- 10.04.2026, 10:10:32
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WKÖ-Generalsekretär Danninger zu WIFO-/IHS-Prognose: Unternehmen jetzt den Rücken stärken
Nahost-Konflikt gefährdet zarte Erholung in Österreich – umso dringender braucht es Entlastung und eine Senkung der Lohnnebenkosten
Die aktuellen geopolitischen Risiken und Unsicherheiten dämpfen die konjunkturelle Entwicklung auch in Österreich. WIFO und IHS gehen in ihren heute, Freitag, veröffentlichten Prognosen davon aus, dass die ohnehin nur moderate Konjunkturerholung, die Ende des Vorjahres für 2026 und 2027 erwartet wurde, nicht zu halten sein wird. Das IHS rechnet für 2026 nun mit einem realen BIP-Wachstum von 0,5 Prozent. Das WIFO erwartet – abhängig von der weiteren Entwicklung der Rohöl- und Erdgaspreise – ein Wachstum zwischen 0,2 und 1,1 Prozent. Die Inflationsrate dürfte heuer laut WIFO zwischen 2,5 und 4,1 Prozent liegen; das IHS prognostiziert 2,9 Prozent.
„Der Nahost-Konflikt und die zusätzliche Unsicherheit drücken die ohnehin verhaltenen Wachstumsaussichten weiter nach unten. Für viele Betriebe ist das ein Warnsignal: Wenn Unsicherheit steigt und die Kosten hoch bleiben, werden Investitionen aufgeschoben“, sagt Jochen Danninger, Generalsekretär der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ). Erschwerend kommt hinzu, dass beide Institute die Risiken für ihre Prognosen als hoch einschätzen. Besonders betroffen ist die heimische Industrie, die seit Jahren unter der schwachen Investitionsgüternachfrage leidet.
Aus Sicht der Wirtschaft steigt damit der Handlungsdruck noch weiter. „Gerade in Phasen erhöhter Unsicherheit braucht es verlässliche Rahmenbedingungen – damit Investitionen möglich bleiben und Beschäftigung gesichert wird“, betont Danninger.
Kostendruck abfedern, Lohnnebenkosten senken
Der starke Anstieg der Lohnstückkosten, hohe Energiepreise und wachsende internationale Konkurrenz setzen den Wirtschafts- und Industriestandort Österreich unter Druck. „Umso wichtiger ist, dass wir in unserem eigenen Gestaltungsbereich das Heft in die Hand nehmen. Im Hinblick auf das geplante Doppelbudget sagen wir klar Nein zu neuen Steuern und Belastungen – das wäre gerade jetzt standortschädlich. Die Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit muss Priorität haben“, so Danninger.
„Gerade jetzt braucht der Standort die richtigen Maßnahmen: Entlastung statt neuer Belastungen und mehr Spielraum, um auch in einer schwierigen konjunkturellen Lage bestehen zu können“, ergänzt der WKÖ-Generalsekretär.
Auch die OECD hat kürzlich festgehalten, dass die Produktionskosten in Österreich in den letzten Jahren stark gestiegen sind - und damit die Wettbewerbsfähigkeit österreichischer Unternehmen massiv unter Druck geraten ist. Besonders ausgeprägt ist diese Entwicklung bei den Lohnstückkosten. Hier muss dringend gegengesteuert werden. „Unser Appell ist klar: Die im Regierungsprogramm festgeschriebene Senkung der Lohnnebenkosten muss jetzt rasch auf den Weg gebracht werden“, so Danninger.
Außenwirtschaftliches Umfeld aktiv gestalten
Auch auf EU-Ebene müssen Wettbewerbsfähigkeit und Resilienz gestärkt werden: Es gilt, Potenziale im Binnenmarkt zu nutzen, eine offene und zugleich strategische Handelspolitik zu verfolgen und Schutzinstrumente wirksam einzusetzen, damit heimische Unternehmen international unter fairen Bedingungen bestehen können. „Fakt ist: Geopolitische Spannungen sowie wirtschafts- und handelspolitische Unsicherheiten werden nicht so bald verschwinden. Damit sich Unternehmen an diese neue Normalität anpassen können, ist die Politik gefordert, das außenwirtschaftliche Umfeld aktiv mitzugestalten“, so der WKÖ-Generalsekretär abschließend. (PWK145/TK)
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Andreas Jilly
Sprecher der Wirtschaftskammer Österreich
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