- 03.03.2026, 19:04:03
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Zweiter Streik in den Ordenskrankenhäusern Oberösterreich: Beschäftigte senden unüberhörbares Signal
Druck auf Arbeitgeber vor Verhandlungsrunde am 12. März erhöht
Mit einem ganztägigen Streik setzten heute die Beschäftigten aus allen acht Ordenskrankenhäusern in Oberösterreich ein deutliches Zeichen. Insgesamt beteiligten sich 1.700 nicht-ärztliche Beschäftigte an den Streikversammlungen. Die Beteiligung zeigt klar: Mit der Geduld der Mitarbeiter:innen ist es nun vorbei. Bereits Ende Jänner war es zu einem ersten Streik gekommen. Auch eine eingesetzte Arbeitsgruppe sowie die sechste Verhandlungsrunde am 24. Februar blieben ohne Ergebnis. Ein substanziell besseres Angebot der Arbeitgeber liegt weiterhin nicht auf dem Tisch. Die Beschäftigten fordern vor allem spürbare und nachhaltige Entlastung durch eine Arbeitszeitverkürzung auf 37 Wochenstunden.
„Die Beschäftigten tragen das System – jetzt sind die Arbeitgeber am Zug“
Für die Gewerkschaft vida ist klar: Der heutige Streik ist kein symbolischer Akt, sondern Ausdruck wachsender Frustration und Entschlossenheit. „Die Kolleginnen und Kollegen stemmen Tag für Tag die Versorgung in den Ordenskrankenhäusern – unter enormem Druck, mit hoher Verantwortung und oft am Limit. Wer solche Leistungen einfordert, muss auch bereit sein, sie fair zu honorieren“, betont vida-KV-Verhandlerin Martina Reischenböck. Die Gewerkschaft habe in den bisherigen Gesprächen mehrfach Bereitschaft zu konstruktiven Lösungen gezeigt und sei den Arbeitgebern entgegengekommen. „Aber Verantwortung darf keine Einbahnstraße sein. Es ist immer die Arbeitnehmerseite, die Kompromissbereitschaft zeigt und selbst im Streik pflichtbewusst dafür sorgt, dass die Notfallversorgung jederzeit gesichert ist. Dieses Verantwortungsbewusstsein erwarten wir auch von den Arbeitgebern“, so Reischenböck. Geplante Eingriffe und ambulante Termine mussten am 3. März verschoben werden.
Mit deutlicher Kritik spricht Gerald Mjka, Fachbereichsvorsitzender Gesundheit der Gewerkschaft vida, über das unangebrachte und völlig verantwortungslose Verhalten der Arbeitgeber gegenüber den Mitarbeitenden im Vorfeld des Streiks: „Die Kolleg:innen stehen für eine bessere und zukunftsfähige Versorgung der Patient:innen ein. Dieselben Kolleg:innen berichteten teilweise von massiven persönlichen Einschüchterungen. Intern wurde der Druck auf Beschäftigte immer wieder erhöht, indem verweigert wurde, planbare Operationen und Behandlungen zeitgerecht zu verschieben. Das hohe Pflichtbewusstsein der Belegschaften wurde offenbar bewusst von der Arbeitgeberseite strategisch zur Schwächung der Streikbereitschaft missbraucht.“
Breite Beteiligung und klare Botschaft
Seit den frühen Morgenstunden fanden sich zahlreiche Kolleg:innen an allen Standorten zu Betriebs- und Streikversammlungen zusammen. Viele betonten, dass sie diesen Schritt nicht leichtfertig setzten, sondern weil für sie und das gesamte System die Belastungsgrenze längst erreicht ist. Bei der öffentlichen Streikversammlung in Linz nahmen gegen Mittag rund 800 Personen teil – neben den Beschäftigten waren zusätzlich zahlreiche Unterstützer:innen aus der Bevölkerung dabei. Auch in Wels, Grieskirchen, Ried und Braunau fanden mobile Streikversammlungen statt. Die Botschaft war überall dieselbe: Ohne echte Bewegung der Arbeitgeber wird es keine Ruhe geben.
12. März: Entscheidungsmoment für die Arbeitgeber
Die Gewerkschaft bleibt gesprächsbereit, erwartet jedoch bis zum 12. März ein ernstzunehmendes Angebot. „Die Beschäftigten haben heute sehr deutlich gezeigt, wie groß der Handlungsbedarf ist. Jetzt liegt es an den Arbeitgebern, Verantwortung zu übernehmen. Ohne substanzielle Bewegung werden wir weitere Maßnahmen setzen“, kündigt Reischenböck an und ergänzt: „Unser Ziel ist klar: Eine stabile, qualitativ hochwertige Gesundheitsversorgung in Oberösterreich. Aber diese gibt es nicht zum Nulltarif – sie braucht faire Bezahlung, Entlastung und Respekt für jene, die sie täglich sichern“.
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