- 29.04.2026, 08:09:32
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Fest der Freude 2026 setzt Zeichen für Erinnerung und Demokratie
Musikprogramm mit Wiener Symphonikern – mehrsprachiger Live auf MKÖ-You Tube und Übertragung in ORF III
· Am 8. Mai 2026 veranstaltet das Mauthausen Komitee Österreich (MKÖ) zum 14. Mal das Fest der Freude am Wiener Heldenplatz
· Das Fest widmet sich dem Themenschwerpunkt "80 Jahre Befreiung vom Nationalsozialismus – Für ein Niemals wieder und Frieden in Europa"
· Zeitzeugin Lucy Waldstein spricht über Flucht, Exil und Erinnerung
· Musikalische Gestaltung durch die Wiener Symphoniker unter der Leitung von Ingo Metzmacher und Auftritten der Künstlerin Magda sowie Sopranistin Eleanor Lyons
· Vor dem Fest der Freude bietet das MKÖ erneut ein Vermittlungsangebot an, um mehr über die Bedeutung des 8. Mai als Tag der Befreiung und der Geschichte des Fests der Freude zu erfahren.
Wien, 29. April 2026 – Am 8. Mai 2026 jährt sich das Ende des Zweiten Weltkriegs in Europa zum 81. Mal. Das Mauthausen Komitee Österreich (MKÖ) lädt aus diesem Anlass erneut zum Fest der Freude am Wiener Heldenplatz. Seit 2013 setzt die Veranstaltung ein starkes öffentliches Zeichen des Erinnerns an die Opfer des Nationalsozialismus – und verbindet dieses Gedenken mit einer klaren Haltung für Demokratie, Menschenrechte und ein friedliches Zusammenleben in Europa.
Schwerpunkt 2026: Täter und Täterinnen im Nationalsozialismus
Das Fest der Freude widmet sich jedes Jahr einem spezifischen thematischen Schwerpunkt. 2026 steht die Auseinandersetzung mit „Tätern und Täterinnen im Nationalsozialismus“ im Mittelpunkt. Damit rückt das MKÖ eine Perspektive in den Fokus, die für das Verständnis der nationalsozialistischen Verbrechen zentral ist: die Verantwortung von Individuen und Systemen – und die Frage, welche Lehren daraus für die Gegenwart zu ziehen sind.
Willi Mernyi, Vorsitzender des Mauthausen Komitees Österreich, betont: „Das große Böse fällt nicht vom Himmel. Es schleicht sich als Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus in unsere Herzen und Köpfe. Jeder noch so kleine Widerstand gegen dieses Einschleichen von Hass in unsere Herzen ist es wert, geleistet zu werden. Heute, morgen, immer!“
Fest der Freude am Wiener Heldenplatz
Unterstützt von der Israelitischen Kultusgemeinde Wien, dem Verein GEDENKDIENST und dem Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes erinnert das Fest der Freude an die Geschehnisse. MKÖ-Vorsitzender Willi Mernyi wird den Festakt eröffnen. Bundespräsident Alexander van der Bellen hält via Videobotschaft eine Ansprache. Moderiert wird das Fest der Freude auch dieses Jahr von Katharina Stemberger. Begleitet wird die Veranstaltung von Gebärdendolmetscherin Sabine Zeller.
Im Zentrum des Abends steht die Rede der Zeitzeugin Lucy Waldstein (USA). Sie wurde 1930 in Wien geboren und musste nach dem „Anschluss“ 1938 mit ihrer Familie fliehen. Ihre Lebensgeschichte ist geprägt von Exil, Trennung und Neubeginn – und steht exemplarisch für die Erfahrungen vieler Menschen, die vor der nationalsozialistischen Verfolgung fliehen mussten. Ihre Botschaft: Erinnerung ist Verantwortung – und Freiheit keine Selbstverständlichkeit.
Das Gratiskonzert der Wiener Symphoniker findet bei jedem Wetter statt. Sitzplätze sind beschränkt vorhanden und vorrangig für ältere Personen und Menschen mit besonderen Bedürfnissen vorgesehen. Eine Sitzplatzreservierung ist nicht möglich.
Das Fest der Freude startet am Heldenplatz um 19:30. Der mehrsprachige Livestream auf MKÖ-You Tube beginnt zeitgleich. ORF III beginnt mit der Übertragung zeitversetzt um 19:40 Uhr.
