• 05.03.2026, 13:00:53
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Greenpeace-Test: SHEIN verkauft Jacken mit gefährlichen Chemikalien nun unter neuen Artikelnummern

Neun von elf getesteten Jacken weiterhin über Grenzwert von Ewigkeitsgiften – SHEIN-Konsument:innen gelten rechtlich als Importeur:innen und sind haftbar

Wien (OTS) - 

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace warnt: Nur wenige Wochen nach einem ersten Skandal-Test verkauft SHEIN erneut dieselben oder nahezu identischen Produkte mit gefährlichen und teils verbotenen Chemikalien. Ein Nachtest zeigt: 81 Prozent der wieder bestellten Artikel brechen erneut EU-Grenzwerte. Überschreitungen gab es vor allem bei PFAS, Phthalaten und den Schwermetallen Cadmium und Blei, Besonders betroffen sind auch Jacken mit PFAS, sogenannten „Ewigkeitsgiften“ – eine davon sogar mehr als 3.000-fach über dem Grenzwert. Da SHEIN als Marktplatz organisiert ist, gelten Konsument:innen rechtlich oft als Importeur:innen und sind so selbst für die Einhaltung der EU-Regeln verantwortlich und machen sich schlimmstenfalls strafbar. Greenpeace fordert die Bundesregierung auf, Konzerne wie SHEIN stärker in die Verantwortung zu nehmen und PFAS zu verbieten.

Madeleine Drescher, Konsumexpertin bei Greenpeace in Österreich: „SHEIN hat einzelne verbotene Produkte aus ihrem Shop entfernt, aber kurz darauf landen sie wieder im digitalen Warenkorb. Das ist kein Versehen, das hat System. Während der Konzern am schnellen Klick verdient, tragen Konsumentinnen und Konsumenten das Risiko. Die gefundenen Ewigkeitsgifte belasten unsere Gesundheit und die Umwelt. Diesen Praktiken von SHEIN muss ein Riegel vorgeschoben und PFAS endlich verboten werden.”

Greenpeace bestellte im Dezember 2025 insgesamt 31 Produkte nach, die bereits im Herbst wegen Grenzwertüberschreitungen beanstandet worden waren. SHEIN hatte zugesagt, die betroffenen Artikel zu entfernen. Wenige Wochen später waren dennoch identische oder nahezu identische Produkte wieder online – teils sogar beim selben Händler. Besonders alarmierend sind die Laborergebnisse von PFAS: Von elf getesteten Jacken überschreiten neun erneut die EU-Grenzwerte, eine Damenjacke sogar 3.115-fach. PFAS werden Ewigkeitsgifte genannt, weil sie sich kaum abbauen. Sie reichern sich in Umwelt und Körper an, können das Immunsystem schwächen und stehen im Verdacht, Krebs zu verursachen. In der EU sind einige PFAS bereits verboten oder stark eingeschränkt. Darunter auch einige, die beim Greenpeace-Test erneut in SHEIN-Jacken gefunden wurden.

Das Problem liegt im Geschäftsmodell: SHEIN tritt als Marktplatz auf, auf dem hunderte Händler verkaufen, während viele Konsument:innen glauben, direkt beim Unternehmen einzukaufen. Tatsächlich wird die Ware meist direkt von Herstellern aus Drittstaaten verschickt. Damit gelten die Käufer:innen rechtlich als Importeur:innen und tragen die Verantwortung dafür, dass die Produkte den EU-Vorschriften entsprechen. Im schlimmsten Fall importieren sie selbst illegale Ware. Während europäische Unternehmen belastete Produkte zurückrufen müssen, wälzt die Plattform die Haftung und das damit verbundene Risiko auf ihre Kund:innen ab.

Greenpeace fordert die Bundesregierung auf, sich in der EU für ein rasches PFAS-Verbot in Textilien einzusetzen und Online-Plattformen rechtlich in die Pflicht zu nehmen. Wenn identische, bereits beanstandete Produkte wieder auftauchen, liegt kein Einzelfall vor. Es ist ein strukturelles Problem. „Solange Plattformen wie SHEIN und Co. sich der Verantwortung entziehen, bleibt jede Bestellung ein Risiko für unsere Gesundheit und unsere Umwelt. Wir dürfen nicht zulassen, dass verbotene Gifte weiterhin in unseren Kleiderschränken landen“, sagt Drescher.

Das Factsheet und weitere Informationen zum Test und PFAS finden Sie unter: https://act.gp/SHEIN-Retest

Grafiken und Bildmaterial finden Sie unter: https://act.gp/4tRrav7

Unter Verwendung der angegebenen Credits stehen die Fotos und Grafiken kostenfrei zur redaktionellen Nutzung zur Verfügung.

Rückfragen & Kontakt

Madeleine Drescher
Konsumexpertin
Greenpeace Österreich
Tel.: + 43 664 8817 2243
E-Mail: [email protected]

Magnus Reinel
Pressesprecher
Greenpeace Österreich
Tel.: + 43 664 8817 2210
E-Mail: [email protected]

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