- 09.04.2026, 15:44:02
- /
- OTS0143
Caritas: OECD-Bericht zu Entwicklungshilfeleistungen 2025 – Österreichs Rückzug aus der internationalen Zusammenarbeit stoppen!
Österreichische ODA-Quote auf 0,33% des Bruttonationaleinkommens gesunken. Warnung vor Bumerang-Effekt bei Einsparungen von Entwicklungshilfeleistungen
Trotz derzeitiger Krisenspirale, aufgrund derer rund 250 Millionen Menschen Humanitäre Hilfe benötigen und bis zu 720 Millionen Menschen an Hunger leiden, ziehen sich immer mehr wohlhabende Länder aus der internationalen Entwicklung, Humanitären Hilfe, entwicklungspolitischen Inlandsarbeit und Friedensförderung zurück. Der Entwicklungshilfeausschuss DAC der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), warnte heute davor, dass 26 seiner 34 Mitgliedsstaaten ihre öffentlichen Entwicklungshilfeleistungen (Official Development Assistance, ODA) im Jahr 2025 kürzten und die ODA das stärkste Minus ihrer Geschichte verzeichnet.
Alexander Bodmann, Vizepräsident der Caritas Österreich: „Wenn Österreich bei den Entwicklungshilfeleistungen spart, wird das zu uns zurückkommen wie ein Bumerang. Weltweite Konflikte, Klimakrise und Ungleichheiten könnten sich auch hierzulande stärker auswirken. Wenn Österreich eine friedlichere, gerechtere und stabilere Welt mitgestalten will, dann muss sich das auch in den Budgetzahlen widerspiegeln. Statt weitere Einsparungen vorzunehmen, appellieren wir an die Regierung, keinen Bumerang zu werfen, sondern im kommenden Doppelbudget die Mittel für die Austrian Development Agency, den Auslandskatastrophenfonds und internationale Klimaprojekte zumindest auf das Niveau von 2024 anzuheben!“
Österreich hat Rückzug aus der internationalen Zusammenarbeit angetreten
Zwar würden die endgültigen Entwicklungshilfeleistungen (Official Development Assistance, ODA) der DAC-Mitgliedsstaaten erst im Dezember präsentiert, doch schon jetzt habe die österreichische Bundesregierung mit dem Doppelbudget 2025/2026 den Rückzug aus der internationalen Zusammenarbeit angetreten, so Alexander Bodmann. „Die DAC-Mitglieder bekennen sich zum international vereinbarten Ziel, jährlich 0,7 Prozent des Bruttonationaleinkommens bereitzustellen – Österreich hat dieses Ziel noch nie erreicht. 2025 betrug Österreichs sogenannte ODA-Quote klägliche 0,33 Prozent des BNE. Im Jahr zuvor waren es noch 0,35 Prozent.“ Bodmann weiter: „Unsere Projekte leisten einen klaren Beitrag zu positiver Veränderung: Schauen wir beispielsweise nach Burkina Faso, wo rund 800 Familien mit kleinen Kindern, Schwangeren oder Menschen mit Behinderungen, die aufgrund von Vertreibung oder aufgrund anderer Notlagen ihren Nahrungsbedarf nicht decken konnten, von der Caritas Lebensmittel für eine ausreichende und ausgewogene Ernährung erhalten haben. Das ist ein ganz einfaches Rechenexempel: Ohne entsprechende Finanzierung kann diese Unterstützung nicht durchgeführt werden.“
Schwächung außenpolitischer Instrumente führt zu Bumerang-Effekt
Die Bundesregierung habe bei den Budgets der Austrian Development Agency (ADA) und des Auslandskatastrophenfonds (AKF) überproportional gespart und damit eine Schwächung dieser bilateralen Instrumente für eine wirksame Außenpolitik herbeigeführt, erklärt Bodmann weiter. „Österreich verliert auf diese Weise internationale Handlungsfähigkeit und Glaubwürdigkeit. So ein Verhalten signalisiert, dass wir uns schrittweise aus der internationalen Verantwortung zurückziehen. Wir verfügen aber in Österreich über eine gut aufgestellte NGO-Landschaft, die internationale Hilfsprojekte erfolgreich umsetzt und umsetzen kann. Die Kürzungen schaden nicht nur den bedürftigen Menschen in unseren Partnerländern, sondern zeugen von wenig Weitsicht im Hinblick auf eine stabile Weltlage“, so Alexander Bodmann abschließend.
Rückfragen & Kontakt
Mag.a Claudia Vitt
Pressesprecherin
Caritas Österreich
Tel.: +43 664 82 66 920
[email protected]
www.caritas.at
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | OCZ






