- 01.04.2026, 08:30:33
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ÖGfE-Schmidt: Der digitale Euro muss erklärt werden
67 Prozent haben schon vom digitalen Euro gehört | 42 Prozent wollen ihn nutzen – Umfrage
„Die öffentliche Diskussion um den digitalen Euro gewinnt zunehmend an Fahrt. Zwei von drei Befragten in Österreich ist die geplante Zahlungsalternative, die als Ergänzung zum Bargeld eingeführt werden soll, schon ein Begriff. Was die Akzeptanz und den Nutzen des digitalen Euro anlangt, zeigen sich die Österreicher:innen allerdings noch reserviert ,“ sagt Paul Schmidt, Generalsekretär der Österreichischen Gesellschaft für Europapolitik (ÖGfE), in Bezug auf aktuelle ÖGfE-Umfragedaten.
Rund zwei Drittel der Befragten (67 Prozent) geben in der österreichweiten Umfrage an, dass sie bereits vom digitalen Euro gehört haben. Knapp drei von zehn (29 Prozent) war der digitale Euro bis dato unbekannt. 4 Prozent äußern sich nicht.
Männer geben (mit 79 Prozent) häufiger als Frauen (56 Prozent) an, dass ihnen der digitale Euro ein Begriff ist. Auch mit steigendem Alter nimmt seine Bekanntheit zu – drei Viertel der Personen über 50 Jahre sagt der digitale Euro etwas, bei den unter 30-Jährigen sind es etwa die Hälfte. Menschen mit FPÖ-Parteipräferenz (82 Prozent) sowie Befragte, die für einen EU-Austritt sind (76 Prozent), antworten häufiger, schon vom digitalen Euro gehört zu haben.
42 Prozent könnten sich – aus heutiger Sicht – vorstellen, die zukünftige Zahlungsvariante, sollte sie eingeführt werden, auch zu nützen (14 Prozent „sicher“ | 28 Prozent „eher schon“), die Hälfte der Befragten zeigt sich skeptischer und antwortet „eher nicht“ (27 Prozent) oder schließt dies „sicher“ aus (23 Prozent). 8 Prozent können sich zurzeit dazu noch keine Meinung bilden. Junge Befragte sind eher bereit, den digitalen Euro nutzen als ältere (bis 29 Jahre: 52 Prozent „sicher/eher schon“, über 70 Jahre: 33 Prozent), EU-Befürworter:innen häufiger als Personen, die sich den EU-Austritt wünschen (55 Prozent zu 18 Prozent).
„Die Ergebnisse machen deutlich, dass jene Bevölkerungsgruppen, die am meisten vom digitalen Euro gehört haben, nicht unbedingt auch jene sind, die ihm die stärkste Akzeptanz entgegenbringen. Die Debatte wird aktuell mehr von der Kritik als von den Fürsprechern dominiert“, sagt Schmidt. „Junge Menschen, die in einer digitalisierten Welt aufwachsen, stehen ihm offener gegenüber. Kein Zufall, dass auch die Einstellung zur EU eine wesentliche Rolle spielt, ob der digitale Euro als künftiges Zahlungsmittel angenommen wird.“
Drei von zehn Befragten (29 Prozent) glauben, dass ein digitaler Euro dazu führt, die Unabhängigkeit Europas zu stärken, 49 Prozent teilen diese Ansicht nicht, 22 Prozent können dazu nicht Stellung nehmen.
„Der Argumentation, mit dem digitalen Euro die Unabhängigkeit Europas – etwa von bislang dominierenden, vor allem US-amerikanischen, Zahlungsanbietern – zu stärken, wird aktuell wenig Bedeutung beigemessen und scheint vielen noch zu weit hergeholt und abstrakt zu sein“, betont Schmidt. „Ein eigenständiges Europa ist heute jedoch mehr denn je eine strategische Notwendigkeit. Gerade in einem so sensiblen Bereich wie dem Zahlungsverkehr, der unseren Alltag direkt betrifft, wären europäische Alternativen, die noch dazu allen Menschen im Euroraum kostenlos zur Verfügung stehen, eine dringende Notwendigkeit.“
Dass Europa durch den digitalen Euro mehr Unabhängigkeit erlangt, glauben vor allem junge Menschen und Befürworter:innen der EU-Mitgliedschaft (je 40 Prozent). Personen, die einen EU-Austritt präferieren, nehmen dies zu 8 Prozent an.
„Die große Unbekannte ist der digitale Euro nicht mehr, allerdings sind Skepsis und Unsicherheit nach wie vor ausgeprägt. Noch fehlt es an Information und einem besseren Verständnis des Mehrwerts eines digitalen, öffentlichen Geldes und an Vertrauen, dass durch den digitalen Euro eben nicht das Bargeld ersetzt und auch nicht die Privatsphäre der Menschen offengelegt wird“, sagt Schmidt. „Die Bereitschaft, selbst einen digitalen Euro zu nutzen, den man sich noch nicht so recht vorstellen kann, ist ausbaufähig. Umso wichtiger wäre es, in die inhaltliche Diskussion einzusteigen, den digitalen Euro sukzessive mit Leben zu füllen und sein Potential für ein starkes und unabhängigeres Europa hervorzuheben.“
Hintergrund:
Die aktuelle Umfrage wurde von market von 2. bis 5. März 2026 im Auftrag der ÖGfE durchgeführt. Befragt wurden österreichweit 1000 Personen online, österreichische Bevölkerung, 16 bis 80 Jahre, repräsentativ für Alter, Geschlecht, Region und Bildung. Maximale statistische Schwankungsbreite +/- 3,16 Prozent. Differenz auf 100 Prozent aufgrund gerundeter Werte. Fehlende Werte auf 100 Prozent = „weiß nicht / keine Angabe“.
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Österreichische Gesellschaft für Europapolitik
Mag. Paul Schmidt
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