• 10.04.2026, 10:09:02
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Programmakkreditierung sichert Qualität und internationale Standards an Fachhochschulen

AQ Austria setzt sich für gemeinsame Qualitätsansprüche ein

Wien (OTS) - 

Die Sicherung und Weiterentwicklung der Qualität an Österreichs Hochschulen zählen zu den zentralen Aufgaben der Agentur für Qualitätssicherung und Akkreditierung (AQ Austria). Diese werden in Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Institutionen und Akteuren wahrgenommen – mit klar verteilten Rollen, aber einem gemeinsamen Ziel: international anerkannte Qualität in Lehre, Forschung und gesellschaftlichem Auftrag.

Die Programmakkreditierung von neuen Studiengängen an den 21 österreichischen Fachhochschulen (FH) bzw. Hochschulen für Angewandte Wissenschaften (HAW) ist aktuell in Diskussion. Sowohl das Ministerium für Frauen, Wissenschaft und Forschung (BMFWF), als auch die Fachhochschulen und die AQ Austria sehen übereinstimmend Entwicklungsbedarf. Denn die Anforderungen an Hochschulen verändern sich laufend. Themen wie lebensbegleitende Weiterbildung, Künstliche Intelligenz und Internationalisierung aber auch Wettbewerb prägen diese Entwicklung. Gleichzeitig haben sich die Fachhochschulen seit ihrer Einführung 1994 stark weiterentwickelt: Sie haben ihr Studienangebot erweitert, ihre Forschung ausgebaut und sich als eigenständige Hochschulen etabliert. Entsprechend müssen auch die Instrumente der internen und externen Qualitätssicherung angepasst werden. Die AQ Austria steht dazu seit 2023 im Austausch mit dem Wissenschaftsministerium und der Fachhochschulkonferenz (FHK).

Ziel ist es, die Programmakkreditierung für neue Studiengänge an etablierten Fachhochschulen effizienter und weniger bürokratisch zu gestalten. Mit einer Ende 2024 überarbeiteten Verordnung hat die AQ Austria bereits wichtige Schritte zur Vereinfachung, Beschleunigung und Flexibilisierung der Akkreditierungsverfahren gesetzt. Leitprinzip ist: so viel Prüfung wie nötig, so wenig Aufwand wie möglich, um die Qualität eines Angebots bewerten zu können. Die Vorgangsweise orientiert sich also am jeweils beantragten Studiengang. Während früher jeder Antrag umfassend begutachtet wurde, können Verfahren nun in der Mehrheit der Fälle bereits deutlich vereinfacht werden. Zudem wurde von der AQ Austria der FHK und dem BMFWF vorgeschlagen, Darlegungs- und Nachweispflichten zu erleichtern und nur noch auf die qualitativ entscheidenden Bereiche zu fokussieren: Der Studienplan und damit wesentliche Elemente des Curriculums sowie die Voraussetzungen für eine qualitätsvolle Implementierung des Studiengangs, also Personal, Infrastruktur und Finanzierung.

Unverändert bleibt jedoch: Die Qualität neuer Studiengänge wird weiterhin unabhängig geprüft und international anschlussfähig gesichert.

„Die Fachhochschulen und ihr Umfeld haben sich stark entwickelt – und genau deshalb braucht es eine Qualitätssicherung, die mit dieser Entwicklung Schritt hält“, betont die AQ Austria.

Die FHK fordert seit Jahren die vollständige Abschaffung der Programmakkreditierung. Sie argumentiert, diese sei redundant, verzögere Innovationen und verlängere die Entwicklungszeit neuer Studiengänge. Fachhochschulen müssten flexibler und schneller auf Anforderungen von Wirtschaft und Arbeitsmarkt reagieren können. Trotz intensiver Zusammenarbeit hält die FHK an ihrer Maximalforderung fest und lehnt externe Qualitätssicherung von Studiengängen weiterhin grundsätzlich ab. Die Begutachtung neuer Studienangebote durch unabhängige Expert*innen – ein im Europäischen Hochschulraum etablierter Standard – wird abgelehnt.

