- 27.03.2026, 08:46:32
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FPÖ – Pracher-Hilander „Ohne vollständige Daten bleiben Maßnahmen gegen Gewalt wirkungslos“
Deutliche Worte zum Thema Gewalt gegen Frauen fand die freiheitliche Nationalratsabgeordnete Mag. Katayun Pracher-Hilander in ihrer gestrigen Rede im Nationalrat. Gewalt gegen Frauen sei ein „massives Problem, das auch auf Regierungsebene angegangen werden muss“, so Pracher-Hilander. Die Zahl der Übergriffe nehme stetig zu, „das ist nicht nur ein österreichweites Phänomen, sondern auch ein europaweites“.
Unter Verweis auf den aktuellen Bericht der GREVIO betonte Pracher-Hilander die Notwendigkeit eines evidenzbasierten Zugangs. „Dort wird darauf hingewiesen, dass häuslicher Gewalt evidenzbasiert begegnet werden muss“, so Pracher-Hilander.
Evidenzbasierte Politik setze jedoch entsprechende Grundlagen voraus: „Das setzt voraus, dass wir auf Daten und Fakten zurückgreifen können, die umfassend interpretierbar sind, um sowohl Präventions- als auch Interventionsmaßnahmen und in Folge auch Evaluationsmaßnahmen setzen zu können“, so Pracher-Hilander.
Kritisch hielt Pracher-Hilander fest, dass diese Datengrundlage derzeit unvollständig sei. „Ohne ein komplettes Datensetting ist es nicht möglich, evidenzbasiert zu arbeiten“, so Pracher-Hilander. Insbesondere sei es notwendig, auch soziodemografische Daten umfassend zu erheben: „Es ist wichtig, dass wir hier den Migrationshintergrund miterheben, weil wir sonst überhaupt nicht wissen, wovon wir sprechen und wo wir ansetzen können“, so Pracher-Hilander.
„Das hat nichts mit Rassismus zu tun. Das hat einfach etwas mit wissenschaftlichem Arbeiten zu tun, nämlich alle relevanten Einflussfaktoren mitzudenken.“ Als Beispiel verwies Pracher-Hilander auf den im Jahr 2024 im Auftrag des Parlaments erstellten Antisemitismusbericht: „Auch dort wurde ein eigener Datensatz erhoben, um festzustellen, wie es mit antisemitischer Einstellung bei Nichtösterreichern mit muslimischem Hintergrund ausschaut“, so Pracher-Hilander.
„Da gibt es überhaupt keine Alternative. Das muss einfach sein, wenn die Regierung schon von evidenzbasierter Politik spricht, dann muss sie den momentanen Worthülsen auch Taten folgen lassen.“ so Pracher-Hilander.
„Wir Freiheitlichen haben dazu einen Entschließungsantrag eingebracht“, so Pracher-Hilander. Darin wird die Bundesregierung aufgefordert, unter Wahrung aller datenschutzrechtlichen Vorgaben die soziodemografische Datenerhebung bei Gewaltdelikten auszuweiten und insbesondere den Migrationshintergrund von Tätern als zusätzliche Erhebungsvariable in polizeiliche, staatsanwaltschaftliche und gerichtliche Datensysteme aufzunehmen.
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