- 15.04.2026, 15:15:06
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vida-Hebenstreit: Beschäftigte im Tourismus haben es satt, immer die Sündenböcke der WKÖ zu sein
Tourismus-KV-Verhandlungen: Gewerkschaft fordert faire Löhne und bessere Arbeitsbedingungen – Fachverband soll endlich an den Verhandlungstisch zurückkehren!
Die Gewerkschaft vida wehrt sich gegen die Darstellung des Fachverbands Gastronomie in der Wirtschaftskammer Österreich, wonach insbesondere die Kosten für das Personal im Tourismus die Betriebe belasten würden. Anlass dafür sind die Ergebnisse des „Gastronomie-Fitness-Checks“, einer neuen Studie der Österreichischen Hotel- und Tourismusbank (OeHT).
„Die Gastronomie hat kein Problem mit den Kosten für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, sondern mit den eigenen Geschäftsmodellen“, hält vida-Vorsitzender Roman Hebenstreit entgegen. „In einer Branche, in der die Produktivität der Beschäftigten laut Statistik Austria im Jahr 2025 um 5 Prozent gestiegen ist, über Personalkosten und zu geringe Betriebsergebnisse zu jammern, zeigt die Kurzsichtigkeit der Branche. Die Beschäftigten im Tourismus haben es satt, immer die Sündenböcke der WKÖ zu sein. Da verwundert es nicht, dass die Branche ständig über Personalmangel klagen muss“, stellt Hebenstreit klar.
„Die Branche kann nicht immer von der WKÖ krankgeredet werden, wenn gerade die Löhne für die Branche verhandelt werden. In den Monaten zuvor überschlugen sich die Erfolgsmeldungen seitens WKÖ und Politik für den heimischen Tourismus geradezu“, so Hebenstreit weiter. Die Beschäftigten seien mit ihren außerordentlichen Leistungen unter erschwerten Arbeitsbedingungen das Fundament der Erfolge des heimischen Tourismus und haben sich daher faire Lohnerhöhungen verdient, betont der vida-Vorsitzende.
Die Gewerkschaft vida fordert die Arbeitgeber im Tourismus auf, endlich ihre politische Verantwortung wahrzunehmen und noch im April an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Das aktuelle Angebot der Arbeitgeber von durchschnittlich 3 Prozent Lohnerhöhung sei angesichts der belastenden Bedingungen für die Arbeitnehmer:innen und der Rekordergebnisse in der Branche inakzeptabel, betont Hebenstreit.
„Wir fordern eine Reallohnerhöhung über der Inflation und Verbesserungen im KV-Rahmenrecht. Der Tourismus boomt trotz allem Schlechtreden und der ‚Auftragsstudie‘ der WKÖ“, so Hebenstreit. „Auch im letzten Tourismusausschuss des Nationalrats ließen die Staatssekretär:innen Zehetner und Schellhorn durchblicken, dass trotz der aktuellen Weltlage für die heimische Tourismusbranche mit einer guten Sommersaison zu rechnen sei.“
Trotz der zentralen Rolle als Wirtschaftsmotor bleibt die Bezahlung in der Branche deutlich hinter anderen Bereichen zurück. Während Beschäftigte im öffentlichen Dienst ab 1.777,92 Euro netto verdienen und in der Reinigung ab 1.747,96 Euro netto, liegt der Einstieg in Hotellerie und Gastronomie bei lediglich 1.640,86 Euro netto für Hilfskräfte. Zum Vergleich: Die Armutsschwelle beträgt aktuell 1.661 Euro.
Die Kombination aus hoher Arbeitsbelastung, langen Arbeitszeiten, unsicheren Dienstplänen und niedrigen Löhnen führe zu wachsender Unzufriedenheit und Abwanderung aus der Branche, bekräftigt Hebenstreit die zentralen Forderungen der Gewerkschaft für die Lohnverhandlungen: Reallohnerhöhung über der Inflation, 12 garantiert freie Sonntage pro Jahr und bezahlte Mittagspausen.
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