- 28.04.2026, 09:20:32
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FSME: Jung zu sein, ist kein ausreichender Schutz
Auch bei Kindern können FSME-Infektionen schwerwiegende Folgen haben
Die Annahme, dass FSME* bei Kindern nur milde Verläufe hat, hält sich hartnäckig, obwohl sie mit der Realität nicht übereinstimmt. Jedes Jahr werden auch Kinder nach einer FSME-Infektion im Spital aufgenommen, manchmal sogar auf der Intensivstation. Außerdem bewahrt ein milder Verlauf nicht vor langfristigen Folgeerscheinungen. Die Viruserkrankung kann bis heute nicht ursächlich behandelt werden, daher bleiben die Impfung (Grundimmunisierung und regelmäßige Auffrischungsimpfung) bei Kindern wie Erwachsenen die beste Schutzmöglichkeit.
Jedes Jahr müssen mehrere Kinder im Spital behandelt werden
In Österreich wurden 2025 19 Kinder unter 15 Jahren wegen FSME* im Spital aufgenommen, eine ähnliche Fallzahl wie fast jedes Jahr. Das bedeutet, dass jede siebente FSME-Erkrankung, die zu einer Hospitalisierung geführt hat, ein Kind betroffen hat. Die jüngste erkrankte Person war 2025 gerade einmal 18 Tage alt und litt an einer Meningoenzephalitis, also einer kombinierten Entzündung des Gehirns und der Gehirnhäute. [1] Genau das ist generell die zweithäufigste Erscheinungsform einer FSME-Infektion bei hospitalisierten Kindern und Jugendlichen nach der Gehirnhautentzündung. [2]
Ein systematischer Literaturreview aus dem Jahr 2024 weist mittlerweile nach, dass der Anteil der hospitalisierten FSME-Patient:innen, die auf der Intensivstation behandelt werden müssen oder sogar versterben, bei Erwachsenen und Kindern ähnlich hoch ist. [3] „FSME bei Kindern ist also wie bei Erwachsenen nicht immer eine harmlose Erkrankung
“, betont Prim. MedR. Ass.-Prof. DDr. Peter Voitl, MBA vom Kinder-PVE Donauinsel, First Vienna Pediatric Medical Center. „Das bedeutet, dass wir Kinder auch durch die Impfung genauso gut schützen müssen wie Erwachsene.
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Milde Erkrankung schützt nicht vor langfristigen Folgen
Daten aus pädiatrischen Beobachtungsstudien mit Nachbeobachtungszeiten von 6 Monaten bis 11 Jahren nach einer FSME-Diagnose zeigen außerdem einen erheblichen Anteil an längerfristigen Problemen bei Kindern. Sie litten unter anhaltenden kognitiven Problemen (25 bis 66 %), Aufmerksamkeitsproblemen (25 %), Kopfschmerzen (37,5 bis 66 %), Müdigkeit (37,5 bis 66 %), Reizbarkeit (50 bis 66 %), Verhaltensänderungen (etwa 25 %), Hyperaktivität (25 %) und geringer Ausdauer (12,5 %), die sich auf das tägliche Leben und die schulischen Leistungen auswirkten. Der Schweregrad der ursprünglichen Erkrankung hatte dabei keine Aussagekraft für den späteren Krankheitsverlauf. [2]
Zeckenstich wird oft gar nicht bemerkt
Zeckenstiche lassen sich nur schwer verhindern. In den letzten Jahren waren wir nicht einmal im Winter zu 100 % vor Zecken sicher. Seit die Temperaturen Frühlingsniveau erreicht haben, ohnehin nicht. Wenn sich bei Kindern beim Herumtollen im hohen Gras, beim Spielen im Gebüsch oder auf dem Fußballplatz eine Zecke festsaugt, bemerken sie das oft gar nicht. Und das, obwohl sie besonders häufig am Kopf oder am Hals gestochen werden. Besonders leicht übersieht man Zecken, wenn sie noch im Larven- oder Nymphenstadium sind: Dann sind sie sehr klein und ähneln unseren Sommersprossen. [4]
Nicht vergessen darf man auf Hunde und Katzen: Sie bringen die Spinnentiere oft mit in die Wohnung, wo sie sich dann einen anderen Wirt suchen können. „Wenn man eine Zecke am eigenen Körper oder dem eines Kindes findet, sollte man sie so schnell wie möglich entfernen, am besten mit einer Zeckenzange oder einer Pinzette. Dabei nicht drehen oder quetschen, sondern gleichmäßig nach oben ziehen
“, erläutert Kinderarzt Voitl. „Damit kann man eine eventuelle Borreliose-Infektion verhindern, gegen FSME hilft das allerdings nicht mehr, da die Zecke das schon unmittelbar nach dem Stich überträgt.
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Impfung schon bei kleinen Kindern notwendig
„FSME-Erkrankungen können wir bis heute nur symptomatisch behandeln
“, berichtet der Mediziner. „Es gibt keine Therapie, die das Virus direkt bekämpft.
“ Genau deshalb sei die vorbeugende Impfung so wichtig. Spezielle Kinderimpfstoffe sind ab dem ersten Lebensjahr zugelassen, in Ausnahmefällen kann laut Österreichischem Impfplan auch schon mit sechs Monaten geimpft werden. Auffrischungsimpfungen sind bei Kindern wie Erwachsenen notwendig, das erste Mal drei Jahre nach der Grundimmunisierung. Danach muss bis zum 60. Lebensjahr nur noch alle fünf Jahre geimpft werden. [5]
* Frühsommer-Meningoenzephalitis
Impfempfehlungen sind im Österreichischen Impfplan nachzulesen, Impfberatung bieten Ärzt:innen und Apotheker:innen im österreichischen Gesundheitswesen.
- Zentrum für Virologie, MedUni Wien, Virusepidemiologische Information Nr. 03/26.
- Parfut A, Laugel E, Baer S, Gonzalez G et al. Tick-borne encephalitis in pediatrics: An often overlooked diagnosis. Infect Dis Now. 2023 Mar;53(2):104645.
- Halsby K, Gildea L, Madhava H et al. Clinical manifestations and outcomes of Tick-borne encephalitis: A systematic literature review. Ticks Tick Borne Dis. 2024 Nov;15(6):102407.
- https://www.ages.at/mensch/krankheit/infos-zu-zecken-krankheiten, zuletzt abgerufen am 19. April 2026.
- BMASGPK, Impfplan Österreich 2025/2026, Version 1.0 vom 1. Oktober 2025.
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