleuniger für unsere Natur. Wir brauchen kein bloßes Bekenntnis zum Wald, sondern ein Klimagesetz mit Biss, das CO2-Emissionen drastisch senkt und damit auch die Land- und Forstwirtschaft krisenfest macht.
  4. Waldfonds: Öffentliche Gelder müssen gezielt und transparent in den ökologischen Waldumbau fließen, anstatt wirkungslos zu versickern.
  5. Stopp des Boykotts zur EU-Entwaldungsverordnung: Ende der Blockadehaltung gegenüber der EU-Entwaldungsverordnung. Diese Verordnung ist das zentrale Instrument, um sowohl die globale Entwaldung als auch die schleichende Walddegradierung in Europa zu stoppen. Wer den Schutz unserer Waldökosysteme ernst meint, darf dieses Vorhaben nicht länger unter dem Vorwand des Bürokratieabbaus torpedieren, da eine intakte Natur die Grundvoraussetzung für jede wirtschaftliche Stabilität ist.

Bittner: “Seit Monaten verbringen Minister Totschnig und die ÖVP ihre Zeit vor allem damit, geltende Schutzstandards abzubauen. Die Folgen sehen wir nun schmerzlich: Ohne Umwelt- und Klimaschutzmaßnahmen brennen unsere Wälder lichterloh. Es ist höchste Zeit für eine radikale Kehrtwende!”

Rückfragen & Kontakt

Ursula Bittner
Sprecherin
Greenpeace in Österreich
Tel.: + 43 (0) 664 96 06 429
E-Mail: [email protected]

Annette Stolz
Leitung Pressearbeit
Greenpeace in Österreich
Tel.: + 43 (0) 664 61 26 725
E-Mail: [email protected]

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | GRP

Bei Facebook teilen
Bei X teilen
Bei LinkedIn teilen
Bei Xing teilen
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel