• 09.04.2026, 08:36:02
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Fortschritt in der Therapie von lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen

An AKH Wien und MedUni Wien wurde in enger Zusammenarbeit zwischen Kardiologie und Herzchirurgie erstmals in Österreich ein neuer minimal-invasiver Hybrid-Eingriff durchgeführt

Wien (OTS) - 

Erstmals in Österreich wurde im März 2026 an der Klinischen Abteilung für Kardiologie der Universitätsklinik für Innere Medizin II gemeinsam mit der Universitätsklinik für Herz- und Thorakale Aortenchirurgie von AKH Wien und MedUni Wien ein minimal-invasiver Eingriff zur Behandlung einer potenziell lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörung durchgeführt. Der Eingriff stellt einen bedeutenden Fortschritt in der Therapie komplexer Herzrhythmusstörungen dar und eröffnet neue Perspektiven für Patient:innen mit bislang schwer behandelbaren Krankheitsbildern: Herzschichten, die mit konventionellen Katheterablationen nicht ausreichend behandelt werden können, werden bei diesem innovativen Verfahren erreicht und damit behandelbar. Die Operation kann besonders schonend und effektiv für Patient:innen minimalinvasiv durchgeführt werden.

Die innovative Methode kombiniert zwei hochspezialisierte Verfahren: die minimal-invasive Thorakoskopie mit der katheterbasierten elektrophysiologische Ablation. Über kleine Schnitte zwischen den Rippen wurde eine Kamera eingeführt, die einen direkten Zugang zur Herzoberfläche ermöglicht (Thorakoskopie). Durch dieses Verfahren konnte die äußere Schicht des Herzens direkt behandelt werden. Parallel dazu erfolgte mittels Kathetertechnik im Inneren des Herzens eine präzise Ablation, eine gezielte Verödung von krankhaftem Herzgewebe, das die Rhythmusstörungen auslöst. Im Vergleich zu chirurgischen Verfahren, bei denen der Brustkorb geöffnet wird, ist dieser Ansatz besonders schonend und eröffnet neue Behandlungsmöglichkeiten für Patient:innen mit einer ventrikulären Tachykardie, einer potenziell lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörung, bei der das Herz zu schnell aus den Herzkammern schlägt. Unbehandelt kann dies zu Kreislaufversagen oder plötzlichem Herztod führen.

„Insbesondere für Patient:innen, bei denen konventionelle Katheterablationen nicht ausreichend wirksam waren, ist dieser Hybrid-Eingriff ein Meilenstein in der Therapie. Bisher unzugängliche Herzschichten können schonend und effektiv behandelt werden“, hält Stefan Stojković von der Klinischen Abteilung für Kardiologie der Universitätsklinik für Innere Medizin II fest, der den Eingriff gemeinsam mit Emilio Osorio, Universitätsklinik für Herz- und Thorakale Aortenchirurgie, in enger wissenschaftlicher Kooperation mit Bart Maesen von der Universität Maastricht durchgeführt hat.

Die moderne Herzmedizin profitiert durch die enge Verzahnung von Herzchirurgie und Kardiologie an AKH Wien und MedUni Wien. „Die erfolgreiche Durchführung des Eingriffes zeigt, wie wichtig die fächerübergreifende Zusammenarbeit für die Zukunft der Herzmedizin, für unsere Patient:innen ist“, betonen Daniel Zimpfer, Leiter der Universitätsklinik für Herz- und Thorakale Aortenchirurgie, und Christian Hengstenberg, Leiter der Universitätsklinik für Innere Medizin II.

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