Musik als Ausdruck von Erinnerung und Verantwortung
Die musikalische Gestaltung übernehmen die Wiener Symphoniker unter der Leitung von Ingo Metzmacher. Das Programm verbindet Werke von Franz Schreker, Bohuslav Martinů, Richard Strauss, Kurt Weill und weiteren Komponisten mit zeitgenössischen Interpretationen.
Ein besonderer künstlerischer Akzent entsteht durch den Auftritt der österreichischen Künstlerin Magda, die gemeinsam mit dem Orchester eigene Werke interpretiert. Ergänzt wird das Programm durch die Sopranistin Eleanor Lyons.
Das Fest der Freude findet traditionell seinen Abschluss mit der „Ode an die Freude“ aus Ludwig van Beethovens 9. Symphonie – als musikalisches Bekenntnis zu Frieden, Freiheit und europäischer Verständigung.
Jan Nast, Intendant der Wiener Symphoniker, sagt dazu: „Das Fest der Freude ist für die Wiener Symphoniker weit mehr als ein Konzert: Es ist ein musikalisches Erinnern, das Haltung einfordert. Das diesjährige Programm spiegelt die Auseinandersetzung eindrucksvoll wider: Werke wie das Gedenken an Lidice von Bohuslav Martinů oder die musikalischen Brüche zwischen Operette, Lied und Symphonik eröffnen unterschiedliche Perspektiven auf Erinnerung, Verlust und Verantwortung. Dass dieses vielschichtige Programm schließlich in Beethovens ‚Ode an die Freude‘ mündet, ist mehr als Tradition – es ist ein klares Bekenntnis zu Menschlichkeit, Zusammenhalt und Hoffnung.“
Vermittlungsprogramm zur Geschichte des 8. Mai und der Denkmäler rund um den Heldenplatz
Im Vorfeld des Fests der Freude bietet das Mauthausen Komitee Österreich dieses Jahr erneut ein Vermittlungskonzept an, das sich der Geschichte des 8. Mai als Tag der Befreiung und des Wiener Heldenplatzes mitsamt seinen zahlreichen Denkmälern annimmt, aber auch auf Überlebende und ZeitzeugInnen eingeht. Die Rundgänge können auf www.festderfreude.at gebucht werden und finden noch bis 8. Mai 2026 statt. Um einen besseren Einblick in bedeutende geschichtliche Ereignisse zu
bekommen, werden die Rundgänge von geschulten TrainerInnen begleitet und interaktiv gestaltet.
Ergänzend dazu findet von 5. bis 8. Mai am Heldenplatz erneut die Zeitzeug:innen-Ausstellung statt, bei der Überlebende des Nationalsozialismus mit Bild und Stimme präsent sind. Die Ausstellung macht Erinnerung im öffentlichen Raum sichtbar und schlägt bewusst eine Brücke zwischen individueller Fluchtgeschichte und gesellschaftlicher Verantwortung heute.
ORF-III-Programmschwerpunkt zum 8. Mai samt „Fest der Freude“ live vom Wiener Heldenplatz
Aus diesem Anlass präsentiert ORF III am Freitag, dem 8. Mai, einen umfangreichen „zeit.geschichte“-Schwerpunkt. Zum Auftakt sucht die Dokumentation „Erinnern für die Zukunft“ (8.40 Uhr) Antworten auf die Fragen: Wie gelingt Gedenken? Und umgekehrt: Woran kann es scheitern? Danach beleuchten zwei Filme der Reihe „Mit Hitler im Krieg“ – „An Hitlers Seite“ (13.00 Uhr) sowie „Opfer und Täter“ (13.50 Uhr) – das Kriegsgeschehen aus Sicht österreichischer Soldaten. Auf die Sendung „Österreich erzählt – Zeitzeuginnen und Zeitzeugen berichten“ (14.40 Uhr) folgen der Vierteiler „Die Alliierten in Österreich“ (ab 15.15 Uhr) und die Dokumentation „Das KZ Gusen – Die Entwicklung einer Gedenkstätte“ (18.45 Uhr). Höhepunkt des Schwerpunkts ist im ORF-III-Hauptabend das in „Erlebnis Bühne“ live vom Wiener Heldenplatz übertragene „Fest der Freude“: Zu sehen sind „Der Festakt“ (19.40 Uhr) und „Das Konzert“ (20.15 Uhr) der Wiener Symphoniker unter der Leitung von Ingo Metzmacher. Anschließend zeigt ORF III den Zweiteiler „Die Kriegsjahre in Österreich“ mit „Der Weg in den Krieg“ (21.20 Uhr) sowie „Der Krieg kommt ins Land“ (22.10 Uhr). Den Gedenktag beschließt „Erlebnis Bühne“ mit „Eichmann vor Gericht“ (23.00 Uhr), einer Inszenierung des Landestheaters Linz über den Prozess gegen Adolf Eichmann.
