• 22.04.2026, 13:05:32
  • /
  • OTS0145

WKÖ-Landrichtinger: Banken sind Stabilisatoren des Wirtschaftskreislaufes

OeNB-Analyse spiegelt Normalisierung der Zinslandschaft wider - Bundessparte Bank und Versicherung warnt angesichts des Budgetdefizites vor einseitigem Blick in die Vergangenheit

Wien (OTS) - 

Zum heute veröffentlichten „Financial Stability Report“ der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) hält die Geschäftsführerin der Bundessparte Bank und Versicherung in der WKÖ, Eva Landrichtinger, zur Gewinnentwicklung österreichischer Banken fest: „Die aktuellen Ergebnisse spiegeln vor allem die Normalisierung der Zinslandschaft wider. Sie sind auch das Resultat von Effizienzsteigerungen durch Digitalisierung. Ein großer Teil der soliden Gewinne – nämlich 40% - der österreichischen Banken stammt außerdem nicht aus Österreich, sondern aus der CEE-Region (Zentral- und Osteuropa). Zwischen 2012 und 2021 sind die Zinsmargen massiv gesunken, während Risikovorsorge und Regulierungskosten deutlich gestiegen sind.“ Landrichtinger weist daher die Kritik einiger Akteure an sogenannten „Übergewinnen“ stellvertretend für die Branche zurück: „Österreichs Banken haben während der vergangenen Krisenjahre eine wichtige Rolle als Stabilisator des Wirtschaftskreislaufes erfüllt. Weder während der Pandemie noch in der Hochinflationsphase wurden Finanzierungen im großen Stil eingeschränkt. Im Gegenteil: Durch Stundungen, Garantien und Liquiditätsmaßnahmen haben Banken Unternehmen und Haushalte aktiv unterstützt. Sie waren für ihre Kundinnen und Kunden da – und werden das auch künftig sein, wenn es politisch gewünscht ist.“

Die OeNB hat heute bestätigt, dass für die nachhaltige Profitabilität des Bankensektors weiterhin Kostendisziplin sowie Investitionen in Digitalisierung und Cybersicherheit erforderlich sind. Dies ist angesichts der aktuellen Kostendynamik besonders relevant: Die betrieblichen Aufwendungen der Banken sind im vergangenen Jahr deutlich gestiegen, getrieben durch höhere Personal- und IT-Kosten sowie gestiegene Steuerbelastungen. Erschwerend kommt hinzu, dass das Betriebsergebnis der Banken 2025 rückläufig ist.

Wettbewerbsnachteil für den österreichischen Wirtschaftsstandort

Den Forderungen nach weiteren Belastungen für die Branche erteilt die Bundesspartengeschäftsführerin eine deutliche Absage und warnt vor Wettbewerbsnachteilen: „Österreichs Banken zahlen seit 15 Jahren eine ursprünglich temporär angekündigte Abgabe in Höhe von 5,8 Mrd. Euro (2011-2025). Rund 3 Mrd. Euro werden jährlich zusätzlich an Steuern, Abgaben und Sozialbeiträgen geleistet. In diesem Betrag sind jedoch die enormen regulatorischen Kosten, die in den letzten Jahren explodiert sind, noch gar nicht berücksichtigt. Während andere europäische Länder den Finanzsektor entlasten, wurde in Österreich im Jahr 2025 eine weitere Erhöhung beschlossen“, so Landrichtinger und weiter: „Österreichs Banken sind gegenüber europäischen Mitbewerbern und vor allem gegenüber digitalen Anbietern klar benachteiligt. Das ist ein großer Nachteil für den Standort Österreich und dem Wirtschaftsmotor wird notwendige Liquidität für wichtige Investitionen entzogen.“

Studien zeigen Negativeffekte von Bankenabgaben

Internationale Studien belegen, dass Banken- und Stabilitätsabgaben das Kreditvolumen reduzieren. „Mit der notwendigen Budgetsanierung sinkt der staatliche Spielraum – umso wichtiger sind Banken als verlässlicher Anker, vor allem für die Herausforderungen der Zukunft, wie etwa auch Energie- und Infrastrukturfinanzierungen. Die Bankenabgabe – insbesondere ihre jüngste Erhöhung im Jahr 2025 – entzieht genau dieses Kapital und schwächt die Resilienz des Finanzsystems.“ Die Debatte über Gewinne der Vergangenheit greife zu kurz so Landrichtinger abschließend: „Eine losgelöste Betrachtung einzelner Jahre hilft nicht bei den aktuellen und kommenden Herausforderungen für Unternehmen und Kundinnen und Kunden.“ (PWK171/JHR)

Rückfragen & Kontakt

Digital Media & Communication
Pressestelle
Wirtschaftskammer Österreich
T 0590 900 – 4462
[email protected]

https://www.wko.at/oe/news/start

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | PWK

Bei Facebook teilen
Bei X teilen
Bei LinkedIn teilen
Bei Xing teilen
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel