- 23.04.2026, 10:18:02
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Psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen: Ergebnisse der Ö3 Jugendstudie zeigen dringenden Handlungsbedarf
ÖBVP fordert Ausbau von Projekten zur Prävention, schulpsychotherapeutische Begleitung und gezielter Unterstützung
Anlässlich des Tages der seelischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen verweist der Österreichische Bundesverband für Psychotherapie (ÖBVP) auf eine zunehmend angespannte psychische Lage junger Menschen in Österreich. Die Ergebnisse der aktuellen Ö3-Jugendstudie zeigen deutlich, dass ein erheblicher Teil der Jugendlichen unter psychischen Belastungen leidet und sich in zentralen Lebensbereichen verunsichert erlebt.
Aus psychotherapeutischer Sicht sind diese Entwicklungen nicht isoliert zu betrachten, sondern Ausdruck komplexer gesellschaftlicher, sozialer und entwicklungspsychologischer Dynamiken. Psychische Gesundheit bildet die Grundlage für Bildungsprozesse, Beziehungsfähigkeit und gesellschaftliche Teilhabe. Damit ist sie eine zentrale Voraussetzung für gelingendes Aufwachsen.
„Psychische Gesundheit ist die Voraussetzung dafür, dass junge Menschen lernen Beziehungen zu gestalten und Perspektiven zu entwickeln. Wenn diese Grundlage ins Wanken gerät, sind alle Lebensbereiche betroffen – entsprechend klar muss die gesellschaftliche Antwort ausfallen“, betont Barbara Haid, Präsidentin des ÖBVP.
Vor diesem Hintergrund betont der ÖBVP, dass psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in sämtlichen Lebensbereichen konsequent berücksichtigt und strukturell verankert werden muss. Besonders im Lebensraum Schule braucht es tragfähige Lösungen: Nachhaltiges Lernen kann nur dort gelingen, wo auch psychische Stabilität gegeben ist. Psychotherapie in Schulen kann dabei einen zentralen Baustein darstellen, sowohl zur frühzeitigen Unterstützung als auch im Sinne wirksamer Prävention.
Der ÖBVP begrüßt in diesem Zusammenhang ausdrücklich den vom Bildungsminister Christoph Wiederkehr vorgestellten „Plan Zukunft“, der die Bedeutung psychischer Gesundheit im Bildungssystem aufgreift und entsprechende strukturelle Maßnahmen vorsieht. Aus Sicht des ÖBVP stellt dies einen wichtigen Schritt dar, um psychische Stabilität als Voraussetzung für gelingende Bildungsprozesse nachhaltig zu stärken.
„Ein bewusster und begrenzter Umgang mit Social Media kann entlasten und neue Freiräume schaffen. Gerade für Kinder und Jugendliche ist es wichtig, Phasen der Distanz, im Sinne eines „Detox“, zu ermöglichen, um sich wieder stärker auf reale Erfahrungen und Beziehungen einzulassen. Der kompetente Umgang mit digitalen Medien ist dabei kein Selbstläufer, sondern muss erlernt und begleitet werden.“, erklärt Barbara Haid.
Zudem weist der ÖBVP auf die Bedeutung entwicklungsförderlicher Rahmenbedingungen im Alltag junger Menschen hin: Kinder und Jugendliche sind auf reale Erfahrungsräume angewiesen, in denen sie soziale Kompetenzen, emotionale Regulation und Beziehungsfähigkeit entwickeln können. Fähigkeiten, die im gelebten Miteinander entstehen und entsprechend begleitet werden müssen.
„Darüber hinaus sehen wir, dass insbesondere armutsgefährdete junge Menschen deutlich stärker belastet sind und gezielte Unterstützung benötigen“, ergänzt Béa Pall, Präsidiumsmitglied des ÖBVP.
Der ÖBVP appelliert an Politik und Gesellschaft, die psychische Gesundheit junger Menschen als gesamtgesellschaftliche Aufgabe zu begreifen und entsprechende Maßnahmen nachhaltig zu verankern. Nur so kann gewährleistet werden, dass Kinder und Jugendliche die notwendigen Ressourcen erhalten, um gesund aufzuwachsen und ihre Zukunft aktiv zu gestalten.
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Fabienne Patek, MSc
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