- 08.04.2026, 08:30:32
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Sammlung Online im hdgö: Weil Objekte nicht für sich sprechen
Mit der neuen Sammlung Online öffnet das Haus der Geschichte Österreich (hdgö) erstmals einen digitalen Zugang zu seinen Beständen, der Besucher*innen ermöglicht, umfassend in der seit 2017 aufgebauten Sammlung des jüngsten Museums des Bundes zu recherchieren. Mit ausführlichen Objektbiografien setzt das hdgö dabei neue Maßstäbe: In der Sammlung Online des hdgö werden die Objekte nicht nur beschrieben, sondern umfassend historisch eingeordnet und analysiert.
Maße, Farbe, Material – klassische Informationen zu Objekten reichen für ein zeithistorisches Museum nicht aus. Damit historische Gegenstände für die Auseinandersetzung und Aufarbeitung von Demokratie- und Diktaturgeschichte erkenntnisbringend sein können, braucht es ihre umfassende Einordnung: Woher stammt das Objekt? Was bedeutet das eine oder andere Symbol? Wer hat den Gegenstand wie und warum verwendet? Das Förderprogramm „Kulturerbe digital” des Bundesministeriums für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport ermöglichte das Projekt Viele Stimmen. Archive der Demokratisierung und des öffentlichen Wissens und damit die Digitalisierung von etwa der Hälfte der hdgö-Sammlung. Jedes der über 5.000 Objekte ist umfassend fotografiert worden. Gemeinsam mit ausführlichen wissenschaftlichen Beschreibungen eröffnen sich unerwartete Perspektiven auf die Geschichte, nicht nur auf die Herstellung des Objekts, sondern auch auf die Bedeutung und Nachnutzung. Abstrakte Ereignisse bekommen dadurch konkrete Konturen, schwer greifbare Prozesse werden an Beispielen fassbar und durch analytische Einbettung verständlich.
„Wir als Haus der Geschichte Österreich stellen kulturhistorische Artefakte nicht einfach als eine Ansammlung von Dingen ins Netz, unsere Sammlung Online vermittelt die jeweiligen Kontexte der Museumsobjekte. Dieser inhaltliche Mehraufwand ist notwendig, weil lohnend: Österreichische Geschichte wird so anhand von Objekten wissenschaftlich erschlossen, für viele nutzbar gemacht und langfristig gesichert. Gerade online braucht es mehr Orte, die faktenbasierte Orientierung bieten. Unser Anspruch ist es, verlässliches Wissen bereitzustellen – auch als Gegenpol zu verkürzten oder verzerrten Darstellungen von Geschichte im digitalen Raum“, sagt hdgö-Direktorin Monika Sommer.
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