- 08.04.2026, 14:01:02
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vida-Hebenstreit fordert „Verankerung von knallharten gesetzlichen Maßnahmen gegen Gewalt am Arbeitsplatz“
Gewaltpräventionstagung der Initiative „Tatort Arbeitsplatz“ in Wien erarbeitet Strategien gegen Gewalt, Hass und Mobbing am Arbeitsplatz
Wenn so viele Menschen zu einer Fachtagung wie der heutigen zusammenkommen – Expert:innen, Betriebsrät:innen und Interessierte, um sich mit dem Thema Gewalt am Arbeitsplatz auseinanderzusetzen, dann gebe es auch eine höhere Betroffenheit, die aus der Realität kommen müsse: Offensichtlich gebe es in allen Bereichen mehr Gewalt am Arbeitsplatz. Auch die Statistik würde dies in vielerlei Hinsicht bestätigen. „Man sagt, Statistiken lügen nicht. Statistiken weinen aber nicht und tragen auch keine seelischen Verletzungen mit sich“, hielt Roman Hebenstreit, Vorsitzender der Gewerkschaft vida, im Rahmen der Eröffnung der Gewaltpräventionstagung der Initiative „Tatort Arbeitsplatz“ am Mittwoch in Wien fest.
Alle, die sich mit dem Thema der steigenden Gewalt am Arbeitsplatz beschäftigen, seien offensichtlich an einem Punkt angekommen, an dem sie sich nicht mehr mit Informationskampagnen und Plakaten zufriedengeben wollen, auf denen steht, seid alle nett zueinander: „Solche haben wir schon zur Genüge erleben müsse. Was wir brauchen, und das ist unser politischer Auftrag, sind knallharte und gesetzlich verankerte Gewaltschutzmaßnahmen“, fordert Hebenstreit.
Damit meint Hebenstreit nicht nur die Umsetzung einer ILO-Richtlinie, die beim Thema Gewalt zu einem kulturellen Wandel führen soll. „Es müsste einen Schritt weiter gehen, indem etwa öffentliche Aufträge prinzipiell nur mehr an Unternehmen vergeben werden, die Gewaltschutz- und Präventionskonzepte vorweisen können“, so der vida-Vorsitzende weiter. Es könnten einfache gesetzliche Materien sein, die zu mehr Gewaltschutz führen würden. Beispielsweise könnte bei der Vergabe von öffentlichen Verkehrsleistungen durch Regelwerke vorgeschrieben werden, dass niemand mehr allein Dienst machen muss, weil schaffnerloser Betrieb oder die Ein- Mann- bzw. Eine-Frau-Besetzung damit untersagt wäre.
Das Vergaberecht könnte auch im Bewachungsgewerbe relativ einfach regeln, dass es vernünftige Ausschreibungen mit Qualitätskriterien gebe anstelle des derzeit dominierenden „elendigen Billigstbieterprinzips“, sagt der vida-Vorsitzenden. In der Gewerkschaft vida erlebe man, was Letzteres am Ende bedeutet: Bei Fußballspielen seien schon Minderjährige für die Sicherheit der Teilnehmer:innen verantwortlich gewesen. Diese müssten nicht nur die Verantwortung tragen, sondern seien unter Umständen auch selbst gefährdet.
Es braucht auch mehr Gewaltschutz im Tourismus, ortet Hebenstreit in dieser Branche einen Mangel an Bereitschaft, umfangreiche Gewaltschutzkonzepte in der Praxis anzuwenden. Zudem bedürfe es eines österreichweit einheitlichen Personalschlüssels im Pflegebereich. Dieser würde dazu führen, dass mehr Personal da ist, welches sich gegenseitig schützen, und andererseits die Kolleg:innen dort entlasten könnte, wo es notwendig sei, nämlich unmittelbar in der Arbeit, führte der vida-Chef an.
„Gewalt hat viele Gesichter. Insofern braucht es viele und schärfere gesetzliche Maßnahmen, um gegen Gewalt am Arbeitsplatz vorgehen zu können“, bekräftigte Hebenstreit abschließend.
Über die heutige Fachtagung:
Die Gewerkschaft vida veranstaltet gemeinsam mit AK Wien, ÖGB, GPA, GÖD und dem Weissen Ring die Gewaltpräventionstagung „Tatort Arbeitsplatz – NED mit uns!“. Hochkarätige Expert:innen und Praktiker:innen diskutieren während der Tagung über Prävention, Opferschutz und den Umgang mit Gewalt, während Best-Practice-Beispiele Mut machen, aktiv zu werden.
Gewalt und Mobbing am Arbeitsplatz sind ernstzunehmende Probleme mit weitreichenden Folgen für Betroffene, Organisationen und Gesellschaft. Sie beeinträchtigen nicht nur die psychische und physische Gesundheit der Beschäftigten, sondern auch die Zusammenarbeit, Leistungsfähigkeit und das Arbeitsklima. Bei der heutigen Fachtagung werden aktuelle Erkenntnisse, praxisnahe Ansätze und wirksame Präventions- und Interventionsstrategien vorgestellt und diskutiert. Die Veranstalter wollen Mut machen, Wissen stärken und Strategien vermitteln, um für Respekt, Würde und sichere Arbeitsbedingungen zu sorgen.
Mehr zur Initiative: www.tatortarbeitsplatz.at
Rückfragen & Kontakt
Gewerkschaft vida/Öffentlichkeitsarbeit
Hansjörg Miethling
Tel.: 0664 / 6145 733
E-Mail: [email protected]
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