• 20.06.2024, 11:09:22
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Finanz im Dialog: Kapitalmarktunion als Schlüssel zu mehr Investitionen und Wachstum

Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit des europäischen Wirtschaftsstandorts stand im Zentrum der Podiumsdiskussion

Utl.: Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit des europäischen
Wirtschaftsstandorts stand im Zentrum der Podiumsdiskussion =

Wien (OTS) - Unter dem Titel „Kapitalmarkt in Fesseln – Wer
finanziert Europas zukünftiges Wachstum?“ lud Finanzminister Magnus
Brunner im Rahmen der traditionellen Diskussionsreihe „Finanz im
Dialog“ hochkarätige Expertinnen und Experten ins Finanzministerium,
um die Zukunft des europäischen Kapitalmarkts zu analysieren.

„Die Herausforderung ist klar: Die Europäische Union kämpft derzeit
um nachhaltiges Wachstum und die Wirtschaftsaussichten sind nicht
sehr vielversprechend. Wir müssen uns wieder auf die Stärkung der
europäischen Wettbewerbsfähigkeit konzentrieren. Ein zentrales
Element ist eine echte Kapitalmarktunion, die Investitionen ohne
bürokratische und regulatorische Hürden zwischen den europäischen
Mitgliedsstaaten ermöglicht. Die Diskussion darüber hat in den
letzten Monaten dank meines geschätzten Kollegen Paschal Donohoe
wieder an Dynamik gewonnen“, begrüßte Finanzminister Magnus Brunner
den Präsidenten der Eurogruppe und irischen Minister für öffentliche
Ausgaben. Neben dem ausländischen Ehrengast hieß der Finanzminister
den Aufsichtsratsvorsitzenden der ERSTE Stiftung und Präsidenten des
Europäischen Forums Alpbachs, Andreas Treichl, sowie die Ökonomin
Heike Lehner herzlich willkommen.

„Fast alle Mitgliedstaaten sind sich einig, dass die Vorschriften für
Investitionen europaweit harmonisiert und die Bürokratie abgebaut
werden muss, wobei einige die Zentralisierung der Aufsicht als
Herzstück der Kapitalmarktunion sehen. Aus meiner Sicht ist das nicht
ganz richtig. Wir sollten keinen Markt regulieren, der
unterentwickelt ist, bevor wir Anreize zur Schaffung eines Marktes
setzen“, so Finanzminister Magnus Brunner in seinem Eingangsstatement
weiter.
Um Europas digitale und grüne Ziele zu erreichen, werden laut
Europäischer Kommission jährlich bis zu 800 Milliarden Euro benötigt.
Paschal Donohoe betonte: „Es ist klar, dass kein öffentlicher
Haushalt der Welt diese Summe finanzieren kann. Daher ist eine
stärkere Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern, Unternehmen und
institutionellen Investoren zwingend erforderlich. Man muss den
Menschen erklären, welche Vorteile eine Kapitalmarktunion für jede
und jeden Einzelnen bringen kann und die Scheu davor abbauen.“

In Europa und insbesondere in Österreich gäbe es enorme Mengen an
Kapital auf Sparkonten, die niedrig verzinst sind und den Diskutanten
zufolge dringend mobilisiert werden müssten. Dies würde sowohl den
Sparern, als auch den europäischen Unternehmen helfen, die dringend
finanzielle Mittel brauchen. Darüber hinaus seien auch mehr
Risikokapitalinvestitionen in Europa, insbesondere zur Förderung von
Innovationen, notwendig.

Einen wesentlichen Faktor, um diese Ziele zu erreichen sahen die
Expertin und die Experten in der Stärkung der Finanzbildung. Diese
stelle einen wichtigen Eckpfeiler auf dem Weg zu einer
Kapitalmarktunion dar. „Die Kapitalmarktunion wird von der
Bevölkerung oftmals als etwas Negatives wahrgenommen, Kapitalmärkte
per se verteufelt und junge Unternehmen, die Investitionen dringend
brauchen, müssen ins Ausland abwandern, um diese zu bekommen. Wir
müssen daher jetzt handeln und zwar alle zusammen – alle
Mitgliedsstaaten und alle verantwortlichen Ressorts. Denn jeder Tag,
der vergeht, ist ein verlorener Tag“, erklärte Andreas Treichl.

Die Ökonomin Heike Lehner betonte in diesem Zusammenhang, dass es um
die Finanzbildung schlecht bestellt sei, vor allem jene der Frauen:
„Wir dürfen nicht auf die nächste Krise warten, um voranzukommen, wir
müssen die Erzählung dieses komplexen Themengebiets jetzt ändern, die
Wahrnehmung der Menschen zum Positiven weiterentwickeln und das
Selbstvertrauen bei Investitionen stärken. Ziel muss sein, die
Vorteile in den Vordergrund zu stellen und zu verdeutlichen, wie wir
alle von einer Kapitalmarktunion profitieren können.“

Auch für die Finanzierung des grünen und digitalen Wandels sei diese
von zentraler Bedeutung: „Um Vorhaben wie den Green Deal finanzieren
zu können, brauchen wir florierende Unternehmen und wachsenden
Wohlstand. Es braucht daher sozusagen einen New Deal für den Green
Deal. Jetzt ist die Zeit für dieses große Projekt gekommen“, sind
sich Finanzminister Brunner und seine Gäste einig.

Fotos der Veranstaltung: https://bit.ly/4eyv3O6

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