- 16.04.2026, 15:54:12
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VÖZ zu Medienförderung: „Es ist bereits fünf nach zwölf: Heimische Medienbranche benötigt rasch sinnvolle Maßnahmen“
Verlegerverband spricht sich für schnelle Einführung der Zustellförderung und Investition der Mittel aus der Digitalsteuer in den heimischen Medienstandort aus
Der Verband Österreichischer Zeitungen (VÖZ) plädiert anlässlich der heute im Medienministerium präsentierten Studie „Journalismusförderung in Österreich“ für eine rasche Umsetzung der bereits zugesicherten Fördermaßnahmen anstatt eines radikalen Umbaus.
„Dem Befund, dass sich der Medienstandort Österreich in einer strukturellen Krise befindet, ist absolut zuzustimmen. Sinkende Werbeerlöse und die zunehmende Konkurrenz durch die Big Tech-Plattformen stellen eine große Herausforderung für unsere Branche dar. Ob allerdings die heute vorgeschlagenen Lösungsansätze zielführend sind, ist fraglich“, sagt VÖZ-Präsident Maximilian Dasch („Salzburger Nachrichten“).
„Zwar sind jegliche Vorschläge zur nachhaltigen Stärkung des österreichischen Medienstandorts, die rechtlich machbar und auch tatsächlich umsetzbar sind, selbstverständlich zu begrüßen", betont auch VÖZ-Geschäftsführer Gerald Grünberger. „Das bestehende, funktionierende Fördersystem jetzt allerdings gänzlich und radikal neu zu denken, ist nicht praktikabel. Denn der österreichischen Medienbranche läuft, auch vor dem Hintergrund der übermächtigen Konkurrenz durch die Big Tech-Plattformen auf dem Werbemarkt, die Zeit davon. Es ist bereits fünf nach zwölf.“
Die im Regierungsprogramm in Aussicht gestellte Zustellförderung sei etwa bis heute noch nicht beschlossen worden, ruft Maximilian Dasch in Erinnerung. Diese sei jedoch essenziell: „Die Zustellungswege in entlegeneren Regionen, aus denen immer mehr Menschen abwandern, werden auch aus Kostengründen schwerer zu bedienen. Die Vertriebsförderung ist in diesem Zusammenhang ein wichtiges Werkzeug, um die Versorgung aller Bevölkerungsgruppen mit relevanten und qualitätsvollen Informationen sicherzustellen. Dies ist schließlich ein wesentlicher Baustein unserer Demokratie.“
Der Staat nimmt über die Digitalsteuer rund 140 Millionen Euro ein. Demgegenüber stehen rund 128 Millionen Euro an bestehenden und geplanten privaten Medienförderungen. „Die Diskrepanz ist offensichtlich“, so Dasch. „Zumindest die Mittel aus der Digitalsteuer sollten auch in die private österreichische Medienlandschaft investiert werden. Hier geht es nicht nur um die Medien als die vielzitierte vierte Macht. Die privaten Medienunternehmen verlegerischer Herkunft, wie sie im Verband Österreichischer Zeitungen vertreten sind, schaffen zudem Arbeitsplätze und tragen wesentlich zur Wertschöpfung in den Regionen bei.“
Auf Unverständnis stößt beim Verlegerverband insbesondere der Vorschlag zur Einführung einer neuen Kommission für die Fördervergabe. „Das bestehende System aus KommAustria und RTR, die die Mittelvergabe höchst professionell abwickeln, hat sich bewährt. Warum hier eine Doppelstruktur etabliert werden soll, ist nicht nachvollziehbar“, gibt Geschäftsführer Grünberger abschließend zu bedenken.
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