Peter Schöber und Kathrin Zierhut-Kunz, ORF-III-Geschäftsführung dazu: „ORF III trägt entscheidend dazu bei, gemäß dem öffentlich-rechtlichen Auftrag die Auseinandersetzung mit der österreichischen Zeitgeschichte zu fördern. Dabei beleuchten wir die guten ebenso wie die dunklen Kapitel dieser Vergangenheit. Wir sehen es als eine unserer zentralen Aufgaben, immer wieder an die vielen Opfer der NS-Schreckensherrschaft und der blutigen Kriegsjahre zu erinnern. Mit einem umfassenden Programmschwerpunkt, dessen Herzstück die Übertragung des ‚Fest der Freude‘ ist, zeigen wir auch heuer wieder wichtige zeitgeschichtliche Zusammenhänge auf und tragen wesentlich zur Erinnerungskultur gegen die Verbrechen der Nazi-Diktatur bei. Wir stärken damit das allgemeine Bewusstsein für diese historische Verantwortung, die sich daraus für uns heute ergibt. Großer Dank gilt unseren Partnern, allen voran dem Mauthausen Komitee Österreich und den Wiener Symphonikern für die langjährige und vertrauensvolle Zusammenarbeit.“
Internationale Befreiungsfeier des KZ Mauthausen: Gedenkzug für ein Niemals Wieder
Die europaweit größte Internationale Befreiungsfeier findet am Sonntag, den 10. Mai 2026, statt. Um die Befreiungsfeier einem breiteren Publikum zugänglich zu machen, wird das Gedenken live und international auf den dem You Tube Kanal des Mauthausen Komitee Österreich gestreamt. Außerdem überträgt und kommentiert der Sender in einer Spezialausgabe von „ORF III AKTUELL“ die „Internationale Befreiungsfeier Mauthausen“ (11.00 Uhr) live vom Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers.
Erstmals ermöglicht das MKÖ Teilnehmer:innen ein mehrsprachige Live-Streaming am gesamten Gelände der KZ-Gedenkstätte, auch außerhalb des Appellplatzes, um die Befreiungsfeier überall verfolgen zu können. Dank einer Kooperation mit
A1 steht am Gelände der KZ-Gedenkstätte Mauthausen zudem eine wesentlich leistungsfähigere Internetverbindung zur Verfügung.
An der Gedenk- und Befreiungsfeier nehmen jährlich zehntausende Menschen aus dem In- und Ausland, darunter die letzten Überlebenden des Konzentrationslagers Mauthausen und seiner Außenlager sowie zahlreiche Jugendliche teil. Weit über 90 Prozent der Opfer waren weder Deutsche noch Österreicher, weshalb das Gedenken an die Opfer des Konzentrationslagers Mauthausen und seiner Außenlager einen besonderen internationalen Stellenwert hat. Die beiden Moderatorinnen Mercedes Echerer und Konstanze Breitebner begrüßen mehr als hundert Delegationen in ihren Landessprachen und werden dabei von Gebärdensprachdolmetscherin Sabine Zeller begleitet.
Weitere Informationen:
· Informationen zum Fest der Freude: http://www.festderfreude.at/ und www.mkoe.at
· Programm des Fests der Freude und zu den Musikern: http://www.festderfreude.at/musik
· Informationen zu den Gedenk- und Befreiungsfeiern 2026: www.befreiungsfeier.at
Presseunterlagen und Fotos zum Download:
Rückfragen & Kontakt
Mauthausen Komitee Österreich
Willi Mernyi
Telefon: +43 (0) 664 103 64 65
E-Mail: [email protected]
Website: https://www.mkoe.at
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