- 26.03.2026, 10:18:32
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Rekordzahlen im Tourismus – aber von Rekordlöhnen sind wir noch weit entfernt
Tourismus boomt – Beschäftigte am Limit. vida fordert faire Löhne und bessere Arbeitsbedingungen vor nächster KV-Runde
Die heute von der Statistik Austria veröffentlichten vorläufigen Tourismuszahlen für Februar zeigen erneut einen starken Trend: Für die bisherige Wintersaison (November 2025 bis Februar 2026) wurden insgesamt 54,25 Mio. Nächtigungen registriert. Das ist der höchste bisher erhobene Wert für diesen Zeitraum seit 1974 und entspricht einem Plus von 5,5 Prozent. Österreich steuert somit auf eine weitere Rekordsaison zu. Für die Gewerkschaft vida ist klar: Hinter diesen Erfolgszahlen steht vor allem die enorme Leistung der Beschäftigten unter belastenden Bedingungen.
„Rekordzahlen im Tourismus bedeuten für viele Beschäftigte vor allem eines: Rekordbelastung. Während Gästezahlen steigen, arbeiten viele Kolleg:innen bis zu 48 Stunden pro Woche, oft sechs Tage am Stück – inklusive Nacht-, Wochenend- und Feiertagsdiensten“, sagt Eva Eberhart, Fachbereichsvorsitzende Tourismus in der Gewerkschaft vida und Chefverhandlerin in den laufenden Kollektivvertragsverhandlungen für Hotellerie und Gastronomie.
Mehr Gäste bedeuten auch mehr Arbeit: In den Küchen wird mehr gekocht, im Service mehr serviert, an den Rezeptionen mehr organisiert und im Housekeeping mehr gereinigt und Betten gewechselt. „Die Frage ist: Kommt bei den Beschäftigten auch mehr an? Die Antwort ist leider zu oft nein“, so Eberhart.
Niedrige Löhne trotz Boom
Trotz der zentralen Rolle als Wirtschaftsmotor bleibt die Bezahlung in der Branche deutlich hinter anderen Bereichen zurück. Während Beschäftigte im öffentlichen Dienst ab 2.262,30 Euro verdienen und in der Reinigung ab 2.184,99 Euro, liegt der Einstieg in Hotellerie und Gastronomie bei lediglich 2.026,00 Euro brutto für Hilfskräfte. „Ist die Arbeit der Kolleg:innen in Hotels und Restaurants etwa weniger wert? Sicher nicht. Ohne sie würde der Tourismus stillstehen“, betont Eberhart.
Überlastung gefährdet Zukunft der Branche
Die Gewerkschaft vida warnt: Die Kombination aus hoher Arbeitsbelastung, langen Arbeitszeiten, unsicheren Dienstplänen und niedrigen Löhnen führt zu wachsender Unzufriedenheit und Abwanderung aus der Branche. „Ein Tourismussektor, der auf Dauer nur auf Kosten seiner Beschäftigten funktioniert, sägt am eigenen Ast. Gute Arbeitsbedingungen sind die Voraussetzung für Qualität, Fachkräfte und nachhaltigen Erfolg“, so Eberhart. Vor der nächsten Verhandlungsrunde des Kollektivvertrags Hotellerie und Gastronomie am 7. April bekräftigt die Gewerkschaft vida daher ihre zentralen Forderungen:
- Reale Lohnerhöhung über der Inflation (3,6 Prozent)
- 12 garantiert freie Sonntage pro Jahr
- Bezahlte Mittagspause
„Die Beschäftigten halten den Tourismus am Laufen – sie haben sich Respekt, faire Bezahlung und echte Entlastung verdient. Jetzt sind die Arbeitgeber am Zug“, stellt Eberhart klar.
Rückfragen & Kontakt
Gewerkschaft vida/Öffentlichkeitsarbeit
Hansjörg Miethling
Telefon: 0664 / 6145 733
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