• 28.04.2026, 11:00:32
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Hochaltrigenstudie: 9 von 10 sind mit ihrem Leben zufrieden

Hochaltrigenstudie, präsentiert von der Österreichischen Plattform für Interdisziplinäre Alternsfragen und der Wiener Städtischen, zeigt, wie es den über 80-Jährigen geht.

Wien (OTS) - 

  • Rund ein Drittel ist gesundheitlich und funktional gut aufgestellt
  • Einsamkeit und Depression sind im hohen Alter weniger verbreitet als oft angenommen
  • Soziale Ungleichheit prägt Gesundheit und Lebensumstände im Alter deutlich
  • Frauen haben mehr Einschränkungen, geringeres Einkommen und höheres Armutsrisiko
  • Digitale Teilhabe: Nur ein Viertel verwendet regelmäßig das Internet

Die aktuelle vierte Welle der Österreichischen Interdisziplinären Hochaltrigenstudie (ÖIHS) liefert ein umfassendes Bild der Lebensrealität von Menschen ab 80 Jahren in Österreich: Trotz gesundheitlicher Einschränkungen bleibt die Lebenszufriedenheit hoch. Gleichzeitig werden soziale Unterschiede im Alter deutlich sichtbar – insbesondere entlang von Bildung, Einkommen und Geschlecht. Die Ergebnisse basieren auf der vierten Erhebungswelle der Österreichischen Interdisziplinären Hochaltrigenstudie (ÖIHS), die im Zeitraum vom Jänner 2023 bis Dezember 2025 von der Österreichischen Plattform für Interdisziplinäre Alternsfragen (ÖPIA) unter der wissenschaftlichen Leitung von Georg Ruppe und Andreas Stückler durchgeführt wurde. „Die Lebensumstände und die Gesundheit von Menschen im hohen Alter sind enorm vielfältig und von unterschiedlichsten – durchaus auch beeinflussbaren – Faktoren abhängig. Gerade ab dem 80. Lebensjahr zeigt sich ein sehr heterogenes Bild. ‚Die Alten‘ gibt es nicht“, sagt Georg Ruppe, Studienleiter der ÖIHS.

Vielfalt statt stereotype Altersbilder

Rund ein Drittel befindet sich in einem relativ guten gesundheitlichen Zustand und lebt weitgehend selbstständig. Die große Mehrheit (knapp 90 Prozent) lebt im eigenen Zuhause, nur rund 8 Prozent in Pflegeheimen. Entsprechend benötigt auch weniger als die Hälfte Unterstützung im Alltag. Mit 91 Prozent „sehr“ bzw. „eher“ zufriedenen Befragten ist die Lebenszufriedenheit hoch. „Die Lebensrealität hochaltriger Menschen ist vielfältiger als oft angenommen – Hochaltrigkeit bedeutet nicht automatisch Pflegebedürftigkeit. Die hohe Lebenszufriedenheit von 9 von 10 Befragten zeigt, wie stark – und wichtig – Anpassungs- und Kompensationsmechanismen im Alter sind“, sagt Ruppe.

Kognitive und psychische Gesundheit

Bei rund der Hälfte der Befragten besteht Demenzverdacht, Frauen und Personen mit niedriger Bildung sind davon häufiger betroffen. Trotz gesundheitlicher Herausforderungen ist die psychische Situation überwiegend stabil: Über 80 Prozent leiden unter keiner Depression, rund drei Viertel fühlen sich nie einsam. Häufige Einsamkeit betrifft nur eine kleine Gruppe – vor allem gesundheitlich stark eingeschränkte, alleinlebende Personen sowie Pflegeheimbewohner. „Hochaltrige Frauen sind häufiger gebrechlich und multimorbid, was sich auch in einer geringeren Mobilität und Selbstständigkeit im Alltag niederschlägt“, so Ruppe.

Soziale Ungleichheit prägt das hohe Alter

Besonders auffällig sind die Unterschiede entlang von Bildung und Einkommen. Personen mit niedriger Bildung sind deutlich häufiger krank, multimorbid und pflegebedürftig: 59 Prozent leiden an mehreren chronischen Erkrankungen. Menschen mit geringerem Bildungsniveau sind deutlich häufiger betroffen und Frauen weisen insgesamt schlechtere Gesundheitswerte auf. „Soziale Ungleichheit wirkt über den gesamten Lebenslauf, und wie uns die Hochaltrigenstudie sehr deutlich zeigt, spitzt sich dies im hohen Alter besonders zu“, erklärt Sonja Brandtmayer, Generaldirektor-Stellvertreterin der Wiener Städtischen Versicherung. Die Studie wurde u. a. vom Wiener Städtischen Versicherungsverein finanziell unterstützt.

