- 15.04.2026, 11:04:32
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Frauengesundheit stärken: LBG schreibt Klinische Forschungsgruppe im Bereich Gendermedizin aus
Ziel ist es, die Forschungslücke zu schließen und die medizinische Gleichstellung im Gesundheitswesen zu verbessern. Call für Bewerbungen ist ab Juni 2026 geöffnet.
Noch immer werden geschlechtsbezogene Unterschiede in der Medizin zu wenig erforscht. Dabei beeinflussen sie maßgeblich, wie Krankheiten erkannt, behandelt und vorgebeugt werden. Um diese Forschungslücke fortan zu schließen, schreiben die Ludwig Boltzmann Gesellschaft (LBG) und das Bundesministerium für Frauen, Wissenschaft und Forschung (BMFWF) eine neue Klinische Forschungsgruppe (KFG) zu Frauengesundheit und Gendermedizin aus. Ziel ist es, zentrale Fragen der Gendermedizin wissenschaftlich zu untersuchen, Erkenntnisse praxisnah zu übertragen und somit die klinische Forschung in diesem Bereich entscheidend voranzubringen. Der Call für die neue KFG ist ab Ende Juni 2026 geöffnet.
„Lange Zeit wurde Medizin vor allem am männlichen Körper erforscht. Symptome von Herzinfarkten bei Frauen wurden übersehen, Medikamentendosierungen orientierten sich an männlichen Durchschnittswerten, und viele Erkrankungen, die vor allem Frauen betreffen, wurden zu wenig erforscht. Das hat reale Folgen – für Lebensqualität, Krankheitsverläufe und Überlebenschancen“, so Eva-Maria Holzleitner, Bundesministerin für Frauen, Wissenschaft und Forschung. „Mit der Investition von 8,32 Millionen Euro in Gendermedizin und Frauengesundheit setzen wir hier an. Wir schaffen die Grundlage dafür, dass Unterschiede zwischen Frauen und Männern systematisch erforscht und in der klinischen Praxis berücksichtigt werden. Das verbessert Diagnostik, Therapie und Prävention. Und damit ganz konkret die Versorgung von Patientinnen.“
Fokus auf den gesamten weiblichen Lebenszyklus
Geschlechterspezifische Unterschiede im Gesundheitswesen haben weitreichende Auswirkungen: Sie beeinflussen nicht nur die Prävention, Diagnose und Behandlung zahlreicher Erkrankungen, sondern auch die Planung und Ausrichtung von Gesundheitsforschung und Versorgungsstrategien. Vor diesem Hintergrund richtet sich die bereits dritte KFG-Ausschreibung der LBG gezielt auf genderspezifische Fragestellungen sowie auf besondere Risikoprofile und gesundheitliche Bedürfnisse von Frauen. Gesucht wird eine Klinische Forschungsgruppe, die einen wesentlichen Beitrag zur Frauengesundheitsforschung, der damit verbundenen Versorgungsforschung sowie der Gendermedizin leistet.
„Mit der Ausschreibung einer neuen Klinischen Forschungsgruppe zu Frauengesundheit und Gendermedizin greifen wir ein zentrales Thema der Gesundheitsforschung auf, das längst überfällig ist“, so LBG-Präsidentin Freyja-Maria Smolle-Jüttner. „Unser gemeinsames Ziel ist es, neue wissenschaftliche Erkenntnisse rasch aus der Forschung in die klinische Praxis zu überführen und so eine Forschungslücke zu schließen. Damit ermöglichen wir eine Versorgung, die den spezifischen Bedürfnissen von Patientinnen gerecht wird und leisten somit einen wichtigen Beitrag zu einer evidenzbasierten und künftig gerechteren Gesundheitsversorgung.“
Gefördert werden Forschungsfragen zu Erkrankungen und Gesundheitsaspekten, die ausschließlich oder überwiegend Frauen betreffen oder mit spezifischen biologischen Merkmalen des weiblichen Körpers zusammenhängen. Besonders im Fokus stehen dabei Themen entlang des gesamten weiblichen Lebenszyklus: von der reproduktiven Phase mit Schwangerschaft und Geburt über Peri-, Meno- und Postmenopause bis hin zu gesundem Altern.
Dazu zählen aber eben nicht nur gynäkologische Aspekte, sondern eine Vielzahl von spezifischen körperlichen und psychischen Erkrankungen, die entweder bei Frauen häufiger als bei Männern auftreten oder die bei Frauen einen anderen Verlauf nehmen und einen anderen therapeutischen Ansatz benötigen.
Durch das neue, zu fördernde Projekt soll die Forschung zu geschlechtersensibler Medizin in Österreich nachhaltig gestärkt und langfristig zur Verbesserung der medizinischen Gleichstellung im Gesundheitswesen beigetragen werden.
Klinische Forschungsgruppen: Vom Labor in die Praxis
Das von der LBG gemeinsam mit dem BMFWF initiierte Förderprogramm Klinische Forschungsgruppen ist Österreichs erste kollaborative Forschungsinitiative mit klarem Fokus auf patient:innenorientierte und medizinisch hochrelevante Fragestellungen in der nicht-kommerziellen klinischen Forschung. Seit 2022 schließt die LBG damit eine wichtige Lücke zwischen Grundlagenforschung und anwendungsnaher medizinischer Entwicklung. Für das Programm stehen in dieser Ausschreibung 8,32 Millionen Euro für eine Laufzeit von acht Jahren zur Verfügung.
Die Auswahl der KFG erfolgt im Peer-Review-Verfahren durch eine internationale Expert:innen-Kommission.
Die Einreichunterlagen sind ab Ende Juni online über die Webseite der LBG verfügbar, die Einreichung ist bis 6. November 2026 über das LBG Online-Portal eSubmission möglich. Weitere Informationen zum Call finden Sie unter https://lbg.ac.at/kfg.
Rückfragen & Kontakt
Ludwig Boltzmann Gesellschaft
Mag. Werner Fulterer
Telefon: +43 1 513 27 50-28
E-Mail: [email protected]
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