• 04.03.2026, 09:34:33
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Österreichische Tierärztekammer: „Austritt aus der TGÖ als Weckruf für die tierärztliche Versorgung“

Wien (OTS) - 

Aufgrund zahlreicher Medienanfragen der vergangenen Tage bezieht die Österreichische Tierärztekammer (ÖTK) Position zu ihrem Austritt aus der Tiergesundheit Österreich (TGÖ).

„Einmal mehr stellen wir klar, dass es sich nicht um einen Austritt aus den anerkannten Tiergesundheitsdiensten (TGD) der Länder handelt, die potentielle Verwechslungsgefahr dürfte für Verunsicherung gesorgt haben,“ klärt Mag. Kurt Frühwirth, Präsident der Österreichischen Tierärztekammer auf.
„Für Beobachter kommt unser TGÖ-Austritt nicht überraschend: Die wohlüberlegte Entscheidung hat zum Ziel, die Rolle der Tierärztinnen und Tierärzte als unabhängige medizinische Instanz zu stärken und auf strukturelle Herausforderungen innerhalb der TGÖ aufmerksam zu machen“, betont Frühwirth.
„Die TGÖ war ursprünglich als breit getragenes Kooperationsmodell gedacht, entwickelte sich jedoch zunehmend zu einem Konstrukt mit divergierenden Interessen und unklaren Verantwortlichkeiten“, erklärt Frühwirth weiter. Zu lange seien strukturelle Schwächen, Kompetenzkonflikte und mangelnde Transparenz hingenommen worden.
Insbesondere das „freiwillig“ verpflichtende Programm „Erweitertes Tiergesundheitsmonitoring“ (ETGM) offenbarte schon beim Start grundlegende Probleme: fehlende Akzeptanz, offene Datenschutzfragen und ein fraglicher Mehrwert für Betriebe und Tierärzteschaft führten zu intensiven Diskussionen.

Aktuelle Debatten, etwa über mögliche Impfstofffreigaben im Rinderbereich, zeigen, wie sensibel die Balance zwischen Landwirtschaft und tierärztlicher Verantwortung ist. Frühwirth betont: „Der tierärztliche Tätigkeitsvorbehalt darf nicht schleichend ausgehöhlt werden.“
Der Austritt sei mehr als ein formaler Schritt – er sei ein Weckruf. Österreich verliere zunehmend Großtierärztinnen und -tierärzte, Nachbesetzungen bleiben aus. Ohne wirtschaftlich tragfähige Praxisstrukturen gerät nicht nur der Berufsstand unter Druck, sondern auch die Versorgungssicherheit ganzer Regionen.
„Das Veterinärwesen ist systemrelevant – gesundheitspolitisch, wirtschaftlich und sicherheitspolitisch, daher fordern wir eine nationale Strategie für die tierärztliche Versorgung, ein klares politisches Bekenntnis und tragfähige Strukturen. Wer die Landtierärztinnen und Landtierärzte verliert, gefährdet langfristig auch die Landwirtschaft und damit die Lebensmittelsicherheit des Landes“, sagt Frühwirth abschließend.

Rückfragen & Kontakt

Österreichische Tierärztekammer
Mag. Silvia Stefan-Gromen
Telefon: Tel. 01/ 512 17 66 - 41
E-Mail: [email protected]
Website: https://www.tieraerztekammer.at

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