- 13.04.2026, 09:54:02
- /
- OTS0032
BÖP setzt sich für bessere Unterstützung für psychisch erkrankte Menschen in Justizanstalten ein
Der aktuelle Zustand psychisch erkrankter Menschen in Justizanstalten erfordert umfangreichere fachliche Unterstützung und systematische Verbesserungen
Aktuelle Medienberichte sowie der jüngste Prüfbericht der Volksanwaltschaft machen erneut auf erhebliche Missstände im Umgang mit psychisch erkrankten Menschen in Österreichs Justizanstalten aufmerksam. Vor diesem Hintergrund nimmt auch der Berufsverband Österreichischer Psychologinnen und Psychologen (BÖP) als größte Berufsvertretung für psychische Gesundheit in Österreich Stellung.
In Justizanstalten ist die Prävalenz psychischer Erkrankungen grundsätzlich deutlich höher als in der Allgemeinbevölkerung und nimmt laut Volksanwaltschaft seit Jahren stetig zu. Davon sind nicht nur psychotische Störungen betroffen – Suchterkrankungen, Depressionen, Angststörungen und Persönlichkeitsstörungen treten dabei noch viel häufiger auf. Besonders erschreckend: Die Rate an Suizidversuchen in Österreichs Justizanstalten ist derzeit so hoch wie seit Jahren nicht mehr.
Laut Angaben des Bundesministeriums für Justiz sind im österreichischen Straf- und Maßnahmenvollzug derzeit 186 Psycholog:innen und Psychiater:innen tätig und das generelle Betreuungsverhältnis liegt bei ungefähr 1:100 im Strafvollzug und 1:25 im Maßnahmenvollzug (Fachpersonal zu Insass:innen). Angesichts dieser dramatischen Situation setzt sich der BÖP für eine rasche Verbesserung der psychiatrischen und klinisch-psychologischen Versorgung in den österreichischen Justizanstalten ein, um die Sicherheit, die Menschenrechte und die Resozialisierungschancen von Insassinnen und Insassen sowie die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger nach der Entlassung der Insass:innen zu gewährleisten.
Besonders setzt sich der BÖP für folgende Maßnahmen ein:
- den Ausbau der Psychiatrie in Strafanstalten
- den Ausbau der flächendeckenden klinisch- und gesundheitspsychologischen Versorgung in allen Anstalten
- einen besseren Betreuungsschlüssel (mehr Zeit pro Insass:in)
- spezialisierte klinisch- und gesundheitspsychologische Angebote für psychisch auffällige und belastete Straftäterinnen und Straftäter
BÖP-Präsidentin a.o. Univ.-Prof.in Dr.in Beate Wimmer-Puchinger betont: „Wir begrüßen die Bemühungen des Bundesministeriums und der Fachkräfte in den Justizanstalten und möchten als Psychologinnen und Psychologen dazu beitragen, um gemeinsam nachhaltige Lösungen zu finden.“
Der Berufsverband Österreichischer Psychologinnen und Psychologen (BÖP) steht jederzeit mit seiner Expertise bereit, um bei der Verbesserung der Situation zu unterstützen. Denn klar ist: Psychische Erkrankungen müssen behandelt werden – unabhängig von den Lebensumständen der Betroffenen.
Rückfragen & Kontakt
Berufsverband Österreichischer Psychologinnen und Psychologen (BÖP)
Nathalie Winterink, BA BSc MSc
Telefon: 0670 35 41 296
E-Mail: [email protected]
Website: https://www.boep.or.at
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | PSY






