- 13.03.2026, 10:01:09
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WWF legt 5-Punkte-Paket gegen fossile Preisfalle vor
Fossile Energiekosten senken, Subventionen umleiten, Natur schützen - WWF und Klimaforscher Huppmann fordern Reformen gegen hohe Energiepreise und steigende Klimarisiken
Die Preisexplosionen bei Öl und Gas zeigen, wie verwundbar Österreich durch seine Abhängigkeit von Importen ist. Haushalte und Unternehmen könnten in diesem Jahr mehrere Milliarden Euro zusätzlich für fossile Energie ausgeben müssen, nachdem die Importkosten 2025 bereits bei rund acht Milliarden Euro lagen. Der WWF fordert daher einen Kurswechsel von der Bundesregierung und legt gemeinsam mit dem Klimaforscher Daniel Huppmann ein Fünf-Punkte-Paket für Krisensicherheit, Klimaschutz und leistbare Energie vor. „Der Weg aus der fossilen Preisfalle muss über Reformen führen, die an den Wurzeln der Probleme ansetzen. Wer die Energieverschwendung reduziert, fossile Milliarden umschichtet und natürliche Schutzmaßnahmen priorisiert, macht Österreich unabhängiger und krisenfester. Das reduziert Kosten, Emissionen und geopolitische Risiken“, sagt WWF-Klimasprecherin Viktoria Auer.
WWF und Wissenschaft warnen vor der Wiederholung vergangener Fehler. Allein in der Energiekrise infolge des Ukrainekriegs hat die Politik das Volumen von klimakontraproduktiven Anti-Teuerungsmaßnahmen auf rund 17 Milliarden Euro (2022 bis 2024) ausgeweitet, wie das WIFO vorrechnet. Anstelle derartiger Kurzschlussreaktionen empfiehlt der Klima- und Energieforscher Daniel Huppmann einen umfassenden Ansatz: „Aus wissenschaftlicher Sicht sind drei Hebel entscheidend, um Klimarisiken und Energiekosten einzudämmen: ein deutlich geringerer Energieverbrauch durch Steigerung der Effizienz, ein gut geplanter, naturverträglicher Ausbau erneuerbarer Energien und der Schutz und die Wiederherstellung natürlicher Ökosysteme“, sagt Huppmann. „Diese drei Stoßrichtungen reduzieren Emissionen, senken langfristig Energiekosten und erhöhen die Widerstandsfähigkeit unserer Gesellschaft gegenüber den steigenden Extremereignissen wie Hitze, Dürre oder Hochwasser.“
Das fünf Bereiche umfassende Paket kombiniert Ordnungspolitik, Anreize und gezielte Förderungen: Der Energieverbrauch soll durch strengere Gesetze, eine Verdopplung der Sanierungsrate und eine raschere Mobilitätswende deutlich sinken. Beim Ausbau der Erneuerbaren sieht der WWF die größten Potenziale beim Ausbau von Photovoltaik und Windkraft. Zugleich soll es mehr Renaturierungsprojekte und weniger Bodenversiegelung geben, um Klimarisiken effektiver zu bewältigen.
Als Sofortmaßnahme empfiehlt der WWF eine treffsichere Förderung sozial benachteiligter Haushalte statt der „Gießkannenpolitik“ früherer Energiekrisen. Zudem sollen die jährlich bis zu sechs Milliarden Euro an umweltschädlichen Subventionen schrittweise zum Beispiel in Energiespar- und Naturschutzprogramme umgelenkt werden. „Ohne Trendwende könnten bis 2030 kumuliert rund 30 Milliarden Euro für kontraproduktive Förderungen ausgegeben werden. Das wären massive Fehlanreize“, sagt WWF-Klimasprecherin Viktoria Auer.
Das “5-Punkte-Paket gegen die fossile Preisfalle” im Detail finden Sie hier.
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