- 29.04.2026, 10:08:02
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WKÖ-Schultz: Vorläufige Anwendung des Mercosur-Abkommens stärkt Österreichs Exportchancen
Zollabbau und einfachere Marktzugänge bringen Vorteile für KMU – AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA der WKÖ richtet Fokus auf Wachstumsmärkte im Mercosur-Raum
Das Interimsabkommen über den Handel zwischen der Europäischen Union und den Mercosur-Staaten wird am 1. Mai 2026 vorläufig angewendet. „Mit der vorläufigen Anwendung des Abkommens verbessern sich für österreichische Unternehmen die Rahmenbedingungen im Mercosur-Raum. Von niedrigeren Zöllen und einfacheren Marktzugängen können mittelfristig gerade auch KMU profitieren“, betont WKÖ-Präsidentin Martha Schultz.
Aktuelle geopolitische Entwicklungen – vom Konflikt im Nahen Osten bis zur US-Zollpolitik – zeigen, wie wichtig es ist, sich wirtschaftlich auf breitere Beine zu stellen. Das gilt sowohl für Exportmärkte als auch für die Versorgungssicherheit mit Rohstoffen. Mit rund 270 Millionen Einwohner:innen bilden die Mercosur-Länder den sechstgrößten Handelsblock der Welt. Die EU ist der erste Partner, mit dem ein Abkommen mit dem Mercosur-Raum zur Anwendung kommt. „Für unsere Betriebe bedeutet das Abkommen einen Wettbewerbsvorteil gegenüber der Konkurrenz aus den USA oder Asien. Gerade für exportorientierte Betriebe zählt jeder Prozentpunkt Zoll“, erklärt Schultz.
Voraussichtlich 88 Mio. Euro weniger Zölle pro Jahr für österreichische Exporte
Kern des Abkommens ist der schrittweise Abbau der Zölle, die in den Mercosur-Ländern bisher hoch sind. Aktuell liegen die Zölle in Brasilien beispielsweise bei Maschinen zwischen 14 und 20 Prozent, bei Transportmitteln sogar zwischen 14 und 35 Prozent. Wie bei anderen Abkommen werden diese in den nächsten zehn bis 15 Jahren auf 0 gesenkt. Derzeit exportieren rund 1.100 heimische Unternehmen Waren und Dienstleistungen in den Mercosur-Raum. Durch das Abkommen sollen die Zölle für Exporte aus Österreich um geschätzte 88 Mio. Euro pro Jahr gesenkt werden.
In den vergangenen zehn Jahren konnten die heimischen Unternehmen ihre Exporte in den Mercosur-Raum um 64 Prozent auf 1,3 Mrd. Euro steigern. Das zusätzliche Exportpotenzial wird auf rund eine Milliarde Euro geschätzt. Die AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA der WKÖ sieht Chancen in zahlreichen Bereichen: Von Umwelttechnologien über den Ausbau der Verkehrsinfrastruktur - insbesondere im Eisenbahnbereich – bis hin zu Automatisierung, Zulieferungen in der Luftfahrt und Autoindustrie sowie Pharma, Medizintechnik und Lebensmittelwirtschaft. Auch im Dienstleistungsbereich und bei öffentlichen Ausschreibungen ergeben sich neue Marktchancen.
Kostenlose Beratung für Unternehmen durch WKÖ-AußenwirtschaftsCenter Buenos Aires & São Paulo
Die WKÖ stellt umfassende Informationen zum Abkommen online zur Verfügung (www.wko.at/eu-mercosur). Um die heimischen Unternehmen zu unterstützen, richtet die AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA den Fokus auf die Mercosur-Länder: Von Wirtschaftsmissionen über Veranstaltungen bis hin zu Webinaren finden Unternehmen alle Informationen auf www.wko.at/mercosur.
Zudem bieten die AußenwirtschaftsCenter São Paulo und Buenos Aires kostenlose individuelle „Zollsatz-Checks“ an. Dabei wird geprüft, ob ein Produkt unter das Abkommen fällt, und wenn ja, über wie viele Jahre der Zollabbau erfolgt. „Wir unterstützen österreichische Unternehmen dabei, die neuen Chancen im Mercosur-Raum rasch und konkret zu nutzen“, betont Schultz abschließend. (PWK196/ST)
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Valentin Petritsch, MSC
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