- 10.04.2026, 10:44:32
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ÖGB-Pfister: Standort braucht soziale Leitplanken statt Kürzungen bei Lohnnebenkosten
Aktive Industriepolitik braucht gute Arbeit und sichere Sozialsysteme
Anlässlich der IV-Pressekonferenz zum Industriebarometer betont Angela Pfister, die Leiterin des volkswirtschaftlichen Referates des ÖGB: „Standortpolitik braucht gute Arbeit, faire Regeln und soziale Absicherung.“
Lohnnebenkosten-Senkung belastet Arbeitnehmer:innen
Pfister weiter: „Wer die Lohnnebenkosten senkt, gibt den Menschen nicht mehr Netto vom Brutto, sondern sägt am sozialen Sicherheitsnetz. Die Beschäftigten haben davon keinen Cent mehr im Börsel – dafür riskieren wir die Finanzierung von Krankenhäusern, die Absicherung bei Arbeitsunfällen und die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall. Am Ende zahlen die Arbeitnehmer:innen drauf, während nur die Konzerngewinne steigen.“
Standort braucht strategische Investitionen statt Kahlschlag
„Wir müssen die industrielle Basis Österreichs schützen und in die Energieunabhängigkeit investieren. Der Ausbau der Energieproduktion, von Speicheranlagen und modernen Netzen ist Grundvoraussetzung für unsere Arbeitsplätze und eine sichere Versorgung in der Zukunft“, betont Pfister.
„Öffentliche Gelder sind kein Geschenk an Konzerne, sondern müssen gezielt dort fließen, wo sie Jobs sichern und den Wandel unserer Wirtschaft aktiv vorantreiben“, so die Gewerkschafterin.
Soziale Leitplanken für öffentliche Mittel
„Wer über den Standort spricht, darf die Arbeitnehmer:innen nicht aus dem Blick verlieren“, sagt Pfister. Der ÖGB fordert klare Leitplanken für Förderungen und Vergaben: „Steuergeld darf nicht an Unternehmen fließen, die Lohn- und Sozialstandards untergraben. Wir müssen Förderungen und Aufträge konsequent an heimische Wertschöpfung binden“, fordert Pfister: „Das reine Billigstbieterprinzip ist abzuschaffen – es zerstört unsere hohen Standards. Wer Aufträge an Firmen aus Drittstaaten vergeben will, soll das künftig begründen müssen. Wettbewerb darf nicht durch Lohndumping aus Niedriglohnländern untergraben werden.“
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Mag. Toumaj Faragheh
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