Aus Sicht der AQ Austria ist diese Position nicht überzeugend und mit europäischen Qualitätsstandards nicht vereinbar.

Die AQ Austria vertritt hier eine differenzierte Perspektive: Die Hauptverantwortung für Qualität liegt selbstverständlich bei den Hochschulen selbst. Die externe Qualitätssicherung bietet aber eine kritisch-konstruktive Außenperspektive, schafft Vertrauen bei Studieninteressierten, sichert die legitime Verwendung öffentlicher Mittel und gewährleistet die nationale wie internationale Anerkennung von Abschlüssen. Durch diese Dualität entsprechen Hochschulen nicht nur aktuellen Standards, sondern können, vor allem im Sinne ihrer Studierenden und der Gesellschaft, qualitätsgesichert und zukunftsorientiert planen und handeln

„Vertrauen entsteht nicht durch Selbsteinschätzung, sondern durch unabhängige, nachvollziehbare Verfahren.“

Begutachtungsverfahren bieten zudem wertvolle Impulse zur Weiterentwicklung von Studienangeboten. Sie dauern in der Regel etwa sechs Monate – ein angemessener Zeitraum angesichts der langfristigen Bedeutung akademischer Ausbildung.

Vor diesem Hintergrund appelliert die AQ Austria an alle Beteiligten, insbesondere an die FHK, die gemeinsame Verantwortung für die Qualität von Hochschulbildung im Allgemeinen und von Studiengängen im Besonderen wahrzunehmen. Schlanke Verfahren und institutionelle Eigenverantwortung schließen einander nicht aus, sondern ergänzen sich sinnvoll und schaffen in Österreich und in Europa anerkannte Studienangebote und -abschlüsse.

Die rechtliche Grundlage bildet das Hochschul-Qualitätssicherungsgesetz (HS-QSG) von 2011. Es definiert Aufgaben, Strukturen und Instrumente der externen Qualitätssicherung. Je nach Hochschulsektor kommen unterschiedliche Verfahren zum Einsatz – von institutionellen Audits bis zur Begutachtung einzelner Studiengänge.

Diese Programmakkreditierung an Fachhochschulen stellt sicher, dass bereits die ersten Studierenden von hoher Qualität profitieren. Sie erfolgt einmalig und bezieht die Perspektiven unabhängiger Expert*innen aus Wissenschaft, Praxis und Studierendenschaft ein.

„Qualität entsteht im Zusammenspiel unterschiedlicher Perspektiven. Genau das gewährleistet die Programmakkreditierung.“

Als nationale Qualitätssicherungsagentur ist die AQ Austria gemäß gesetzlichem Auftrag für die externe Qualitätssicherung hochschulischer Bildungseinrichtungen in Österreich zuständig – in einem europäischen Rahmen. Die Agentur hat ein breit gefasstes Aufgabenspektrum: Die Durchführung von Qualitätssicherungsverfahren (Akkreditierungen, Audits, Evaluierungen), die Erstellung von Studien und thematischen Analysen, die Information und Beratung zu Fragen der Qualitätssicherung und Qualitätsentwicklung sowie die internationale Zusammenarbeit im Bereich der hochschulischen Qualitätssicherung.

Mit 149 Begutachtungs- und Meldeverfahren hat die AQ Austria 2025 in den unterschiedlichen Sektoren zur Qualität der Studienangebote, sowie die Qualität von Lehre und Forschung in Österreich beigetragen – im Sinne der Studierenden, der Partner*innen der Hochschulen, der zukünftigen Arbeitgeber*innen und vor allem im Sinne der Gesellschaft.

Rückfragen & Kontakt

AQ Austria – Agentur für Qualitätssicherung und Akkreditierung
Austria

Telefon: 0664/78042262 | 0677/61495429
E-Mail: [email protected]
Website: https://www.aq.ac.at

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