• 31.03.2026, 13:41:02
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24-Stunden-Betreuung: Qualitätsreform ja – aber nur mit den Betreuungskräften

vidaflex: „Ein Gütesiegel, das faire Bedingungen für Betreuungskräfte ausklammert, ist eine Mogelpackung“

Wien (OTS) - 

Im heutigen Kurier-Interview fordert Malteser-Care-Geschäftsführer Helmut Lutz verbindliche Qualitätskriterien in der 24-Stunden-Betreuung. Für vidaflex, die gewerkschaftliche Initiative für Ein-Personen-Unternehmen (EPU) und größte freiwillige Interessenvertretung der Personenbetreuer:innen, ist klar: Diese Forderung ist richtig – greift aber zu kurz, solange die Perspektive der Betreuungskräfte fehlt.

„Wir begrüßen, dass die Qualitätsfrage endlich breite Aufmerksamkeit bekommt. Aber Qualität für pflegebedürftige Menschen und prekäre Bedingungen für Betreuungskräfte schließen einander aus“, betont Yvonne Heuber, vidaflex-Generalsekretärin für 24-Stunden-Betreuung. „Wer jetzt Standards definiert, ohne die Betreuungskräfte einzubinden, verpasst die Chance auf eine Reform, die in der Praxis wirklich ankommt.“

Intransparente Verträge, unklare Leistungsbeschreibungen und hohe, oft nicht nachvollziehbare Agenturgebühren belasten selbstständige Personenbetreuer:innen seit Jahren. Gleichzeitig wurde die staatliche Förderung von 800 Euro pro Monat seit zwei Jahrzehnten nicht valorisiert – obwohl die realen Betreuungskosten heute zwischen 3.000 und 3.500 Euro liegen und die Einkommensgrenze von 2.500 Euro netto längst an der Realität vorbeigeht.

„Ohne faire Honorare, klare Vertragsbedingungen und angepasste Förderungen bleibt jede Qualitätsdebatte eine Debatte auf dem Rücken der Betreuungskräfte“, so Heuber.

vidaflex kritisiert, dass Personenbetreuer:innen in den zentralen Gremien zur Weiterentwicklung der 24-Stunden-Betreuung nach wie vor nicht fix vertreten sind. „Über Qualitätsstandards und Rahmenbedingungen wird meist ohne jene gesprochen, die die Arbeit tatsächlich leisten“, sagt Heuber. „24-Stunden-Betreuung steht und fällt mit den Menschen, die sie leisten. Wir reichen der Politik die Hand – aber eine Reform über die Personenbetreuung kann es nur mit den Personenbetreuungskräften geben.“

Forderungen von vidaflex im Überblick

Mitsprache sicherstellen:

Verpflichtende Einbindung von Interessenvertretungen der Betreuungskräfte bei Ausarbeitung, Umsetzung und Kontrolle der Qualitätskriterien; fixe Sitze in der Pflegeentwicklungskommission und einschlägigen Fachgremien.

Faire Agenturbedingungen:

Verbindliche Mindeststandards für Vermittlungsagenturen, inklusive transparenter, zweisprachiger Verträge, nachvollziehbarer Kosten sowie klarer Regelungen zu Ruhe- und Übergabezeiten, Vertretung und Beschwerdemöglichkeiten.

Transparenz für Familien:

Ein öffentliches Register geprüfter Agenturen, das Familien die Auswahl erleichtert und schwarze Schafe sichtbar macht.

Förderungen an die Realität anpassen:

Anhebung und regelmäßige Valorisierung der Förderbeträge sowie der Einkommensgrenzen, damit Qualität nicht durch verdecktes Lohndumping erkauft wird.

Kompetenzförderung ermöglichen:

Öffentliche Förderung von Sprachkursen und fachlicher Weiterbildung, damit höhere Qualitätsanforderungen für Betreuungskräfte realistisch erfüllbar sind.

Über vidaflex

vidaflex ist die gewerkschaftliche Initiative der Gewerkschaft vida für Ein-Personen-Unternehmen. Wir vertreten die Interessen von Selbstständigen – darunter viele Personenbetreuer:innen – und setzen uns für faire Rahmenbedingungen, transparente Verträge, Zugang zu Aus- und Weiterbildung sowie gelebte Qualität in der 24-Stunden-Betreuung ein.

Rückfragen & Kontakt

vidaflex – Gewerkschaftliche Initiative für Ein-Personen-Unternehmen
Yvonne Heuber, Generalsekretärin 24-Stunden-Betreuung
Telefon: +43 664 614 57 51
E-Mail: [email protected]

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