• 27.03.2026, 12:11:02
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Bundesjugendvertretung zu Social-Media-Verbot: Ausbau von Medien- und Demokratiebildung greift zu kurz

BJV begrüßt Altersbeschränkung gekoppelt mit der Einführung neuer Unterrichtsfächer. Medien- und Demokratiebildung sollte aber schon in der 5. Schulstufe verankert werden.

Wien (OTS) - 

Die Bundesjugendvertretung (BJV) begrüßt, dass sich die Regierung darauf geeinigt hat, ein Social-Media-Verbot für Unter-14-Jährige nur in Verbindung mit einer Lehrplanreform auf den Weg zu bringen. „Auch wenn wir das Hauptproblem nicht in der Nutzung von Social Media durch junge Menschen sehen, sondern im manipulativen Aufbau der Plattformen, dürfen Kinder und Jugendliche mit Inhalten wie Kriegsbildern oder Falschinformationen nicht allein gelassen werden,“ betont BJV-Vorsitzender Moritz Mittermann und ergänzt: „In Österreich dürfen junge Menschen bereits ab 16 wählen und sie informieren sich in erster Linie über Social Media. Ein Verbot in dieser Altersgruppe wäre daher an der Realität junger Menschen vorbeigegangen.“

Medienkompetenz jüngerer Kinder muss gestärkt

Auch den geplanten Ausbau der Medien- und Demokratiebildung begrüßt die BJV grundsätzlich. Dass die Einführung der neuen Unterrichtsfächer jedoch nur für die AHS-Oberstufe vorgesehen ist, greift aus BJV-Sicht viel zu kurz. „Für uns ist es nicht nachvollziehbar, warum die Lehrplanreform nicht dazu genutzt wird, allen Kindern und Jugendlichen die Kompetenzen mitzugeben, die sie brauchen, um sich sicher im digitalen Raum bewegen, austauschen und vernetzen zu können“, kritisiert BJV-Vorsitzender Ahmed Naief.

Seit Jahren zeigen Studien und Befragungen, dass sich junge Menschen wünschen, dass ihre politische Bildung in den Schulen ausgebaut wird. Diesem Anliegen sollte die Politik nachkommen – und zwar in allen Schultypen, sagt Naief: „Wir fordern, Medien- und Demokratiebildung in allen Schulformen bereits ab der 5. Schulstufe einzuführen. Kinder und Jugendliche müssen viel früher lernen, mit dem grenzenlosen Informationsangebot, aber auch mit den Herausforderungen der digitalen Welt umzugehen. Denn politische Bildung schafft die Grundlage für aktive und verantwortungsbewusste Partizipation.“

Strengere Regeln für Plattformen und Meldebuttons umsetzen

Die Ankündigung der Regierung, Plattformen stärker in die Pflicht zu nehmen, ist auch aus BJV-Sicht dringend notwendig. Das Ziel muss sein, den digitalen Raum als sicheren Ort für Beteiligung, Austausch und Informationen zu gestalten. „Man kann nicht alles den Jugendlichen überlassen. Die Politik muss den Digital Services Act konsequent umsetzen und Plattformen etwa zu schnellerem Löschen problematischer Inhalte verpflichten“, so Mittermann.

Zudem fordert die BJV im Rahmen ihrer Kampagne „Drei Millionen“ weitere präventive Maßnahmen, zum Schutz junger Menschen. Dazu zählt die angekündigte Stärkung von Trusted Flaggern, also unabhängigen Organisationen, die problematische Inhalte schneller entfernen lassen können, aber auch die Einführung standardisierter Meldebuttons. „Sie helfen Kindern und Jugendlichen auch, ihre Rechte, wie das Recht auf Beteiligung, online sicher wahrzunehmen“, so Naief.

Rückfragen & Kontakt

Bundesjugendvertretung
Kristina Veraszto
Öffentlichkeitsarbeit
01 214 44 99 - 18 // 0676 880 11 1135
[email protected]
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