• 29.04.2026, 08:00:32
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Tag der Arbeit: BÖP betont die Wichtigkeit des psychischen Wohlbefindens am Arbeitsplatz

Arbeits- und Organisationspsychologie trägt zur Reduktion psychischer Belastungen am Arbeitsplatz bei

Wien (OTS) - 

Anlässlich des Tages der Arbeit am 1. Mai 2026 macht der Berufsverband Österreichischer Psychologinnen und Psychologen (BÖP) auf die Wichtigkeit des psychischen Wohlbefindens am Arbeitsplatz und damit auf die Bedeutung der Arbeits- und Organisationspsychologie aufmerksam.

Schlechte Arbeitsbedingungen wie massiver Zeitdruck, Arbeitsüberlastung, Konflikte im Team oder unklare Aufgabenverteilungen ziehen vermehrt psychische Belastungen nach sich. Darunter leiden nicht nur die direkt Betroffenen, sondern auch Arbeitgebende und die Wirtschaft.

Schwerwiegende Folgen psychischer Belastungen am Arbeitsplatz

Die Ergebnisse der Mikrozensus-Arbeitskräfteerhebung der Statistik Austria 2022 zeigen, dass 60% der Erwerbstätigen sich am Arbeitsplatz mindestens einem psychischen Gesundheitsrisiko ausgesetzt fühlen. Psychische Belastungen können die Entwicklung ernsthafter psychischer Erkrankungen wie Depressionen oder Burnout, aber auch körperlicher Erkrankungen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Muskel- und Skeletterkrankungen und Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes mellitus fördern.

Und die Belastungen steigen: Die Arbeitswelt hat sich in den letzten Jahren stark verändert – Digitalisierung und künstliche Intelligenz bringen neue Sorgen mit sich, unter anderem um Arbeitsplatzverlust, Überwachung, Kontrollverlust und Entmenschlichung. Die Grenze zwischen Privatleben und Beruf verschwimmt, während Konkurrenzdruck, Zeitdruck und Erwartungen zunehmen.

Es müssen daher dringend Maßnahmen gesetzt werden, um für die Gesundheit der Mitarbeitenden und somit auch für eine langfristige Erwerbsfähigkeit zu sorgen.

Auch Arbeitgebende und Wirtschaft leiden darunter

Zahlen verdeutlichen, dass nicht nur Arbeitnehmende, sondern auch Arbeitgebende und die Wirtschaft unter den Folgen psychischer Belastungen am Arbeitsplatz leiden. Laut Fehlzeitenreport 2025 sind 11% aller Krankenstände psychisch bedingt. Diese Zahl ist seit 2018 deutlich gestiegen. Frauen und 25- bis 44-Jährige sind besonders stark betroffen: Bei Frauen sind rund ein Viertel aller Langzeitkrankenstände mit einer durchschnittlichen Dauer von 139 Tagen psychisch bedingt und bei 25- bis 44-Jährigen stellen psychische Erkrankungen die häufigste Ursache für lange Krankenstände dar.

Arbeits- und Organisationspsychologie als Lösungsansatz zur Reduktion psychischer Belastungen am Arbeitsplatz

Die Arbeits- und Organisationspsychologie leistet einen wichtigen Beitrag, um Belastungsfaktoren frühzeitig zu erkennen und wirksam zu reduzieren. Mithilfe ihrer wissenschaftlich fundierten und evidenzbasierten Methoden und Interventionen können Fehlzeiten, Präsentismus, Fluktuation, Arbeitsunfälle und Fehler reduziert und dafür Qualität und Produktivität gesteigert werden.

„Wir verbringen einen signifikanten Teil unseres Lebens am Arbeitsplatz. An diesem wichtigen Ort psychische Belastungen zu erleben, kann schwerwiegende Folgen haben“, betont BÖP-Präsidentin a.o. Univ.-Prof.in Dr.in Beate Wimmer-Puchinger. „Gerade jetzt, wo immer mehr Menschen von Burnout und weiteren psychischen Erkrankungen betroffen sind, sollten dringend Fachexpert:innen einbezogen werden. Arbeits- und Organisationspsycholog:innen sind hier die geeigneten Ansprechpartner:innen.“

Berufsrechtliche Verankerung der Arbeits- und Organisationspsychologie

Aus Sicht des BÖP braucht es jetzt konkrete Maßnahmen und Rahmenbedingungen, um psychologische Expertise dort einzusetzen, wo sie wirkt. Betriebliche Gesundheitsförderung sowie die gesetzlich vorgeschriebene Evaluierung psychischer Belastungen am Arbeitsplatz sind wirksame Instrumente, sie werden aber bisher nur unzureichend umgesetzt. Daher sind die berufsrechtliche Verankerung der Arbeits- und Organisationspsychologie im Psychologengesetz sowie die Verankerung der Arbeitspsychologie als dritte Säule im ArbeitnehmerInnenschutzgesetz der logische nächste Schritt und absolut notwendig.

Folder zur Evaluierung psychischer Belastungen am Arbeitsplatz

Vor rund einem Monat wurde der neue BÖP-Folder „Evaluierung psychischer Belastungen am Arbeitsplatz“ veröffentlicht. In diesem werden die Hintergründe, Nutzen und Umsetzungsmöglichkeiten der Evaluierung psychischer Belastungen am Arbeitsplatz beschrieben. Den Folder kann man hier online ansehen und bestellen.

Rückfragen & Kontakt

Berufsverband Österreichischer Psychologinnen und Psychologen (BÖP)
Nathalie Winterink, BA BSc MSc
Telefon: 0670 35 41 296
E-Mail: [email protected]
Website: https://www.boep.or.at

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