Armutsrisiko deutlich erhöht

Die finanzielle Situation hochaltriger Menschen in Österreich ist bei vielen stabil, gleichzeitig zeigt sich ein erhöhtes Armutsrisiko. Rund 62 Prozent verfügen über ein monatliches Haushaltseinkommen von über 2.000 Euro, während mehr als ein Fünftel mit weniger als 1.600 Euro auskommen muss. Insgesamt gilt etwa ein Viertel der Hochaltrigen als armutsgefährdet. „Besonders Frauen und Personen mit niedriger Bildung tragen ein deutlich höheres Armutsrisiko im Alter. Geringere Einkommen, häufigere Verwitwung und weniger soziale Kontakte verstärken diese Ungleichheit zusätzlich“, so Brandtmayer und ergänzt: „Die Ergebnisse der ÖIHS zeigen, wie wichtig Vorsorge schon in jungen Jahren ist, um seinen Lebensstandard bis ins hohe Alter zu erhalten.“

Betreuung in den eigenen vier Wänden bevorzugt

Rund 7 Prozent der Befragten in Privathaushalten nehmen Heimhilfe in Anspruch, rund 3 Prozent eine 24-Stunden-Betreuung. Im Pflegefall wird die Betreuung im eigenen Zuhause klar bevorzugt: Rund 44 Prozent können sich eine 24-Stunden-Betreuung vorstellen, 34 Prozent einen Umzug in ein Pflegeheim. „Frauen und Personen mit niedriger Bildung wechseln im hohen Alter häufiger in Pflegeheime. Ein wesentlicher Grund ist, dass Frauen öfter alleinstehend oder verwitwet sind und dadurch auf weniger familiäre Unterstützung zurückgreifen können“, erklärt der Studienleiter.

Zukunftsthemen Digitalisierung und Wohnen

Die digitale Teilhabe bleibt eine Herausforderung: Rund 40 Prozent nutzen das Internet, aber nur etwa ein Viertel verwendet es regelmäßig. Auch hier zeigen sich starke Unterschiede nach Bildung und Geschlecht: Besonders niedrig ist die digitale Nutzung bei Frauen und Personen mit geringer Bildung. Auch beim Wohnen im Alter zeigt sich Handlungsbedarf: Rund 27 Prozent haben bereits Anpassungen vorgenommen, meist jedoch erst bei konkretem Bedarf. Auch wenn die Bereitschaft zu frühzeitigen Wohnraumadaptierungen tendenziell zunimmt, werden altersgerechte Adaptierungen meist erst im Anlassfall und weniger vorausschauend durchgeführt.

Studiendesign

Im Rahmen der ÖIHS wurden 826 Personen im Alter zwischen 80 und 90 Jahren befragt – sowohl im Rahmen persönlicher Interviews als auch ergänzend telefonisch. Die Stichprobe umfasst Teilnehmer aus Wien, Niederösterreich, Steiermark, Salzburg, Tirol und Kärnten und berücksichtigt sowohl in Privathaushalten lebende Personen als auch Bewohner von Pflegeheimen.

Die WIENER STÄDTISCHE Versicherung ist die größte Einzelgesellschaft der internationalen Versicherungsgruppe VIENNA INSURANCE GROUP AG Wiener Versicherung Gruppe (VIG) mit Sitz in Wien und ist mit neun Landesdirektionen, 125 Geschäftsstellen und rund 4.000 Mitarbeitern präsent. Weiters verfügt das Unternehmen über eine Zweigniederlassung in Slowenien. Die WIENER STÄDTISCHE Versicherung ist eine innovative und verlässliche Partnerin für sämtliche Kundenbedürfnisse sowohl in privaten Lebenssituationen als auch im Gewerbe- und Firmenkundenbereich. Aufgrund ihrer Maßnahmen zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie wurde die Wiener Städtische als „familienfreundliches Unternehmen“ ausgezeichnet und zuletzt im Jahr 2024 rezertifiziert.

Die Österreichische Plattform für Interdisziplinäre Alternsfragen / ÖPIA wurde 2009 als nationale Wissenschaftsplattform von führenden österreichischen Wissenschaftlern verschiedener Disziplinen gegründet, die sich mit Fragen des Alter(n)s und den Perspektiven der gesellschaftlichen Alterung befassen. In vielfältigen Initiativen und Aktivitäten unterstützt die ÖPIA die Kommunikation und den Wissenstransfer zwischen Wissenschaften, Politik und Öffentlichkeit. Sie orientiert sich dabei an gesellschaftlich relevanten Fragestellungen, die in der Epoche des demographischen Wandels alle Schichten der Bevölkerung und alle Generationen betreffen.

Studie von:
Österreichischen Plattform für Interdisziplinäre Alternsfragen (ÖPIA)
Österreichischen Interdisziplinären Hochaltrigenstudie (ÖIHS)

Unterstützt von:
WIENER STÄDTISCHE Versicherung
Wiener Städtische Versicherungsverein
Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz
Bundesministerium für Frauen, Wissenschaft und Forschung
Land Kärnten
Land Salzburg
Das Land Steiermark – Gesundheit und Pflege
Land Tirol

Rückfragen & Kontakt

Österreichische Plattform für Interdisziplinäre Alternsfragen (ÖPIA)
Dr. Georg Ruppe, MA – Wissenschaftlicher Leiter, Geschäftsführer
Laudongasse 21/10, 1080 Wien
Tel.: +43 (0)1 934 67 66 600
E-Mail: [email protected]
Website: www.oepia.at

WIENER STÄDTISCHE Versicherung
Unternehmenskommunikation
Schottenring 30, 1010 Wien

Christian Kreuzer - Leitung
Telefon: +43 (0)50 350 - 21336
E-Mail: [email protected]

Maximilian Jäger
Telefon: +43 (0)50 350 - 22339
E-Mail: [email protected]
Website: https://www.wienerstaedtische.at

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