- 15.04.2026, 13:57:02
- /
- OTS0139
WKNÖ: Aktiv-Pension ist ein erster Schritt gegen Arbeitskräftemangel
Präsident Wolfgang Ecker: „Um langfristig Fachkräfte zu sichern, brauchen wir neben attraktivem Arbeiten im Alter mehr Vollzeit, mehr Lehre und eine einfachere Zuwanderung.“
Mit der heute angekündigten Aktiv-Pension plant die Bundesregierung die Umsetzung einer langjährigen Forderung der Wirtschaftskammer Niederösterreich (WKNÖ). „Unser Ziel war es immer, Arbeit im Alter durch flexiblere Rahmenbedingungen, gezielte Qualifizierung und passende Maßnahmen für Betriebe und Beschäftigte attraktiver und praktikabler zu machen“, betont Wolfgang Ecker. Dass die vorgesehenen Entlastungen auch für Selbstständige gelten sollen, sei „eine gute Entscheidung, für die wir uns immer eingesetzt haben“. Ecker plädiert jedoch für eine raschere Umsetzung: „Die Entscheidungsträger sollten nicht bis Anfang 2027 warten, sondern ehestmöglich umsetzen.“
WIFO-Studie zeigt eklatanten Fachkräftemangel
Laut einer aktuellen WIFO-Studie fehlen bis 2029 in Niederösterreich über 14.000 Fachkräfte mit Lehrabschluss, österreichweit sogar mehr als 50.000. Der Grund: weniger Lehrlinge und altersbedingte Abgänge. Das WIFO empfiehlt daher nicht nur eine Forcierung der Lehrausbildung, sondern auch eine österreichweite Förderung der Qualifizierung bestehender geringqualifizierter Mitarbeiter auf Lehrlingsniveau.
Mit der Aktiv-Pension könnten die altersbedingten Abgänge zwar abgefedert werden, die WKNÖ fordert aber weitere konkrete Ergänzungen, um den Fachkräftemangel weiter zu entschärfen.
Vollzeit attraktiver machen
„Arbeit wird als etwas Schlechtes gesehen, als etwas, von dem man sich befreien muss. Doch weniger Arbeit bedeutet auch weniger Steuern und Abgaben – und damit weniger Einnahmen für den Staat“, bringt es Ecker auf den Punkt und warnt: „Wenn wir nicht umdenken, steht die Finanzierung zentraler Bereiche wie Gesundheit, Bildung und Pensionen ebenso auf dem Spiel wie Wohlstand, soziale Sicherheit und Wettbewerbsfähigkeit.“
Statt einer Arbeitszeitverkürzung fordert der Präsident steuerliche Maßnahmen für den Umstieg von Teilzeit auf Vollzeit: etwa Freibeträge oder Absetzbeträge bei Vollzeitarbeit, eine Senkung der Steuertarife in den mittleren Stufen sowie die Anhebung der zweiten und dritten Einkommensteuerstufe. „Wer mehr arbeitet, muss netto spürbar mehr verdienen“, fordert der WKNÖ-Präsident.
Lehre und Qualifizierung forcieren
Von der Elementarbildung bis zur Hochschule braucht es ein durchgängiges Bildungssystem, das Qualität stärkt, Chancen sichert und Zukunftskompetenzen fördert – mit klarer Finanzierung, moderner Ausstattung und echter Chancengleichheit für alle Bildungswege. Nur so kann Österreich seine Fachkräftebasis langfristig sichern und Bildung als Schlüssel zur Wettbewerbsfähigkeit nutzen.
Rot-Weiß-Rot-Karte praxistauglich
Darüber hinaus fordert die WKNÖ eine vereinfachte Anerkennung ausländischer Qualifikationen durch Testungen und vollständige Digitalisierung der Verfahren. Auch das Jobseeker-Visum soll ausgebaut werden, damit hochqualifizierte Fachkräfte aus Drittstaaten für sechs Monate nach Österreich kommen können, um einen passenden Arbeitsplatz zu finden. Die Westbalkanregelung – also der freie Zugang zum Arbeitsmarkt für EU-Beitrittskandidaten – sollte ebenfalls dauerhaft umgesetzt werden.
„Die geplante Aktiv-Pension der Bundesregierung ist ein richtiger und wichtiger Schritt“, fasst Präsident Wolfgang Ecker zusammen. „Aber ohne zusätzliche steuerliche Vollzeitanreize, stärkere Qualifizierung und eine modernisierte Zuwanderung schließen wir die Fachkräftelücke nicht ausreichend. Niederösterreichs Wirtschaft braucht mehr pragmatische Lösungen – unsere Vorschläge liegen bereit auf dem Tisch.“
Rückfragen & Kontakt
Wirtschaftskammer Niederösterreich
Stabsabteilung Kommunikation
Telefon: +43 2742 851 14100
E-Mail: [email protected]
Website: https://wko.at/noe
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | HKN






