• 16.04.2026, 10:47:02
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Invasive Pneumokokken-Fälle weiter angestiegen

Impfung für ältere Menschen wichtiger denn je

Wien (OTS) - 

Der kürzlich von der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) veröffentlichte Pneumokokken-Jahresbericht für 2025 zeigt einen deutlichen Anstieg der invasiven Pneumokokken-Fälle (IPE) im Vergleich zu 2024. Am öftesten betroffen waren auch diesmal ältere Menschen. Seit November 2025 steht die Pneumokokken-Impfung im Rahmen eines öffentlichen Impfprogramms allen ab 60 Jahren und Risikogruppen kostenfrei zur Verfügung. Der Erfolg dieses Programms wird sich dann in einem Jahr beurteilen lassen.

Große Steigerung [1]

Bereits 2024 wurden in Österreich so viele invasive Pneumokokken-Fälle registriert wie noch nie. Damals wurden 812 Erkrankungen gemeldet. 2025 wurde diese Zahl nun übertroffen, wie im aktuellen Pneumokokken-Jahresbericht der AGES festgehalten wurde. Bei 944 Menschen sind letztes Jahr die Bakterien, die in den meisten Fällen eine „normale“ Lungenentzündung verursachen, in eine ansonsten sterile Körperregion eingedrungen und führten zu einer invasiven Erkrankungsform.

Konkret äußert sich die Erkrankung vor allem in Form einer besonders schweren Lungenentzündung, einer Blutvergiftung (Sepsis) oder einer Hirnhautentzündung (Meningitis). „Der Verlauf kann sehr schwer sein, eine Behandlung auf der Intensivstation erforderlich machen und leider auch – selbst mit Behandlung durch Antibiotika – zum Tod führen“, erläutert Prim.a Dr.in Eveline Kink, MBA, Leiterin der Abteilung für Innere Medizin und Pneumologie, LKH Graz II und Präsidentin der Österreichischen Gesellschaft für Pneumologie (ÖGP). Letzteres spiegelt sich ebenfalls in den aktuellen Zahlen wider. 2025 sind 64 Personen an einer IPE gestorben, das sind sieben mehr als noch im Jahr davor.

Erkrankungshäufigkeit pro 100.000 gestiegen [1]

Angestiegen sind nicht nur die absoluten Erkrankungszahlen, sondern auch die Inzidenz (Häufigkeit), und zwar von 8,9 auf 10,3 pro 100.000 Einwohner:innen. Männer waren häufiger betroffen als Frauen. Die höchste Inzidenz wurde wie bei vielen Infektionskrankheiten in der Gruppe der über 80-Jährigen gemessen. „In dieser Gruppe sehen wir – aufgrund des nachlassenden Immunsystems und oft vorhandener weiterer Krankheiten – besonders oft Komplikationen. Daher ist gerade bei älteren Menschen die Pneumokokken-Impfung ganz besonders wichtig“, betont Kink.

Die Auswertungen der AGES zeigen, dass die modernen Impfstoffe einen Großteil der letztes Jahr kursierenden Serotypen – also der verschiedenen Untergruppen – der Pneumokokken abgedeckt haben, vermutlich also viele Krankheitsfälle zu verhindern gewesen wären.

Pneumokokken-Impfung ab dem 60. Lebensjahr kostenfrei

Seit Ende 2025 steht die Pneumokokken-Impfung allen Personen ab dem vollendeten 60. Lebensjahr im Rahmen des öffentlichen Impfprogramms gratis zur Verfügung. Auch für Personen ab 18 Jahren mit Vorerkrankungen wird sie im Österreichischen Impfplan empfohlen und kann kostenfrei in Anspruch genommen werden. Da es die Gratis-Impfung erst seit November 2025 gibt, sind ihre Effekte in der Statistik 2025 naturgemäß noch nicht abgebildet. Der nächste Pneumokokken-Bericht wird erstmalig Aufschluss geben können.

Ähnlich wie die kostenfreie Gürtelrose-Impfung wurde die Pneumokokken-Impfung jedoch von der Bevölkerung bereits sehr gut angenommen. Seit Einführung der Gratis-Impfung wurden laut e-Impfpass bereits über 210.000 Dosen verimpft und etwa 400.000 Impfstoffe ausgeliefert.

Impfempfehlungen sind im Österreichischen Impfplan nachzulesen, Impfberatung bieten Ärzt:innen und Apotheker:innen im österreichischen Gesundheitswesen.

  1. AGES, Nationale Referenzzentrale für Pneumokokken, Jahresbericht 2025.

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Für den Österreichischen Verband der Impfstoffhersteller

FINE FACTS Health Communication GmbH
Mag.a Uta Müller-Carstanjen
Telefon: +436645153040
E-Mail: [email protected]

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